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Coinbase, Robinhood und Circle spüren den schwachen Kryptomarkt

Coinbase, Robinhood und Circle sehen ihre Quartalszahlen durch niedrigere Handelsvolumina unter Druck geraten. Auch das Wachstum von USDC und neuen Produkten wie Prediction Markets bietet bislang nur wenig Puffer.

Coinbase, Robinhood und Circle spüren den schwachen Kryptomarkt

Wichtigste Erkenntnisse

  • Coinbase, Robinhood und Circle sahen ihre Ergebnisse durch einen schwächeren Kryptomarkt und rückläufige Handelsvolumina unter Druck geraten.
  • Circle meldete niedrigere Reserve-Einnahmen, trotz Wachstum bei der USDC-Nutzung und einem größeren Stablecoin-Markt.
  • Neue Produkte wie Prediction Markets und Payments wachsen zwar, gleichen den Rückgang bei den Trading-Einnahmen aber noch nicht aus.

Krypto-Unternehmen suchen seit Jahren nach Einnahmen außerhalb des Kaufs und Verkaufs von Bitcoin. Die neuesten Quartalszahlen von Coinbase, Robinhood und Circle zeigen, dass diese Strategie weiterhin nur wenig Schutz bietet, wenn sich der Kryptomarkt abkühlt. Während die Kurse schwächer wurden, gerieten auch die Ergebnisse der drei Unternehmen unter Druck.

Trading bleibt anfällig

Coinbase und Robinhood meldeten vergangene Woche schwächere Einnahmen aus dem Krypto-Trading. Coinbase verzeichnete im dritten Quartal einen Rückgang der transaktionsbasierten Einnahmen um 23% auf $590 Millionen (€528 Millionen), während das Spotvolumen bei Privatkunden im Vergleich zum Vorquartal um 9% sank. Auch die transaktionsbasierten Einnahmen im institutionellen Geschäft gingen um 8% gegenüber dem Vorquartal zurück.

Robinhood hat seine Aktivitäten in den vergangenen Jahren von einer Aktien-App auf Rentenkonten, Bankprodukte und andere Finanzdienstleistungen ausgeweitet. Coinbase hat Ähnliches mit Custody, Stablecoins, Lending und Prediction Markets getan. Dennoch zeigen die Zahlen, dass mehr Produkte nicht automatisch für stabilere Einnahmen sorgen.

StoneX-Analyst Mark Palmer sagte, die Ergebnisse von Coinbase zeigten, dass das Unternehmen mehr sei als nur ein Hebel auf Krypto-Trading-Volumina. Barclays-Analyst Benjamin Budish verwies dagegen auf die anhaltende Abhängigkeit vom Spot-Krypto-Trading als zentrale Herausforderung.

Stablecoins bringen weniger ein

Circle, das Unternehmen hinter dem USDC-Stablecoin, meldete in seinem jüngsten Quartalsbericht einen Rückgang der Reserve-Einnahmen um 8% auf $658 Millionen (€589 Millionen). Der USDC-Bestand lag Ende September bei $73,9 Milliarden (€66,2 Milliarden) und damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Circle reduzierte außerdem 5% seiner Belegschaft.

Der Umsatz von Circle stieg zwar um 17% auf $865 Millionen (€775 Millionen), doch $182 Millionen (€163 Millionen) davon stammten aus dem Vorverkauf von Tokens für Arc, die neue Blockchain des Unternehmens. Ohne diesen Verkauf wäre der Umsatz den Zahlen zufolge sogar um etwa 8% niedriger ausgefallen als ein Jahr zuvor. Das zeigt, wie stark Circle weiterhin auf die Einnahmen aus den Reserven hinter USDC angewiesen ist.

Der breitere Stablecoin-Markt wuchs derweil weiter. Im August 2026 lag die gesamte Marktkapitalisierung bei rund $308 Milliarden (€276 Milliarden), wobei USDT und USDC zusammen etwa 83% des Marktes ausmachten. Mehr Nutzung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Emittenten auch mehr Marge behalten. Bei Coinbase stiegen die Einnahmen aus USDC auf der Plattform zwar, doch nach den Belohnungen, die das Unternehmen an Nutzer auszahlt, blieb das Wachstum begrenzt.

Neues Wachstum hilft noch nicht genug

Es gibt durchaus klare Anzeichen dafür, dass neue Produkte an Boden gewinnen. Bei Circle stieg das Transaktionsvolumen in USDC im Jahresvergleich um 49% auf $13,9 Billionen (€12,4 Billionen). Das Payments-Netzwerk erreichte ein annualisiertes Volumen von $41,3 Milliarden (€37 Milliarden), und die Zahl der Wallets mit mehr als $10 (€8,96) in USDC nahm um 16% zu.

Auch Coinbase verzeichnet Wachstum bei Prediction Markets. Die Zahl der täglichen Nutzer dieses Produkts stieg im Vergleich zum Vorquartal um mehr als 60%, und Prediction Markets sowie Derivate machen inzwischen rund ein Viertel der transaktionsbasierten Einnahmen aus. Dennoch bleiben die Margen solcher Produkte ein Diskussionsthema, vor allem jetzt, da der Kryptomarkt schwächer ist und die Einnahmen aus dem Trading zurückgehen.

Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil es zeigt, wie schnell sich die Einnahmen großer Anbieter zwischen Trading, Stablecoins und neuen Produkten verschieben können. Die Zahlen machen auch deutlich, dass Stablecoins als Nutzungsebene im Krypto-Bereich immer wichtiger werden, dass dieses Wachstum aber nicht automatisch zu höherer Profitabilität für die Unternehmen dahinter führt. Das passt zur breiteren Debatte darüber, wie USDC-Ökonomien unter Druck stehen, während Wettbewerber und Partner versuchen, einen größeren Teil der Reserve-Einnahmen für sich zu beanspruchen.


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