Cardano startet Tokenstandard für Einfrieren und Zurückholen
CIP-0113 ermöglicht es Emittenten, Transfers sowie das Einfrieren und Zurückholen von Tokens zu steuern. Der Standard richtet sich an Stablecoins, Fonds und Anleihen unter strengeren Compliance-Anforderungen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die Cardano Foundation hat CIP-0113 gestartet, einen Tokenstandard für Stablecoins, Fonds und Anleihen mit eingebauten Übertragungsregeln.
- Der Standard erlaubt es Emittenten festzulegen, wer Assets erhalten darf, und kann laut der Foundation auch Einfrieren oder Zurückholen ermöglichen.
- CIP-0113 ist nach Security-Audits live; ADA fiel innerhalb von 24 Stunden um 4,5 %, während sich Cardano auf regulierte Tokenisierung in Europa konzentriert.
Die Cardano Foundation hat einen neuen Tokenstandard gestartet, mit dem Emittenten von Stablecoins, Fonds und Anleihen selbst festlegen können, wer ihre Assets erhalten darf. Der Standard, CIP-0113, ist im Netzwerk live, nachdem unabhängige Security-Audits abgeschlossen wurden. Cardanos ADA fiel derweil in den vergangenen 24 Stunden um 4,5 %, zusammen mit einem breiteren Rückgang am Kryptomarkt.
Regeln direkt im Token
Der Kern des neuen Standards ist, dass die Regeln nicht mehr nur außerhalb des Tokens liegen, sondern direkt eingebaut sind. Das Netzwerk prüft dadurch zuerst, ob ein Transfer die Bedingungen erfüllt, bevor die Transaktion ausgeführt wird.
Das ist vor allem für regulierte Produkte relevant. Ein Fonds, der nur an verifizierte Anleger verkauft werden darf, kann eine Übertragung an eine nicht verifizierte Partei ablehnen. Ein Stablecoin-Emittent kann verhindern, dass Tokens auf eine sanktionierte Adresse gelangen. Laut der Foundation gelten diese Einschränkungen jedes Mal, wenn sich die Tokens bewegen, auch zwischen verschiedenen Wallets oder Diensten.
Mehr Kontrolle für Emittenten
Der Standard richtet sich an Parteien, die Identitätsprüfungen, Sanktionsregeln und andere Übertragungsbeschränkungen einhalten müssen. In manchen Fällen können Emittenten oder autorisierte Parteien sogar Tokens einfrieren oder zurückholen, wenn eine Aufsichtsbehörde oder ein Gericht das verlangt.
Cardano nutzt dafür einen gemeinsamen Smart Contract, der festlegt, wie die Tokens verschoben werden können. Das geschah ohne Hard Fork, weil die Funktionen bereits auf Cardano verfügbar waren. Die Foundation sagte außerdem, dass Emittenten bestehende Regelsätze auswählen oder eigene Regeln schreiben und später anpassen können, wenn sich die Gesetzgebung ändert.
Die Foundation nannte unter anderem die Wallets Eternl und GeroWallet, den Blockchain-Explorer CardanoScan und das Entwicklertool BloxBean als Parteien, die den Start unterstützen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem relevant, weil regulierte Tokenisierung immer häufiger auf eingebauten Compliance-Mechanismen beruht. In Europa ist ERC-3643 auf Ethereum und anderen EVM-Chains bereits ein bekannter Standard für permissioned Tokens mit Identitätsprüfungen und Transferregeln. Cardano macht mit CIP-0113 einen ähnlichen Schritt und zeigt damit, dass sich mehrere Netzwerke bei tokenisierten Fonds und anderen regulierten Assets in dieselbe Richtung bewegen.
Die Foundation meldete außerdem eine Anerkennung im Zertifizierungsrahmen der Capital Markets and Technology Association, einer Schweizer Branchenorganisation, deren Standards für tokenisierte Aktien verwendet werden. Damit positioniert sich Cardano deutlicher im Markt für regulierte Tokenisierung, in dem die Kontrolle über Transfers oft genauso wichtig ist wie der Token selbst.