Finst

Tether bei EQIBank nach US-Beschlagnahme festgesetzt

Es geht um weniger als 0,034 % von Tethers Reserven, doch der Fall lenkt die Aufmerksamkeit stärker auf Offshore-Gegenparteirisiken rund um USDT und die Rolle kleinerer Banken.

Tether bei EQIBank nach US-Beschlagnahme festgesetzt

Wichtigste Erkenntnisse

  • Tether sagt, dass weniger als 0,034 % seiner Assets nach einer US-Beschlagnahme bei EQIBank festhängen.
  • EQIBank versucht, rund 89 Millionen Dollar zurückzubekommen, und warnt vor Liquidationsrisiko.
  • Der Fall wirft Fragen dazu auf, wie viele USDT-Reserven Tether außerhalb der USA hält.

Tether sagt, dass ein kleiner Teil seiner Reserven bei der Offshore-Bank EQIBank festhängt, nachdem US-amerikanische Behörden Geld beschlagnahmt haben, das mit der Bank verknüpft ist. Laut dem Krypto-Unternehmen geht es um weniger als 0,034 % der gesamten Assets, doch der Vorfall rückt erneut die Frage in den Fokus, wie viel von den USDT-Reserven außerhalb der USA geparkt ist.

EQIBank unter Druck

The Information berichtete zuerst, dass EQIBank einem Liquidationsrisiko ausgesetzt ist. Die Digitalbank, die in Dominica lizenziert ist, versucht, rund 89 Millionen Dollar (78,3 Millionen Euro) zurückzuerhalten. Das Geld wurde laut dem Bericht auf Konten bei Wells Fargo und JPMorgan Chase eingefroren, nachdem es mit dem Zahlungsdienstleister Capstone Ltd. in Verbindung gebracht worden war.

In den eigenen Unterlagen von EQIBank steht, dass die Beschlagnahme etwa 80 % der gesamten Geldmittel der Bank betroffen hat. Deshalb warnte die Bank, dass eine Liquidation eine reale Möglichkeit sei. Vor diesem Hintergrund gerieten auch die Guthaben von Tether bei derselben Partei fest.

Was das über Reserven sagt

Das direkte Exposure von Tether wirkt klein, doch die größere Frage ist, wie viele Reserven das Unternehmen insgesamt offshore hält. Das ist in der Meldung zu EQIBank selbst nicht sichtbar, obwohl gerade diese Zahl mehr über die tatsächliche Risikokonzentration außerhalb von Staatsanleihen und Geldmarktfonds aussagt.

Diese Frage ist nicht nur theoretisch. Eine Konzentration bei kleineren Banken hat schon früher Probleme verursacht, unter anderem als die Silicon Valley Bank 2023 zusammenbrach und US-Unternehmen vorübergehend keinen Zugriff auf ihre Einlagen hatten.

Tether meldete in seiner jüngsten Bestätigung, dass die gesamten Reserven bei rund 190 Milliarden Dollar (167 Milliarden Euro) liegen, wobei der größte Teil in US-Staatsanleihen steckt. Aus dem Kontext früherer Reserve-Updates geht außerdem hervor, dass ein großer Teil der liquiden Mittel in Bargeld und Bargeldäquivalenten liegt, während ein kleinerer Teil aus Bitcoin und Edelmetallen wie Gold besteht. Gerade deshalb bleibt die Offshore-Bank-Ebene ein wichtiger, aber noch unklarer Teil des Gesamtbilds.

Relevanz für USDT-Inhaber

Für europäische Kryptonutzer ist das vor allem relevant, weil USDT einer der größten Stablecoins am Markt ist. Wenn ein Emittent nicht vollständig klar macht, wo alle Reserven liegen, kann das Fragen zu Transparenz und Gegenparteirisiko aufwerfen, auch wenn es in diesem Fall um einen begrenzten Betrag geht. Der Fall rund um EQIBank läuft noch in Kalifornien, daher gibt es vorerst noch kein endgültiges Ergebnis.

Auch die breitere Diskussion über die Qualität der Reserven spielt eine Rolle: Die EZB hatte bereits zuvor strengere MiCA-Regeln für Tether gefordert, gerade weil die Verteilung von Reserven und Bankeinlagen für Aufseher ein wiederkehrender Schwerpunkt ist.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.