Robinhood startet öffentliche Blockchain und baut Krypto-Angebot aus
Die neue Layer-2 auf Arbitrum soll tokenisierte Aktien, USDG und DeFi-Dienste unterstützen. Robinhood expandiert gleichzeitig in Europa, im Vereinigten Königreich und in Kanada.

Wichtigste Erkenntnisse
- Robinhood hat das öffentliche Mainnet von Robinhood Chain gestartet, einer Layer-2-Blockchain auf Arbitrum für tokenisierte Assets und DeFi-Anwendungen.
- Die Stock Tokens sind jetzt über Robinhood Wallet in mehr als 120 Ländern live und sollen den Handel mit tokenisierten Aktien rund um die Uhr ermöglichen.
- Robinhood hat außerdem Robinhood Earn eingeführt und baut international mit neuen Krypto- und Handelsprodukten in Europa, im Vereinigten Königreich und in Kanada aus.
Mit dem Start des öffentlichen Mainnets von Robinhood Chain rückt Robinhood deutlich näher an eine Rolle als Anbieter von Onchain-Finanzinfrastruktur heran. Die neue Layer-2-Blockchain basiert auf Arbitrum und ist darauf ausgelegt, tokenisierte Real-World Assets sowie DeFi-Anwendungen zu unterstützen.
Tokenisierte Aktien live
Parallel zum Netzwerkstart sind auch die tokenisierten Aktienprodukte von Robinhood in den Live-Betrieb gegangen. Die sogenannten Stock Tokens lassen sich über Robinhood Wallet in mehr als 120 Ländern nutzen, wobei die Verfügbarkeit je nach Rechtsraum unterschiedlich ausfallen kann. Robinhood will damit den Handel mit tokenisierten Aktien rund um die Uhr ermöglichen und zugleich die Nutzung in DeFi-Anwendungen erleichtern, etwa als Sicherheit oder in Lending-Protokollen.
Robinhood beschreibt Robinhood Chain als Infrastrukturschicht, die den Zugang zu digitalen Assets ohne klassische Zwischeninstanzen vereinfachen soll. Bereits in der Testnet-Phase, die im Februar 2026 begann, verarbeitete das Netzwerk nach früheren Angaben 4 Millionen Transaktionen in der ersten Woche. Das dürfte das Interesse von Entwicklern und Nutzern unterstreichen.
Neue Produkte rund um Krypto
Abseits des Blockchain-Starts hat Robinhood mit Robinhood Earn ein weiteres Produkt vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein dezentrales Lending-Angebot, über das Nutzer USDG, die dollarbesicherte Stablecoin des Unternehmens, über eine Self-Custody-Wallet verleihen können. Die beworbene Rendite liegt bei geschätzten 7 Prozent. Damit nähert sich Robinhood noch stärker einer Verbindung aus klassischen Finanzprodukten und Krypto-nativen Diensten an.
Gleichzeitig treibt das Unternehmen seine internationale Expansion voran. In Europa soll der Handel mit Perpetual Futures um Rohstoffe, ETFs und Devisenmärkte ergänzt werden, zusätzlich zu Krypto. Im Vereinigten Königreich plant Robinhood den Start von Krypto-Trading, während die Dienste in Kanada nach der Übernahme von WonderFi bereits verfügbar sind.
Warum das relevant ist
Für Krypto-Nutzer in Europa ist vor allem relevant, dass Robinhood sein Angebot immer stärker auf Blockchain-Infrastruktur ausrichtet und parallel neue Märkte und Produkte erschließt. Das könnte den Wettbewerb zwischen Krypto-Börsen, Brokern und DeFi-Plattformen weiter verschärfen, zumal tokenisierte Assets, Stablecoins und Self-Custody-Wallets zunehmend enger zusammenrücken.
Zusätzlich erweitert Robinhood sein Angebot um Agentic Accounts für Krypto, ein KI-gestütztes Trading-Tool für ausgewählte US-Nutzer. Dabei können KI-Modelle mit der Handelsinfrastruktur von Robinhood verbunden werden, während die Nutzerin oder der Nutzer die Kontrolle über Kapitalallokation und Handelsparameter behält. Die Robinhood-Aktie legte am Tag der Ankündigung um 5 Prozent zu, liegt aber weiterhin rund 30 Prozent unter dem Rekordstand vom Oktober.