Binance-Hack über 6,3 Milliarden Dollar bringt Musk und CZ gegeneinander auf
CZ sagt, dass Binance nach dem Hack noch rund 2 Milliarden Dollar fehlen; Musk reagierte auf X spöttisch. Der Angriff rückt die Risiken zentralisierter Exchanges und SAFU erneut in den Fokus.

Wichtigste Erkenntnisse
- Binance meldet nach dem größten Kryptodiebstahl aller Zeiten noch einen Fehlbetrag von rund 2 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro), laut CZ nach eingefrorenen Geldern und dem SAFU-Fonds.
- Elon Musk verspottete den Vorfall auf X mit lachenden Emojis, während sich die Diskussion auch um Binances mögliche SpaceX-Exponierung dreht.
- Der Hack belastete das Vertrauen in zentralisierte Exchanges; Liquidationen stiegen auf über 628 Millionen Dollar und BNB fiel um mehr als 5%.
Binance sagt nach dem größten Kryptodiebstahl aller Zeiten, dass noch rund 2 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) fehlen, während Elon Musk den Vorfall auf X mit lachenden Emojis verspottete. Die Krypto-Exchange sagt, dass alle Verluste aus eigenen Mitteln gedeckt werden, doch die Folgen zeigen, wie groß der Druck auf zentralisierte Plattformen sein kann, wenn ein Angriff so umfangreich ist. Die Unruhe reicht inzwischen über Binance hinaus: Auch institutionelle Anleger ziehen sich nach dem Hack von großen Handelsplattformen zurück, wie die Verschiebung bei Auszahlungen an Exchanges zeigt.
CZ rechnet die Lücke aus
Binance-Gründer Changpeng Zhao, besser bekannt als CZ, legte am Freitag seine eigene Berechnung der Lücke vor. Seiner Einschätzung nach geht es um etwa 6,3 Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro) an gestohlener Krypto, von denen rund 3 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) eingefroren wurden und etwa 1,17 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) im SAFU-Fonds liegen. Damit beläuft sich der verbleibende Fehlbetrag laut CZ auf etwa 2 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro), eine Summe, die er weiterhin als „schmerzhaft, aber beherrschbar“ bezeichnete.
SAFU ist der Notfallfonds von Binance und enthält laut der Exchange vor allem Bitcoin. Binance hat nicht gesagt, ob das Unternehmen tatsächlich plant, SpaceX-Aktien zu verkaufen, um die Lücke zu schließen. CZ sagte jedoch, dass das Unternehmen noch ein Exposure von deutlich mehr als einer Milliarde Dollar in SPCX habe, das aus der 500-Millionen-Dollar-Investition (449 Millionen Euro) in Musks Twitter-Übernahme stammt.
SpaceX-Beteiligung und Lock-ups
Die Diskussion dreht sich auch darum, ob sich diese Aktien überhaupt schnell verkaufen lassen. Die Position begann als Investition in Musks Übernahme von Twitter im Jahr 2022. Später wurden X und xAI in eine breitere Struktur einbezogen, und SpaceX wurde im Juni an der Nasdaq mit 135 Dollar (121 Euro) je Aktie bewertet.
Dabei spielen Lock-up-Regeln eine Rolle. Frühe Investoren dürfen ihre Anteile nicht alle auf einmal verkaufen, und für einige Parteien läuft diese Beschränkung sogar bis 2027 weiter. Binance hat nicht offengelegt, zu welcher Gruppe es gehört. Den Primärdaten zufolge fiel SPCX in der Woche bis zum 28. Oktober um fast 10%, während rund 1,6 Milliarden neu freigegebene Aktien handelbar wurden.
Warum das auch außerhalb von Binance zählt
Der Hack betrifft nicht nur Binance selbst, sondern auch das breitere Vertrauen in zentralisierte Krypto-Exchanges. Der Angriff hat erneut Fragen zur Sicherheit aufgeworfen, und laut Marktkommentaren könnte das das Interesse an dezentralen Alternativen erhöhen. Für europäische Krypto-Beobachter ist vor allem relevant, dass solche Vorfälle oft direkt das Bild von Risiko, Liquidität und Vertrauen rund um große Handelsplattformen beeinflussen.
Binance sagte, dass Auszahlungen innerhalb von 48 Stunden wieder aufgenommen werden sollen, gefolgt von einer neuen öffentlichen Zählung der Reserven. In der Zwischenzeit reagierte der Markt deutlich: Innerhalb einer Stunde stiegen die Liquidationen auf mehr als 628 Millionen Dollar (564 Millionen Euro). Auch der native Token von Binance, BNB, geriet unter Druck und fiel laut den gelieferten Marktdaten um mehr als 5%.