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Vor 14 Jahren: 184 Milliarden Bitcoin zu viel wegen eines Bugs

Beim "Overflow Accident" entstanden 8.761-mal zu viele Bitcoin.

Vor 14 Jahren: 184 Milliarden Bitcoin zu viel wegen eines Bugs

Beim "Overflow Accident" entstanden 8.761-mal zu viele Bitcoin. Es war nicht das einzige Mal, dass ein Bug die Existenz der Blockchain in Gefahr brachte.

Ein kleiner Fehler im Code und plötzlich gibt es 184 Milliarden Bitcoin zu viel. Eines der wichtigsten Versprechen der größten Kryptowährung der Welt, die Begrenzung auf 21 Millionen BTC, scheint gebrochen zu sein. In der Community herrscht Krisenstimmung. Das sogenannte "Overflow Value Accident" von genau vor 14 Jahren wird zu einem der schwersten Vorfälle in der Geschichte des digitalen Goldes. Und zu einer Warnung, dass das Netzwerk, das die Welt mit Mathematik retten soll, immer auch das wachsame Auge von Menschen braucht. Es ist nicht das einzige Mal, dass Bitcoin durch einen kritischen Bug in Gefahr geraten ist.

Es ist der 15. August 2010. Der Bitcoin-Preis liegt damals bei $0,07. Die heute größte Kryptowährung der Welt ist erst ein Jahr alt. Die Community besteht aus einem Treffpunkt für Nerds, Anarchisten und Cypherpunks. Satoshi Nakamoto, der geheime Erfinder, ist immer noch unter ihnen. Und eigentlich läuft alles wie erwartet. Bis Block 74.638. Ein Hacker findet eine Schwachstelle im Code und nutzt sie aus. Dadurch ist es möglich, dass aus einer Transaktion mehr Bitcoin herauskommen, als hineingehen. Viel mehr.

Satoshi behebt den Fehler selbst

Genauer gesagt: 92,2 Milliarden Bitcoin. Und zwar zweimal. So viele Coins erzeugt der Hacker in diesem Block. Bei einem Input von 0,5 Bitcoin. Heute wäre dieser Betrag bei einem Kurs von rund $58.000 pro Bitcoin wahrscheinlich mehr wert als der gesamte Reichtum der Welt zusammen. Die Nachricht über den Bug verbreitet sich schnell über den damaligen wichtigsten BTC-Kommunikationskanal, das Bitcoin-Talk-Forum. Satoshi Nakamoto selbst wird aktiv. Er ruft die Miner auf, ihre Aktivitäten sofort zu stoppen, und baut mit seinem Team innerhalb von vier Stunden einen ersten Patch.

Die Folge: ein Hard Fork, also eine vorübergehende Aufspaltung der Blockchain in zwei Teile. Insgesamt werden 53 Blöcke neu organisiert, die größte Korrektur in der Geschichte von Bitcoin. Kurzzeitig konkurrieren zwei Chains miteinander, doch nach 19 Stunden setzt sich wieder die korrekte Version von Bitcoin durch. Die Identität des Hackers ist bis heute unbekannt. Der Bitcoin-Preis lässt sich von dem ganzen Vorfall nicht beeindrucken. Bis zum Jahresende steigt er auf 30 Cent.

Ein ähnlicher Fehler passierte acht Jahre später

Bugs bei Bitcoin kamen in seiner jungen Geschichte immer wieder vor. Wer sich die offizielle Liste anschaut, sieht vor allem Probleme aus den Anfangsjahren. Meistens sind sie harmlos und schnell behoben. Aber 2018 kam es erneut zu einem ähnlichen kritischen Fehler.

Noch beunruhigender: Die Entwickler legten in diesem Fall zunächst nur einen Teil des Problems offen. Ein anonymer Nutzer machte sie darauf aufmerksam, dass es einen Bug gab, der Bitcoin zum Absturz bringen konnte. Dieser hätte, laut Coindesk damals, das Netzwerk vorübergehend lahmlegen können.

Noch schlimmer: Die Bitcoin-Core-Entwickler stellten fest, dass es durch den Bug auch möglich gewesen wäre, neue Bitcoin zu erzeugen. Sie hielten die Schwachstelle geheim, bis am 18. September der erste Patch ausgerollt wurde. Die Miner wurden aufgefordert, das neue Update zu installieren. Die Katastrophe wurde abgewendet.

Beide Vorfälle zeigen: Auch die Geschichte der ältesten Kryptowährung war von kritischen Fehlern und menschlichem Eingreifen geprägt. Unberührt blieb der explosive Erfolg der Blockchain. Der erste kritische Bug trat bei einem Preis von $0,07 pro Bitcoin auf, beim zweiten Mal lag er schon bei $6.000. Heute steht Bitcoin bei rund $60.000. Und läuft immer noch, mit einer Uptime von 99,99%. Fehlerfrei.


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