Mercado Bitcoin stoppt Auszahlungen nach möglichem Hack über 40 Millionen Dollar
MB sagt, dass Kunden keinen Verlust erlitten haben, Hypernative schätzt den möglichen Schaden jedoch auf 40 Millionen Dollar. Die verdächtigen Transfers liefen über mehrere Blockchains, darunter Bitcoin und Ethereum.

Wichtigste Erkenntnisse
- Mercado Bitcoin hat Ein- und Auszahlungen nach einem möglichen Sicherheitsvorfall vorübergehend gestoppt.
- Das Unternehmen sagt, dass Kunden keinen Verlust erlitten haben und dass kein Datenleck gemeldet wurde.
- Hypernative schätzt den möglichen Schaden auf rund 40 Millionen Dollar und sah verdächtige Transfers auf mindestens zehn Blockchains.
Mercado Bitcoin, die größte Krypto-Exchange Brasiliens, hat Ein- und Auszahlungen nach einem möglichen Sicherheitsvorfall vorübergehend gestoppt. Das Kryptounternehmen sagt, dass Kunden keinen Verlust erlitten haben und dass es kein Datenleck gab, während der Blockchain-Sicherheitsanbieter Hypernative den möglichen Schaden auf rund 40 Millionen Dollar (35,7 Millionen Euro) schätzt.
Was MB selbst meldet
Laut Mercado Bitcoin wurde der Vorfall in der Nacht in einem der Systeme schnell eingedämmt. Das Unternehmen sagt, dass es nun die betroffenen Assets nachverfolgt und mit den zuständigen Behörden zusammenarbeitet. Wann Ein- und Auszahlungen wieder geöffnet werden, ist noch nicht bekannt.
Die Exchange betont, dass die Maßnahme vorsorglich getroffen wurde. In der Mitteilung steht außerdem, dass die Untersuchung läuft und später weitere Updates folgen.
Was Hypernative sah
Hypernative meldete, dass die verdächtigen Bewegungen gegen 23.00 Uhr am Sonntagabend brasilianischer Zeit begannen. Nach Angaben des Sicherheitsunternehmens waren Wallets von MB auf mindestens zehn Blockchains aktiv, darunter Bitcoin, Ethereum, Solana, Tron, Polygon, Arbitrum, Avalanche, BNB Smart Chain und Stellar.
Auffällig ist, dass die Transfers nicht wie ein Angriff über Smart Contracts aussehen. Es handelte sich um gewöhnliche Krypto-Überweisungen, die so signiert wurden, als wären sie von den Quell-Wallets selbst autorisiert worden. Wie der Angreifer diese Signiermöglichkeit erhielt, ist noch unklar.
Warum das breiter relevant ist
Das Timing macht den Vorfall für den Kryptomarkt besonders sensibel. Erst wenige Tage zuvor wurde Binance von einem deutlich größeren Hack getroffen, bei dem laut früheren Meldungen rund 6,3 Milliarden Dollar an digitalen Assets entwendet wurden. Solche Vorfälle lenken die Aufmerksamkeit erneut auf Wallet-Sicherheit, Schlüsselverwaltung und die Frage, wie schnell Exchanges verdächtige Geldflüsse bremsen können.
Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass es bei solchen Fällen nicht nur um eine einzelne Exchange geht. Sie zeigen auch, wie schnell sich Probleme über mehrere Chains ausbreiten können und wie wichtig eine schnelle Koordination zwischen Exchanges, Sicherheitsfirmen und Behörden ist. Auch bei früheren Vorfällen ging es um die schnelle Reaktion auf verdächtige Wallet-Bewegungen, wie bei dem Binance-Hack, bei dem Auszahlungen pausiert wurden.