SEC zieht Richtlinie zurück und erleichtert Krypto-Aufbewahrung
Die US-Börsenaufsicht SEC hat, unter Druck der Kryptoszene, die umstrittenen Buchhaltungsrichtlinien SAB 121 zurückgezogen.

Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat, unter Druck der Kryptobranche, die umstrittenen Buchhaltungsrichtlinien von SAB 121 zurückgezogen. Dies tat die Aufsichtsbehörde, indem sie am Donnerstag die neuen Richtlinien im „Staff Accounting Bulletin (SAB) 122“ veröffentlichte.
Eine neue Richtung für Krypto in den USA
Die Schritt der SEC markiert eine wichtige Verschiebung im regulativen Umfeld von Kryptowährungen in den USA. Seit dem Rücktritt des ehemaligen SEC-Vorsitzenden Gary Gensler steht ein neues Zeitalter für die Regulierung von Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptowährungen an.
SAB 121 verpflichtete Banken und andere börsennotierte Unternehmen dazu, Krypto-Assets von Kunden als Verbindlichkeiten auf ihrer eigenen Bilanz auszuweisen. Das bedeutete, dass sie beispielsweise für jeden Million Dollar an Krypto-Werten einen gleichgroßen Betrag in Bargeld halten mussten. Diese Barreserven durften sie nicht verleihen, wodurch sie nicht rendabel eingesetzt wurden.
Weniger strenge Anforderungen mit SAB 122
Mit SAB 122 ändert sich das hier. Die neuen Richtlinien schreiben vor, dass Unternehmen künftig die Regelwerke des Financial Accounting Standards Board (FASB) oder die Bestimmungen der International Accounting Standards (IAS) befolgen müssen. Dadurch sinken Compliance-Kosten und Kapitalanforderungen für Banken, was es einfacher macht, Bitcoin, Ethereum und andere Krypto-Assets zu verwahren.
Die Erleichterungen ermöglichen es mehr Finanzinstituten, Krypto-Dienste anzubieten. Zudem erhalten Banken mehr Freiheit, die mit diesen Vermögenswerten verbundenen Risiken zu managen.
Reaktionen aus der Branche
SEC-Kommissarin Hester Peirce feierte die Rücknahme von SAB 121 begeistert auf X (ehemals Twitter). “Tschüss, SAB 121! Das war nicht schön,” schrieb sie. Peirce, eine Republikanerin, wird eine neue Krypto-Taskforce leiten, mit dem Ziel, klare und konsistente Regulierung für den Sektor zu entwickeln.
Auch Bloomberg-Analyst James Seyffart reagierte erleichtert: „SAB 121 ist offiziell Vergangenheit. Und dafür brauchte es kein präsidiales Dekret. Danke an Hester Peirce und Kommissar Uyeda! Das war die richtige Entscheidung, meiner Meinung nach.“
Positive Auswirkungen auf Bitcoin
Eric Weiss, CEO der Bitcoin Investment Group, sieht die Veränderung als großen Impuls für den Bitcoin-Markt. „Ich denke, das wird ein enormer Katalysator für eine Preissteigerung von Bitcoin in US-Dollar“, sagte er.
SAB 121: Eine umstrittene Vergangenheit
SAB 121 rief damals viel Widerstand in der Kryptobranche hervor. Das Thema wurde sogar in einer Resolution des „Congressional Review Act“ diskutiert, die sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat angenommen wurde. Der damalige Präsident Joe Biden legte jedoch sein Veto gegen diese Resolution ein, was weitere Veränderungen damals blockierte.
Mit dem Inkrafttreten von SAB 122 scheint der Weg nun frei für einen flexibleren und krypto-freundlichen Ansatz in den Vereinigten Staaten.