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Ethereum zeigt trotz anhaltender ETF-Abflüsse eine gesunde Netzwerkaktivität

Obwohl Ethereum-ETFs seit sieben Wochen Geld verlieren, bleibt die Netzwerkaktivität stark. Die Staking-Nachfrage und On-Chain-Signale deuten darauf hin, dass Anleger möglicherweise in andere Produkte rotieren.

Ethereum zeigt trotz anhaltender ETF-Abflüsse eine gesunde Netzwerkaktivität

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ethereum fiel auf rund $1.711, während Spot-Ethereum-ETFs in der siebten Woche in Folge Nettoabflüsse verzeichneten.
  • Das Ethereum-Netzwerk zeigt eine starke Nachfrage nach Staking, mit 2,68 Millionen ETH in der Eintrittswarteschlange gegenüber 223.000 ETH in der Austrittswarteschlange.
  • Kleinere Fonds wie XRP, Solana und Hyperliquid ziehen dagegen Zuflüsse an, was auf eine Rotation innerhalb des Kryptomarkts hindeutet.

Ethereum (ETH) steckt mitten in einer bemerkenswerten Entwicklung: Während der Kurs auf rund $1.711 (€1.490) gefallen ist und die Abflüsse aus Spot-Ethereum-ETFs in der siebten Woche in Folge anhalten, zeichnen die Daten des Netzwerks selbst ein anderes Bild. Dieser Gegensatz deutet auf eine breitere Rotation innerhalb des Kryptomarkts hin, bei der Anleger von den größten Fonds in neuere Produkte umschichten.

Anhaltende Abflüsse bei Bitcoin- und Ethereum-ETFs

Die Spot-ETFs für Bitcoin (BTC) und Ethereum haben jeweils eine siebte Woche mit Nettoabflüssen verzeichnet. Zwar waren die Abflüsse bei Ethereum mit $66 Millionen (€57,6 Millionen) in der vergangenen Woche deutlich geringer als die $255 Millionen (€223 Millionen) im Mai, trotzdem bleibt das ein anhaltendes Muster. Bei Bitcoin-ETFs gingen die Abflüsse von $1,72 Milliarden (€1,5 Milliarden) Anfang Juni auf $68 Millionen (€59,4 Millionen) Ende Juni zurück. Die Zahlen zeigen: Auch wenn die großen Fonds Geld verlieren, nimmt das Tempo der Abflüsse ab.

Gleichzeitig ziehen kleinere Fonds wie die für XRP und Solana eher an. XRP-ETFs verzeichneten eine achte Woche mit Zuflüssen, obwohl die Kurse Anfang Juni gefallen waren. Solana-Fonds blieben seit Mitte Mai fast durchgehend im Plus, mit einem verwalteten Vermögen von rund $836 Millionen (€730 Millionen). Auch die erst kürzlich gestarteten Hyperliquid-(HYPE)-Fonds haben seit Mai nur Zuflüsse gesehen, was auf eine frühe Rotation von Kapital innerhalb des Kryptomarkts hindeutet.

Staking und On-Chain-Signale sprechen für Vertrauen in Ethereum

Trotz der ETF-Abflüsse zeigt das Ethereum-Netzwerk eine starke Nachfrage nach Staking. Die Warteschlange für Validatoren, die einsteigen wollen, ist mit rund 2,68 Millionen ETH mehr als zwölfmal so groß wie die für Validatoren, die aussteigen wollen, mit etwa 223.000 ETH. Dieses Verhältnis deutet auf ein wachsendes Interesse daran hin, Ethereum zu staken, bei vergleichsweise geringem Ausstiegsdruck.

Auch die täglichen Netto-Validator-Einzahlungen sind in den vergangenen zehn Tagen wieder positiv geworden, nachdem es zuvor mehr Tage mit Abflüssen gegeben hatte. Die Menge an unstaked ETH, die auf Börsen landet, bleibt begrenzt, was darauf hindeutet, dass Abflüsse aus dem Staking nicht direkt zu Verkäufen am Markt führen. Außerdem blieb der stETH-Peg während des Kursrückgangs von rund 20 % im Juni stabil bei 1.0, was auf fehlende Panikverkäufe unter den Haltern hindeutet.

Frühe Signale für eine Rotation bei Krypto-Investmentprodukten

Eine Analyse der fünftägigen Nettoflüsse zwischen Bitcoin und Ethereum zeigt eine leichte Verschiebung in Richtung Ethereum. Der Anteil von ETH an diesen kombinierten Flüssen stieg auf 21 %, also eine Standardabweichung über dem normalen Bereich von 12 bis 15 %. Das spricht für eine beschleunigte Rotation hin zu Ethereum, trotz der negativen ETF-Zahlen.

Diese Diskrepanz zwischen ETF-Abflüssen und On-Chain-Aktivität legt nahe, dass das Geld, das aus Ethereum-ETFs abfließt, nicht zwingend aus dem Ethereum-Ökosystem verschwindet, sondern möglicherweise in andere Produkte umgeschichtet wird oder dass andere Anleger, etwa große Halter, weiter akkumulieren.

Für eine bestätigte Rotation ist wichtig, dass die Zuflüsse in alternative Fonds wie XRP, Solana und Hyperliquid weiter wachsen, während die Abflüsse bei Bitcoin und Ethereum anhalten. Positive Wochenzahlen bei den großen Fonds könnten diese These wieder abschwächen.

Relevanz für europäische Kryptoanleger

Diese Entwicklungen könnten für europäische Anleger relevant sein, die die Dynamik im Kryptomarkt verfolgen. Die Kombination aus anhaltenden ETF-Abflüssen und starker Netzwerkaktivität bei Ethereum unterstreicht, wie wichtig es ist, zwischen verschiedenen Kapitalströmen und Strategien zu unterscheiden. Sie deutet auch auf eine mögliche Verschiebung bei den Präferenzen für Krypto-Investmentprodukte hin, was das Umfeld für institutionelle und private Anleger in Europa verändern könnte.


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