SkyAI hält Vorstand nach Aktionärsprotest im Amt
Die Aktionäre ließen den Vorstand im Amt, lehnten aber den Vergütungsplan für 2026 ab. Der Streit mit Forward Industries über SkyAIs Solana-Treasury und das Übernahmeangebot geht weiter.

Wichtigste Erkenntnisse
- SkyAI behielt nach einer Protestkampagne von Forward Industries und Bastion Trading alle fünf Vorstandsmitglieder.
- Die Aktionäre stimmten mit deutlicher Mehrheit gegen den Vergütungsplan für 2026 und die Freigabe von 5 Millionen Aktien.
- Der Übernahmekampf zwischen Forward und SkyAI geht weiter; SkyAI hat sich öffentlich noch nicht zum angepassten Angebot geäußert.
SkyAI hat auf der Hauptversammlung alle fünf Vorstandsmitglieder im Amt behalten, trotz einer Protestkampagne von Forward Industries und Bastion Trading. Allerdings stimmten die Aktionäre mit deutlicher Mehrheit gegen den vorgeschlagenen Vergütungsplan für 2026. Das zeigt, dass die Unterstützung für den Vorstand bestehen blieb, es aber Widerstand gegen die Art gibt, wie SkyAI seine Aktien für die Vergütung einsetzen will.
Vorstand bleibt im Amt
Laut einer SEC-Mitteilung vom Donnerstag erhielten alle fünf Vorstandsmitglieder mehr Enthaltungen als Unterstützung. Pro Vorstandsmitglied ging es um 18,4 Millionen bis 20,7 Millionen Enthaltungen, gegenüber 6,9 Millionen bis 9,2 Millionen Stimmen dafür. Dennoch verloren sie ihren Sitz nicht, weil SkyAI mit einer Plurality-Regel arbeitet. Dadurch zählen Enthaltungen nicht als Gegenstimmen gegen einen Kandidaten.
Forward hatte dieses Szenario zuvor bereits als wahrscheinlich dargestellt, als das Unternehmen die Aktionäre dazu aufrief, ihre Stimme zurückzuhalten. Das Ergebnis zeigt, dass eine Protestkampagne nicht automatisch zu Wechseln im Vorstand führt, vor allem nicht bei einer Abstimmungsregel, die Enthaltungen weniger stark gewichtet.
Vergütungsplan scheitert
Während der Vorstand im Amt blieb, erhielt der 2026 Equity Incentive Plan keine Unterstützung. Die Aktionäre stimmten mit 22,5 Millionen Stimmen dagegen und 5 Millionen dafür. SkyAI wollte damit 5 Millionen Aktien für stock-based compensation freigeben, zusätzlich zu den Aktien, die unter dem bestehenden Plan noch verfügbar sind.
Die Ablehnung ist relevant, weil Vergütungspläne bei Kryptounternehmen oft ein sensibler Punkt sind, wenn sie stark auf Wachstum, Treasury-Management und langfristige Anreize setzen. In diesem Fall scheint die Abstimmung vor allem zu zeigen, dass Anleger einen Vorstand im Amt lassen, aber weniger offen für zusätzliche Verwässerung durch neue Aktienvergütung sind.
Streit um SkyAI geht weiter
Die Abstimmung findet mitten im Übernahmekampf um SkyAI statt. Forward, das laut der Einreichung mit Abstand die größte Solana-Treasury-Company ist, versucht SkyAI seit Mitte Juni zu übernehmen. Am 15. September legte das Unternehmen ein angepasstes Angebot vor, nachdem SkyAI den ersten Vorschlag abgelehnt hatte. Das Angebot bewertet jede SkyAI-Aktie mit dem Gegenwert von 0,306 Forward-Aktien.
SkyAI hat zu diesem zweiten Angebot noch keine öffentliche Entscheidung getroffen. Forward bat um eine Antwort bis spätestens Freitag, 17.00 Uhr ET. Für europäische Krypto-Beobachter ist der Fall vor allem deshalb relevant, weil er zeigt, wie schnell Solana-Treasury-Unternehmen inzwischen auch zu einem Spielfeld für Übernahmen, Abstimmungskampagnen und Governance-Debatten werden. Das passt zu einem breiteren Trend, in dem auch Forward Industries seine SOL-Position weiter ausbaute und dadurch stärker als Treasury-Akteur in den Fokus rückte.