StarkWare senkt quantensichere Bitcoin-Kosten auf 66 Dollar
StarkWare testet eine quantensichere Bitcoin-Notfalllösung und sagt, dass KI-Codierung die GPU-Kosten deutlich gesenkt hat. Die Methode passt in Bitcoin, ist aber noch nicht in einer echten Transaktion bewiesen.

Wichtigste Erkenntnisse
- StarkWare sagt, dass KI-gestütztes Codieren die geschätzten GPU-Kosten für eine quantensichere Bitcoin-Transaktion von etwa 320 Dollar auf 66 Dollar gesenkt hat.
- Der Test betraf Rechenarbeit vor einer Bitcoin-Transaktion; die niedrigeren Kosten sind noch nicht mit einer neuen Transaktion auf der Blockchain bestätigt.
- Die Notfallmethode passt in die bestehenden Bitcoin-Regeln, schützt aber nicht alle Coins und erfordert eine direkte Sendung an einen Miner.
StarkWare sagt, dass eine Woche KI-gestütztes Codieren die geschätzten GPU-Kosten für die Vorbereitung einer quantensicheren Bitcoin-Transaktion von etwa 320 Dollar (280 Euro) auf 66 Dollar (58 Euro) gesenkt hat. Es geht dabei um einen Test von Rechenarbeit vor einer Transaktion auf Bitcoin, nicht um die Netzwerkgebühr selbst.
Wie der Test funktionierte
Die frühere Schätzung stammte aus einer Transaktion, die im August auf Bitcoin gemined wurde. Für diesen Prozess waren etwa 3.100 Stunden Rechenzeit nötig, verteilt auf eine Flotte von rund 100 Grafikprozessoren. StarkWare stellte den Code danach für einen Wettbewerb offen, in dem Teilnehmer mit KI-Coding-Tools versuchten, den Suchschritt zu beschleunigen.
Laut den Leaderboard-Checks erreichte ein führender Beitrag etwa 881 Millionen Kandidatenlösungen pro Sekunde. Der ursprüngliche Code kam auf derselben Benchmark-GPU auf etwa 146 Millionen pro Sekunde. StarkWare sagt, dass der verbesserte Code damit deutlich schneller nach möglichen Lösungen sucht, aber das Unternehmen hat die Schätzung von 66 Dollar (58 Euro) noch nicht in einer neuen Transaktion gezeigt, die auch tatsächlich auf Bitcoin gemined wurde.
Warum das relevant ist
Die Methode ist als Notfalloption gedacht für den Fall, dass ein leistungsstarker Quantencomputer irgendwann eine Bitcoin-Wallet über eine sichtbare öffentliche Adresse knacken kann. StarkWare nutzt dafür einen Schutz auf Basis von Hashes, der nach Angaben des Unternehmens diesem Angriff standhalten soll. Weil der Ansatz in die bestehenden Bitcoin-Regeln passt, war kein Netzwerk-Upgrade nötig, um damit zu experimentieren.
Gleichzeitig bleibt der Zeitpunkt der Quantenbedrohung ungewiss, während Regierungen und Sicherheitsorganisationen immer deutlicher vor Post-Quantum-Kryptografie warnen. Das US-Handelsministerium hat in diesem Jahr außerdem bis zu 100 Millionen Dollar (87,6 Millionen Euro) pro Unternehmen an die Quantencomputer-Unternehmen Rigetti, D-Wave und Quantinuum vergeben, um größere, fehlertolerante Maschinen zu entwickeln. Das unterstreicht, dass das Rennen rund um Quantentechnologie nicht nur theoretisch ist. Auch Ripple bereitet das XRP Ledger auf Post-Quantum-Kryptografie vor, was zeigt, dass auch andere große Blockchain-Projekte bereits über dieselbe Bedrohung nachdenken.
Noch kein bewiesener Endpunkt
StarkWare nennt die niedrigeren Kosten vor allem deshalb relevant, weil ein breiter Einsatz dieser Notfallmethode sonst teuer wäre. Gleichzeitig hat der Ansatz klare Grenzen. Die Transaktion muss direkt an einen Miner gesendet werden und läuft nicht auf dem üblichen Weg über das Netzwerk. Außerdem schützt die Methode keine Coins, deren öffentliche Adresse bereits sichtbar ist, also genau die Gruppe, die ein Quantenangreifer als Erste treffen könnte.