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Matt Corallo sieht 80-prozentige Chance für Bitcoin-Softfork BIP-54

BIP-54 soll bekannte Schwachstellen in Bitcoins Konsenscode schließen und dient laut Corallo auch als Test für eine reibungslosere Aktivierung von Softforks. Der Zeitpunkt bleibt unklar, da Entwickler erst ab 2027 oder später damit rechnen.

Matt Corallo sieht 80-prozentige Chance für Bitcoin-Softfork BIP-54

Wichtigste Erkenntnisse

  • Matt Corallo schätzt die Wahrscheinlichkeit für den Bitcoin-Softfork BIP-54, die Great Consensus Cleanup, auf 80 Prozent.
  • BIP-54 soll bekannte Schwachstellen in Bitcoins Konsenscode bereinigen und als Übung für künftige Softforks dienen.
  • Eine formelle Planung gibt es noch nicht; eine informelle Umfrage nannte 2027 oder später als mögliches Aktivierungsdatum.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoins nächster Softfork die Great Consensus Cleanup wird, schätzt Mitautor Matt Corallo auf 80 Prozent. Der langjährige Bitcoin-Entwickler sagte das in einem Interview, während es noch keine formelle Planung gibt. Der Vorschlag heißt BIP-54 und dreht sich vor allem darum, bekannte Schwachstellen im Konsenscode zu bereinigen.

BIP-54 als Übung

Corallo sieht den Vorschlag vor allem als Übung. Seiner Ansicht nach war jede jüngere Softfork mit Diskussionen über den Aktivierungsmechanismus verbunden. Genau deshalb sieht er BIP-54 als Chance, diesen Prozess einmal in Ruhe durchzuspielen. Danach könnte derselbe Ansatz erneut bei künftigen Softforks verwendet werden, damit es bei der Aktivierung weniger Streit gibt.

Der Vorschlag selbst ist inhaltlich nicht besonders umstritten. BIP-54 soll eine Handvoll seit Langem bekannter Schwachstellen in Bitcoins Konsenscode schließen. Laut Corallo macht das den Vorschlag zu einer geeigneten Generalprobe für eine nächste Protokolländerung.

Frühere Softforks waren schwierig

Die Geschichte von Bitcoin zeigt, dass Softforks oft nur mühsam zustande kommen. SegWit im Jahr 2017 führte zu heftigen Diskussionen innerhalb der Community, während Taproot im Jahr 2021 die erste Softfork war, die danach aktiviert wurde. Diese letzte Änderung verlief vergleichsweise reibungslos und erhielt breite Unterstützung von Minern.

Dieser Hintergrund macht deutlich, warum auch eine scheinbar kleine Bereinigungs-Softfork wichtig sein kann. Wenn eine Aktivierungsmethode einmal ohne großen Streit funktioniert, kann das später bei schwereren Vorschlägen helfen, die mehr Widerstand auslösen. Dazu zählen etwa Pläne wie OP_CAT und OP_CHECKTEMPLATEVERIFY, für die es weiterhin keinen konsensweiten Rückhalt im Ökosystem gibt.

Timing bleibt unklar

Zum Timing ist noch nichts sicher. Auf der TABconf in Atlanta führte Paul Sztorc, Mitgründer und CEO von LayerTwo Labs, im Oktober eine informelle Umfrage unter Entwicklern zum Aktivierungsdatum der nächsten Softfork durch. Die früheste Einschätzung lag beim 1. September 2027, während die meisten Antworten bei 2028 oder später lagen.

Für deutsche Bitcoin-Halter und Miner ändert sich kurzfristig also nichts. Corallos 80 Prozent sind eine persönliche Einschätzung, kein Netzwerkbeschluss. Solange es keine formelle Planung oder einen Aktivierungstermin gibt, bleibt BIP-54 vor allem ein Vorschlag, der zeigt, wie Bitcoin-Entwickler den nächsten großen Schritt vorbereiten wollen.


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