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Gate startet PoSEC nach größtem Krypto-Diebstahl aller Zeiten bei Binance

Gate will mit PoSEC zeigen, wie gut Reserven nach dem großen Binance-Hack abgesichert sind. Der Standard geht über Proof of Reserves hinaus und misst auch die Abdeckung durch Cold Storage.

Gate startet PoSEC nach größtem Krypto-Diebstahl aller Zeiten bei Binance

Wichtigste Erkenntnisse

  • Gate führt Proof of Security, kurz PoSEC, ein, um zu messen, ob eine Krypto-Börse einen Hack ihrer Online-Wallets überstehen kann, ohne Kundengelder zu verlieren.
  • Der Standard geht über Proof of Reserves hinaus und bewertet auch, ob Assets in Cold Storage liegen und damit außerhalb internetverbundener Handelssysteme gespeichert sind.
  • Gate startet PoSEC nach dem großen Krypto-Diebstahl bei Binance und meldet eine Cold-Storage-Abdeckung von 104,58% sowie $8,69 Milliarden an gemeldeten Reserven.

Gate will mit einem neuen Sicherheitsstandard zeigen, ob eine Krypto-Börse einen vollständigen Hack ihrer Online-Wallets überstehen kann, ohne Kundengelder zu gefährden. Das Unternehmen nennt diesen Standard Proof of Security, kurz PoSEC, und sagt, dass das Timing mit der jüngsten Welle von Sicherheitsvorfällen in der Branche zusammenfällt.

Was PoSEC misst

Laut Gründer und CEO Lin Han ist der Test einfach: Wenn die Cold Storage einer Börse mindestens 100% der Nutzer-Assets abdeckt, bleiben Kunden geschützt, selbst wenn die gesamte Hot Wallet verschwindet. PoSEC schaut also nicht nur darauf, ob ein Unternehmen genug Assets hat, sondern auch darauf, ob diese außerhalb der internetverbundenen Handelssysteme gespeichert sind.

Das geht einen Schritt weiter als Proof of Reserves, bei dem vor allem gezeigt wird, dass die Assets existieren. Gate sagt, PoSEC solle zeigen, wie diese Assets gespeichert sind und ob sie gegen einen Hack geschützt sind. Han räumt allerdings ein, dass der Standard keine Antwort auf Schwachstellen wie interne Passwörter, Private-Key-Management oder Zugriffsrechte gibt.

Warum Gate das jetzt startet

Die Ankündigung folgt kurz nach dem größten Krypto-Diebstahl aller Zeiten bei Binance. Diese Börse hatte zuvor gezeigt, dass genug Krypto vorhanden war, um Kundensalden zu decken, doch ein Teil dieser Assets wurde dennoch gestohlen. Binance sagte einige Tage nach dem Hack, dass es $6,34 Milliarden (€5,6 Milliarden) reserviert habe, um Nutzerfonds zu decken.

Gate sagt, dass es schon länger an PoSEC gearbeitet habe, dass die jüngsten Hacks aber ein logischer Zeitpunkt gewesen seien, den Standard öffentlich zu machen. Das Unternehmen meldet, dass die Cold-Storage-Abdeckung bei 104,58% liegt, mit 88,26% der gesamten Assets offline und 11,74% in Hot Wallets. Die gemeldeten Reserven beliefen sich auf $8,69 Milliarden (€7,7 Milliarden), also 118,49% der Kundengelder. Laut Gate werden diese Zahlen noch unabhängig überprüft.

Bedeutung für Börsen

Gate will, dass andere Börsen und Aufsichtsbehörden PoSEC in Betracht ziehen, doch Han bezeichnet ihn noch nicht als gesetzliche Vorgabe. Für europäische Krypto-Beobachter ist vor allem relevant, dass sich die Debatte von der bloßen Bestätigung, dass Reserven existieren, hin zur Frage verschiebt, wie gut diese Reserven tatsächlich abgesichert sind. In einem Markt, in dem Cold Storage seit Jahren als Grundmaßnahme gilt, könnte so eine zusätzliche Messlatte helfen, Unterschiede zwischen Börsen sichtbarer zu machen.

Han sagte außerdem, dass einige Cold-Storage-Assets aus Aktien und US-Staatsanleihen unter unabhängiger Verwahrung bestehen. Gleichzeitig bleibe laut ihm ein Zielkonflikt zwischen Sicherheit und schnellen Auszahlungen bestehen. PoSEC beseitigt diesen Zielkonflikt nicht, soll ihn aber besser messbar machen.

Zuvor zeigte der Binance-Hack auf Reserve-Wallets, dass der Nachweis, dass Reserven existieren, nicht ausreicht, wenn sich die Speicherstruktur selbst als anfällig erweist. Genau diese Lücke will Gate mit PoSEC schließen.


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