SEC spricht mit Hyperliquid über Regeln für Onchain-Derivate
Die SEC sprach mit Hyperliquid, trade.xyz und Sullivan & Cromwell über Perpetuals und die Onchain-Marktstruktur. Das Gespräch könnte Hinweise für die Aufsicht über dezentrale Derivate in den USA liefern.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die Crypto Task Force der SEC sprach mit Hyperliquid, trade.xyz und Sullivan & Cromwell über Krypto-Assets und dezentrale Perpetual Markets.
- Im Mittelpunkt standen die Technologie und Marktinfrastruktur des Hyperliquid-Protokolls sowie die Rolle von 24/7-Perpetual-Contracts.
- Für Leser in Europa ist das relevant, weil US-Aufsichtsbehörden Onchain-Handelsmodelle zunehmend genauer prüfen; HYPE legte intraday um rund 65 $ zu.
Die Crypto Task Force der amerikanischen SEC hat sich direkt mit Vertretern von Hyperliquid, trade.xyz und Sullivan & Cromwell über Regeln für Krypto-Assets und dezentrale Perpetual Markets ausgetauscht. Das Gespräch fügt sich in die breitere Bemühung der Aufseher ein, besser zu verstehen, wie Onchain-Handelsinfrastruktur funktioniert, während sich Hyperliquid zunehmend als einer der größeren Namen in diesem Markt etabliert.
Gespräch über Marktstruktur
Laut den offiziellen Protokollen der Task Force drehte sich das Treffen um die Technologie hinter dem Hyperliquid-Protokoll und die dazugehörige Marktinfrastruktur. Beantragt worden war der Termin in einem formellen Schreiben, das von Sullivan-&-Cromwell-Partnerin Natasha Vasan im Namen der Gruppe unterzeichnet wurde.
An dem Gespräch nahmen unter anderem Hyperliquid-Policy-Center-CEO Jake Chervinsky, Hyperliquid-Gründer Jeff Yan und Collins Belton, Product Lead bei XYZ Ltd., teil. XYZ Ltd. ist der primäre HIP-3-Deployer und macht auf der Plattform 24/7-Perpetual-Contracts möglich. Das ist ein wichtiger Punkt, weil Perpetuals kein Enddatum haben und damit ein anderes Risikoprofil sowie eine andere Marktstruktur aufweisen als klassische Derivate.
Hyperliquid sucht regulatorische Klarheit
Das Hyperliquid Policy Center wurde im Februar 2026 als unabhängige 501(c)(4)-Organisation gegründet. Nach eigenen Angaben arbeitet die Gruppe an einem konformen Weg, damit Amerikaner Zugang zu onchain derivatives erhalten. Dass sie nun direkt mit der SEC spricht, zeigt, dass sich die Debatte über dezentrale Märkte zunehmend von der theoretischen Ebene hin zu konkreten regulatorischen Fragen verschiebt.
Sullivan & Cromwell ist zudem eine Kanzlei mit viel Erfahrung bei komplexen Finanztransaktionen und regulatorischen Themen, auch im Bereich digitaler Assets. Gerade diese Kombination aus Protokollentwicklern, Politikberatern und Juristen macht deutlich, dass die Branche bei der Ausgestaltung künftiger Rahmenbedingungen für decentralized finance mitreden will.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Leser ist das vor allem deshalb relevant, weil US-Aufsichtsbehörden Onchain-Handelsmodelle, die rund um die Uhr laufen, immer genauer unter die Lupe nehmen. Solche Gespräche können Hinweise darauf geben, welche Teile von decentralized finance später auch in anderen Rechtsräumen zum Thema von Aufsicht oder rechtlicher Einordnung werden.
Am Markt fiel die Reaktion positiv aus: HYPE wurde intraday bei rund 65 $ (57 €) gehandelt und legte zu. Das zeigt, wie sensibel Tokens führender Protokolle auf Signale regulatorischer Anerkennung reagieren können, auch wenn ein einzelnes Gespräch noch nichts über ein endgültiges Ergebnis aussagt.