Fed macht ersten Schritt zu strengeren Stablecoin-Regeln
Die Zentralbank arbeitet den GENIUS Act mit Reserve- und Kapitalregeln für Emittenten weiter aus, während Fed-Gouverneur Barr auch vor AML-Risiken warnt.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die Federal Reserve schlägt strengere Regeln für Stablecoin-Emittenten vor, mit vollständiger Deckung durch kurzfristige US-Staatsanleihen oder andere liquide Assets.
- Die Fed will außerdem standardisierte Kapitalregeln einführen und ein separates Antragsverfahren für Banken schaffen, die Stablecoins ausgeben wollen.
- Fed-Gouverneur Michael Barr warnt, dass wegen möglicher illegaler Geldströme weiterhin mehr Aufmerksamkeit für Anti-Money Laundering nötig bleibt.
Die Federal Reserve hat neue Regeln für Stablecoin-Emittenten vorgeschlagen, mit strengeren Reserve-Regeln, standardisierten Kapitalregeln und einem separaten Antragsverfahren für Banken, die Stablecoins ausgeben wollen. Damit macht die Zentralbank einen weiteren Schritt bei der Umsetzung des GENIUS Act, des föderalen Stablecoin-Gesetzes, das im vergangenen Jahr von Präsident Donald Trump unterzeichnet wurde.
Strengere Reserve-Regeln
Laut dem Vorschlag müssen Payment-Stablecoin-Emittenten ihre Token vollständig mit kurzfristigen US-Staatsanleihen oder anderen sehr liquiden Assets decken. Die Fed will damit festlegen, dass es für jeden ausgegebenen Stablecoin ausreichende qualifizierende Reserven gibt. Das knüpft an das Gesetz selbst an, das Stablecoins unter anderem verpflichtet, vollständig durch US-Dollar oder vergleichbar liquide Assets gedeckt zu sein.
Neben diesen Reserve-Regeln schlägt die Fed auch standardisierte Kapitalregeln vor. Sie sollen helfen, Risiken bei denjenigen besser zu steuern, die Stablecoins ausgeben. Für Banken, die unter Aufsicht des Boards stehen und einen Stablecoin ausgeben wollen, soll es außerdem ein spezielles Antragsverfahren geben.
Mehr Aufmerksamkeit für Aufsicht
Der GENIUS Act enthält auch jährliche Audits und hat ein Inkrafttretensdatum im Januar 2027. Die ursprüngliche Frist lag im Juli, aber Aufsichtsbehörden nehmen sich bei der Ausarbeitung neuer Regeln oft mehr Zeit. Für den Kryptomarkt ist vor allem relevant, dass das Gesetz nun weiter konkretisiert wird, wodurch klarer wird, welche Anforderungen künftig für Emittenten von Stablecoins in den USA gelten. Das passt zu der breiteren Verschiebung, bei der Banken und Zahlungsunternehmen Stablecoins immer häufiger als Infrastruktur für Zahlungen und Settlement sehen, wie bei Bank-Settlement über Stablecoins.
Barr warnt vor AML-Risiken
Fed-Gouverneur Michael Barr unterstützte den neuesten Vorschlag, sagte aber auch, dass er mehr Arbeit rund um Anti-Money Laundering sehen möchte. Er wies darauf hin, dass Stablecoins in illegale Geldströme genutzt werden können, gerade weil die Kundenidentifizierung auf Sekundärmärkten nicht immer vorhanden ist. Barr sagte, dass eine wirksame Durchsetzung weiterhin nötig bleibt, damit Institutionen ihre Compliance-Programme gut aufsetzen und pflegen. Die Fed diskutiert damit nicht nur Reserven und Kapital, sondern auch, wie Aufsicht in der Praxis funktionieren muss.