Finst

Compound setzt 52 Millionen Dollar auf institutionelles DeFi

Compound will mit neuem Budget und TradFi-Talenten institutionelle Akteure anziehen, während die TVL zurückgeht und Konkurrent Aave größer bleibt.

Compound setzt 52 Millionen Dollar auf institutionelles DeFi

Wichtigste Erkenntnisse

  • Compound Finance hat 52 Millionen Dollar genehmigt und ein neues Führungsteam eingesetzt, um wieder Kapital anzuziehen.
  • Das Protokoll verlagert den Fokus von Retail auf institutionelle Nutzer, mit Plänen für Real-World Assets und Kreditinfrastruktur.
  • Der auf Compound gebundene Gesamtwert sank auf 1,2 Milliarden Dollar, während der DeFi-Sektor in diesem Jahr mehr als ein Drittel seiner TVL verlor.

Compound Finance hat ein neues Führungsteam eingesetzt und ein Budget von 52 Millionen Dollar (44,9 Millionen Euro) genehmigt, um wieder Kapital anzuziehen. Der DeFi-Lender, eines der ältesten Protokolle der Branche, sieht den gebundenen Wert auf der Plattform auf 1,2 Milliarden Dollar (1 Milliarde Euro) zurückgehen, deutlich unter dem Höchststand von 12 Milliarden Dollar (10,4 Milliarden Euro) im September 2021.

Von Retail zu institutionell

Das Krypto-Unternehmen will sich nun klar auf institutionelle Nutzer ausrichten. Dazu gehören Pläne für Real-World Assets, Partnerintegrationen und Kreditinfrastruktur für traditionelle Finanzmärkte.

Compound wurde 2018 gestartet und half dabei, dezentrales Lending bekannt zu machen. Das Protokoll machte es möglich, Rendite auf Krypto-Einlagen ohne Zwischenhändler zu erzielen, und verarbeitete nach eigenen Angaben seit dem Start rund 480 Milliarden Dollar (414 Milliarden Euro) an Einlagen- und Kreditvolumen.

Die Verschiebung passt zu einem breiteren Wandel in DeFi. Laut dem Text ist das Retail-Interesse in den vergangenen Jahren zurückgegangen, während institutionelle Akteure stärker auf Compliance und technische Anforderungen achten. Das macht den Schritt von Compound nachvollziehbar, zumal Konkurrent Aave mit 14,8 Milliarden Dollar TVL deutlich größer ist.

Der Druck auf DeFi bleibt hoch

Der Sektor insgesamt steht weiterhin unter Druck. Die gesamte TVL in DeFi ist seit Jahresbeginn um mehr als ein Drittel auf rund 70 Milliarden Dollar (60,4 Milliarden Euro) gefallen, unter anderem wegen einer Korrektur am Kryptomarkt, niedrigeren Yields und einer Reihe von Protokoll-Exploits, darunter der Hack über 292 Millionen Dollar (252 Millionen Euro) bei KelpDAO im April.

Gleichzeitig deuten Markterwartungen auf Spielraum für Wachstum auf längere Sicht hin. Standard Chartered erwartet, dass DeFi bis 2030 auf 2,7 Billionen Dollar (2,3 Billionen Euro) kommen könnte, wobei tokenisierte Real-World Assets zu den am schnellsten wachsenden Segmenten zählen. Für Compound ist das relevant, weil das neue Budget und die erfahrenen Neuzugänge helfen sollen, diese institutionelle Nachfrage besser zu bedienen.

Neue Führung mit TradFi-Erfahrung

Zum neuen Team gehören unter anderem Christopher Donovan, der zuvor COO bei der Near Foundation war, Steven Liu, der Maple Finance von 500 Millionen Dollar (431 Millionen Euro) auf 5 Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro) an Assets wachsen ließ, und Aaron Schnarch, ehemaliger CEO von Coinbase Custody. Außerdem kommen Mitarbeitende von Anchorage Digital, HSBC, Broadridge Financial und Maple Finance hinzu.

Laut Schnarch reichen die aktuellen Produkte von DeFi für eine institutionelle Adoption noch nicht aus, vor allem bei Compliance und technischen Anforderungen. Genau diese Lücke versucht Compound nun mit mehr Kapital, mehr Erfahrung und einem klareren Fokus auf den Markt zu schließen, aus dem die nächste Wachstumsphase kommen soll.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.