Tether weist Senatsvorwürfe zurück und verweist auf geringere Iran-Volumina
Ardoino sagt, dass Tether verdächtige Wallets schon vor OFAC- und israelischen Sanktionen einfriert, während der Senatsbericht USDT mit Iran und Hamas verknüpft.

Wichtigste Erkenntnisse
- Tether weist einen Senatsbericht zurück, der das Unternehmen beschuldigt, finanzielle Aktivitäten im Iran zu erleichtern.
- CEO Paolo Ardoino sagt, dass Tether verdächtige Adressen oft schon einfriert, bevor offizielle Sanktionskennzeichnungen erfolgen, und dass die Iran-bezogenen USDT-Volumina um 94 % gesunken sind.
- Die Debatte rückt Stablecoin-Compliance, Aufsicht und die geopolitische Rolle von USDT in internationalen Geldströmen stärker in den Fokus.
Tether hat scharf auf einen Bericht demokratischer Senatoren reagiert, der das Unternehmen beschuldigt, finanzielle Aktivitäten im Iran zu erleichtern. CEO Paolo Ardoino sagt dagegen, dass Tether verdächtige Transaktionen oft schon einfriert, bevor US-amerikanische und israelische Behörden diese Adressen offiziell benennen. Seiner Aussage nach sind die Iran-bezogenen USDT-Volumina dadurch deutlich gesunken.
Zusammenstoß mit dem Senatsbericht
Die Untersuchung kam vom Senate Permanent Subcommittee on Investigations unter Leitung von Senator Richard Blumenthal. Laut dem Bericht spielte USDT eine wichtige Rolle innerhalb von Irans Schattenbanksystem, und Tether sei über Jahre nicht konsequent genug gegen markierte Wallets vorgegangen.
Ardoino widerspricht diesem Bild. Er schrieb auf X, dass Tether seit 2023 im Schnitt vier Wochen vor einer offiziellen Sanktionskennzeichnung durch OFAC und die israelische NBCTF eingefroren habe und dass das Unternehmen in 99 % der Fälle die gemeldeten Adressen bereits blockiert habe, bevor Chainalysis sie markierte. Außerdem sagte er, dass die Iran-bezogenen Stablecoin-Volumina um 94 % gesunken seien.
Mehr Druck auf Tether
Die Debatte läuft schon länger. Der Senatsbericht blickte auch auf die Zeit vor 2024 zurück und stellte fest, dass Tether damals nicht immer alle markierten Wallets einfrierte. In demselben Bericht wurde auch auf die Nutzung von USDT durch Parteien hingewiesen, die laut den Senatoren unter anderem mit Hamas verknüpft sind.
Blumenthal hat außerdem Fragen zu Tethers Verbindung mit Cantor Fitzgerald gestellt, dem US-Finanzpartner des Unternehmens. Tether ernannte im vergangenen Herbst auch Bo Hines, den früheren Krypto-Berater von Donald Trump, zum CEO seiner US-Sparte.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter ist dieser Fall vor allem relevant, weil Stablecoins bei Aufsichtsbehörden immer stärker unter die Lupe genommen werden. Wenn große Emittenten wie Tether zeigen, wie sie Sanktionen durchsetzen, könnte das die breitere Debatte über Aufsicht, Compliance und die Rolle von USDT in internationalen Geldströmen beeinflussen. Es zeigt auch, wie eng Krypto inzwischen mit Geopolitik und Durchsetzung verknüpft ist.