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Binance gerät in der EU wegen Reverse Solicitation unter Druck

ESMA warnt, dass die Ausnahme für Reverse Solicitation unter MiCA nicht missbraucht werden darf. Binance wartet weiter auf eine EU-Autorisierung und steht auch in Griechenland unter Beobachtung.

Binance gerät in der EU wegen Reverse Solicitation unter Druck

Wichtigste Erkenntnisse

  • EU-Aufsichtsbehörden stellen Binance infrage, weil das Unternehmen ihrer Ansicht nach europäische Kunden über Reverse Solicitation bedient.
  • ESMA will, dass diese Ausnahme sehr eng bleibt und nicht genutzt wird, um MiCA-Regeln zu umgehen.
  • Binance sagt, es arbeite an einer MiCA-Autorisierung, steht aber noch nicht im ESMA-Register der autorisierten Dienstleister.

EU-Aufsichtsbehörden stellen Binance erneut infrage, weil die Krypto-Exchange ihrer Ansicht nach europäische Kunden weiterhin über eine rechtliche Ausnahme bedient, die unter MiCA sehr eng ausgelegt werden sollte. Binance selbst sagt, dass es die Regeln in den Ländern einhält, in denen es aktiv ist, und weiterhin an einer MiCA-Genehmigung arbeitet.

Reverse Solicitation unter Druck

Im Kern der Debatte geht es um Reverse Solicitation. Das bedeutet, dass eine Krypto-Exchange in der EU ohne MiCA-Lizenz keine Dienste anbieten darf, aber reagieren darf, wenn ein Nutzer von sich aus Kontakt aufnimmt. Laut der Financial Times soll Binance diesen Weg nutzen, um über seine Einheit in Abu Dhabi dennoch einige EU-Kunden zu bedienen.

ESMA hat bereits früher klargemacht, dass diese Ausnahme sehr eng ausgelegt werden muss. Die Aufsichtsbehörde will nicht, dass Reverse Solicitation genutzt wird, um die MiCA-Regeln zu umgehen. Für europäische Aufseher ist das relevant, weil MiCA seit dem 1. Juli 2026 die Grundlage für das Anbieten von Krypto-Diensten in der EU bildet.

Binance sucht weiter nach Genehmigung

Binance sagte gegenüber BeInCrypto, dass es weiter an einer MiCA-Autorisierung arbeitet. Die Exchange nannte kein Datum dafür, wann diese Genehmigung möglicherweise vorliegt. Nach aktuellem Stand steht Binance auch nicht im ESMA-Register der autorisierten Krypto-Dienstleister, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen noch keine vollständige MiCA-Lizenz für die EU hat.

Das ist nicht der erste Rückschlag für Binance in Europa in diesem Jahr. Am 24. Juni zog das Unternehmen seinen Lizenzantrag in Griechenland zurück, noch bevor dort eine Entscheidung fiel. Die griechische Aufsichtsbehörde bestritt später, dass Druck ausgeübt worden sei, nachdem entsprechende Berichte erschienen waren.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Anleger zeigt dieser Fall, wie streng die MiCA-Regeln inzwischen angewendet werden. Die Debatte dreht sich nicht nur um Binance, sondern auch um die Frage, wie weit große Krypto-Exchanges bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen ohne lokale Lizenz noch gehen können. ESMA hat außerdem kürzlich mehr Befugnisse gegenüber Nicht-EU-Unternehmen gefordert, die europäische Anleger ohne Lizenz ansprechen, was den Druck auf die Branche weiter erhöhen könnte. Binance war bereits zuvor mit den Folgen strengerer europäischer Regeln konfrontiert, als das Unternehmen erklärte, dass MiCA Nutzer in Richtung Self-Custody dränge.


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