Solana-Chefin Lily Liu skizziert Token-Supercycle
Liu sieht Tokenization als strukturellen Wandel, mit Stablecoins, Onchain-Aktien und KI als treibenden Kräften. Auch Akteure wie NYSE, DTCC und LSE prüfen diese Infrastruktur.

Wichtigste Erkenntnisse
- Lily Liu bezeichnet Tokenization als einen langfristigen Wandel, der Geld, Assets und Eigentum in eine jederzeit verfügbare Internetinfrastruktur verlagert.
- Laut Liu kommt der Token Supercycle über Stablecoins, institutionelle Onchain-Assets, schnelle Infrastruktur und programmierbares Geld für KI.
- Der Markt für tokenisierte Real-World Assets wuchs im Juni 2026 auf rund 2,3 Billionen Dollar, während große Finanzakteure Onchain-Märkte untersuchen.
Lily Liu, Präsidentin der Solana Foundation, sagt, dass Tokenization weit über einen neuen Krypto-Hype hinausgeht. Ihrer Ansicht nach verlagern sich Geld, Assets und Eigentum in eine jederzeit verfügbare Internetinfrastruktur, wodurch sich nicht nur die Verteilung verändert, sondern auch die Art und Weise, wie Wert ausgegeben, verwaltet, finanziert und gehandelt wird.
Was der Supercycle bedeutet
Liu beschreibt den sogenannten Token Supercycle als einen langfristigen Wandel im Kryptomarkt und darüber hinaus. Sie vergleicht ihn mit früheren Supercycles bei Rohstoffen und beim Wiederaufbau, sagt aber, dass Tokenization diesmal von drei Seiten gleichzeitig kommt: über Stablecoins, über Finanzinstitute, die Assets Onchain bringen, und über Infrastruktur, die schnell und günstig genug für echte wirtschaftliche Aktivität ist.
Hinzu kommt ihrer Einschätzung nach ein vierter Faktor: KI. Software, die als wirtschaftlicher Akteur auftreten kann, braucht programmierbares Geld, um selbstständig zahlen, empfangen und weiterleiten zu können. Der Kern ihres Arguments ist, dass es nicht mehr nur um den Zugang zu Tokens geht, sondern um eine andere Basisschicht für Eigentum und Kapital.
Mehr Assets auf der Blockchain
Ein wichtiger Teil ihres Arguments dreht sich um die Verteilung. Im alten System bleiben viele Assets in separaten Märkten gefangen, etwa durch Regeln, Mindestbeträge oder geografische Grenzen. Tokenization kann das laut Liu aufbrechen, weil ein Asset, das irgendwo ausgegeben wird, grundsätzlich überall verbreitet und gehandelt werden kann.
Sie weist darauf hin, dass tokenisierte Treasuries, Aktien, Private Credit und andere Assets bereits auf Solana gehandelt werden. Außerdem nennt sie, dass große Akteure wie die New York Stock Exchange, DTCC und die London Stock Exchange untersuchen, wie Onchain-Aktienmärkte aussehen könnten. Das passt zu einem breiteren Trend: Laut dem IWF ist Tokenization kein einfaches technisches Upgrade, sondern ein Wandel, der Settlement, Custody und Asset Management enger zusammenbringen kann.
Der globale Markt für tokenisierte Real-World Assets ist inzwischen im Juni 2026 auf rund 2,3 Billionen Dollar (2 Billionen Euro) gewachsen, was zeigt, wie schnell sich dieser Markt entwickelt. Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil es zeigt, dass Tokenization nicht mehr nur eine Nische innerhalb von Krypto ist, sondern immer häufiger die Infrastruktur traditioneller Kapitalmärkte berührt.
Für diese Entwicklung ist auch die Frage relevant, wie schnell das Netzwerk selbst abwickeln kann. Solana bereitet zum Beispiel Alpenglow vor, ein Upgrade, das die Finalität auf etwa 150 Millisekunden senken soll.
Warum das jetzt zählt
Liu skizziert auch, wie Zahlungen, Settlement, Asset-Emission und Märkte zunehmend auf denselben programmierbaren Schienen laufen könnten. Sie nennt Beispiele wie Visa, PayPal, MoneyGram und Western Union, die bereits mit Solana rund um Zahlungen und Stablecoin-Verkehr arbeiten. Ihrer Ansicht nach zeigt das, dass die Grenze zwischen Krypto-Infrastruktur und traditionellen Finanzdienstleistungen weiter verschwimmt.
Für Leser in Europa ist vor allem die Kombination aus Stablecoins, institutioneller Adoption und Marktinfrastruktur relevant. Die Frage ist nicht mehr nur, welcher Token steigt, sondern wie Handelbarkeit, Eigentum und Finanzierung von Assets technisch neu organisiert werden.