Bank of Korea fragt Banken nach Risiken eines großen Krypto-Hacks
Die Zentralbank will einen Überblick über die Exponierung der Banken gegenüber Hacks, Kursrückgängen und Insolvenzen im Kryptosektor. Auch Kundengelder bei Exchanges und bitcoinbesicherte Kredite rücken in den Fokus.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die Bank of Korea fragt große Banken, wie sie von einem großen Krypto-Hack, einem starken Kursrückgang oder Verlusten bei einem anderen Krypto-Unternehmen betroffen wären.
- Es ist die erste breite Risikobefragung der Zentralbank; Sanktionen oder neue Regeln wurden noch nicht beschlossen.
- Banken und Krypto sind bereits über Kundengelder, Rückzahlungsverpflichtungen und vorsichtig wachsende bitcoinbesicherte Kredite miteinander verbunden.
Die Bank of Korea hat große Banken gefragt, wie sie von einem großen Krypto-Hack, einem starken Kursrückgang oder Verlusten bei einem anderen Krypto-Unternehmen betroffen wären. Damit will die Zentralbank besser einschätzen, wie groß die Risiken rund um Krypto sind, ohne dass bereits eine akute Bedrohung vorliegt.
Erste breite Risikobefragung
Es handelt sich um die erste Umfrage dieser Art der BOK. Laut lokalen Medien will die Zentralbank mit den Antworten vor allem intern verstehen, wie weit die Verbindungen zwischen Banken und Krypto inzwischen reichen. Sanktionen oder neue Regeln wurden noch nicht beschlossen.
Die Fragen drehen sich nicht nur um einen möglichen Hack oder einen Crash des Kryptomarkts, sondern auch um die Krypto-Teams der Banken, ihre Budgets, Geschäftspläne und Investitionen in in- und ausländische Krypto-Unternehmen. Eine offizielle Quelle sagte gegenüber Alpha Economy, dass die aktuelle Gesetzgebung Finanzinstitute weiterhin einschränkt und die Risiken für die Finanzstabilität noch nicht wesentlich geworden sind.
Bestehende Verbindungen zu Krypto
Die Befragung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Banken und Krypto bereits an mehreren Stellen miteinander verbunden sind. Nach den Kundenschutzregeln aus 2024 müssen Exchanges Kundengelder bei Banken halten, getrennt von ihrem eigenen Geld. Geht eine Exchange pleite oder verliert ihre Registrierung, muss die Bank dieses Geld direkt an die Kunden zurückzahlen.
Auch die Kreditvergabe in Richtung Krypto wächst vorsichtig. Jeonbuk Bank begann im Oktober, Bitcoin-besicherte Kredite für Geschäftskunden anzubieten, wobei ein registrierter Krypto-Service-Provider die zugrunde liegenden BTC als Sicherheit verwahrt. Zahlt ein Kreditnehmer nicht zurück, will die Bank über das Gericht den Verkauf der Bitcoin veranlassen, um das Geld zurückzuholen.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt dieser Schritt, wie Aufseher Banken immer häufiger in ihre Sicht auf Krypto-Risiken einbeziehen. Das ist relevant, weil die Trennlinie zwischen traditionellen Banken und Krypto-Exchanges dünner wird, vor allem dort, wo Kundengelder, Sicherheiten und mögliche Verluste zusammenkommen. In Südkorea schaut die Zentralbank dabei auch breiter auf digitale Geldformen, darunter Stablecoins, was den Druck auf einen strengeren Aufsichtsrahmen weiter erhöhen könnte. Zuvor hatte der Anstieg von Krypto-Hacks im Jahr 2026 bereits gezeigt, dass Aufseher nicht nur auf Marktschwankungen, sondern auch auf operative und sicherheitsbezogene Risiken achten.