Hyperliquid legt nach SK-Hynix-Oraclefehler 57 Millionen Dollar offen
Ein fehlerhafter Preisprint am südkoreanischen Markt traf Hyperliquids SK-Hynix-Perpetual und führte zu Liquidationen von 57,4 Millionen Dollar. Der Vorfall setzt die Rolle externer Oracles und das HIP-3-Risikomanagement in DeFi unter Druck.

Wichtigste Erkenntnisse
- Hyperliquids SK-Hynix-Perpetual fiel am Dienstag nach einem fehlerhaften Preisprint in Seoul um 17,9 %.
- Rund 57,4 Millionen Dollar an Long-Positionen wurden liquidiert, verteilt auf 960 Konten.
- Der Fehler kam über eine externe Oracle-Quelle; Trade.xyz verwaltet den Markt unter HIP-3 und hat bisher noch kein Post-Mortem veröffentlicht.
Der SK-Hynix-Perpetual von Hyperliquid, xyz:SKHYNIX, ist am Dienstag nach einem fehlerhaften Preisprint in Seoul um 17,9 % eingebrochen. Dabei wurden Long-Positionen im Umfang von rund 57,4 Millionen Dollar (50,4 Millionen Euro) liquidiert, verteilt auf 960 Konten. Der Vorfall zeigt, wie anfällig ein Perp werden kann, wenn eine externe Preisquelle einen abweichenden Referenzwert liefert.
Was schiefgelaufen ist
Auslöser war NXT, eine südkoreanische alternative Börse, die im März 2025 gestartet ist und von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr Ortszeit handelt. Die Korea Exchange als Hauptmarkt ist dagegen nur von 9.00 Uhr bis 15.30 Uhr geöffnet. Gerade in diesen zusätzlichen Stunden ist das Handelsvolumen oft dünn, sodass ein einzelner abweichender Auftrag die Preisbildung schneller verzerren kann.
Den verfügbaren Handelsdaten zufolge wurde in der Pre-Market-Phase eine SK-Hynix-Aktie mit 1.272.000 Won bewertet. Diese Zahl ist von den beteiligten Parteien nicht bestätigt, lag aber deutlich unter dem Schlusskurs von 1.785.000 Won aus der vorherigen Sitzung. Rechnerisch hätte das einem Rückgang von 28,7 % entsprochen, woraufhin der Handel in Korea ausgesetzt wurde.
Warum der Rückgang begrenzt blieb
Die Struktur des Kontrakts hat den Schaden offenbar teilweise begrenzt. Hyperliquid hat diesen Markt nicht selbst aufgelegt oder betrieben; das hat Trade.xyz im Rahmen von HIP-3 übernommen. Dabei handelt es sich um ein Framework, in dem unabhängige Teams eigene Perpetual Markets aufsetzen und Parameter wie die Oracle-Quellen selbst definieren können. Das Oracle von xyz:SKHYNIX bezieht Preise von externen Venues, solange diese geöffnet sind, und rechnet Won zum aktuellen Wechselkurs in Dollar um.
Zusätzlich setzt Trade.xyz auf Discovery Bounds. Dieser Mechanismus soll verhindern, dass der Mark Price unbegrenzt ausschlägt. Für xyz:SKHYNIX gilt eine sofortige Bandbreite von 10 % und ein zulässiger Reset, was zusammen einer harten Untergrenze von 19 % unter dem Sitzungs-Referenzwert entspricht. Der gemeldete Rückgang von 17,9 % blieb damit knapp innerhalb dieser Grenze. Auf Basis einer On-Chain-Analyse wurden 960 Long-Konten geschlossen und rund 17,3 Millionen Dollar (15,2 Millionen Euro) an realisierten Verlusten verbucht, während der Backstop-Mechanismus profitable Shorts auto-deleveraged. Diese Zahlen sind von Hyperliquid oder Trade.xyz nicht bestätigt.
Was das für Hyperliquid bedeutet
Der Vorfall wirft eine breitere Frage innerhalb von DeFi auf: Was passiert, wenn ein Protokoll externe Preisfeeds nutzt und ein einzelner fehlerhafter Datenpunkt den gesamten Markt beeinflusst? In diesem Fall spielt auch eine Rolle, dass Hyperliquid für diesen Markt Cross Margin verwendet. Dadurch können Verluste einer Position die Sicherheiten anderer Positionen angreifen, was eine Liquidationskette beschleunigen dürfte, wenn sich die zugrunde liegende Preisquelle abrupt bewegt.
Für europäische Krypto-Interessierte ist das relevant, weil HIP-3 zeigt, wie weit dezentralisierte Infrastruktur gehen kann, wenn das Marktmanagement an Dritte ausgelagert wird. Gleichzeitig macht der Vorfall deutlich, dass die Verantwortung für Oracle-Quellen und Risikoparameter nicht verschwindet, nur weil ein Markt onchain läuft. Trade.xyz hat bislang weder ein Post-Mortem noch einen Entschädigungsplan veröffentlicht, während Validatoren einen Slashing-Mechanismus für Deployers haben, die 500.000 HYPE staken.