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Die milliardenschweren Sicherheitsprobleme von Blockchain-Brücken

Zuerst Wormhole und Axie Infinity, jetzt Nomad: Hacker stehlen Milliarden, indem sie Blockchain-Brücken angreifen.

Die milliardenschweren Sicherheitsprobleme von Blockchain-Brücken

Zuerst Wormhole und Axie Infinity, jetzt Nomad: Hacker stehlen Milliarden, indem sie Blockchain-Brücken angreifen. Das ist der Grund, warum sie so anfällig sind.

Hacker stehlen fast 200 Millionen Dollar vom Project Nomad am Montag, dem 1. August 2022. Und erneut war das Ziel der Cyberkriminellen: die Blockchain-Brücke. Die Sache wirft Licht auf ein ernstes Sicherheitsproblem in der Branche, weil sogenannte Brücken das perfekte Ziel für Hacker sind und in der DeFi-Szene immer häufiger vorkommen. Experten warnen seit Monaten vor der Gefahr. In diesem Jahr wurden auf diese Weise bereits mehr als eine Milliarde Dollar gestohlen.

Der bekannteste Fall traf die Branche im März 2022: Axie Infinity. Hacker haben 625 Millionen Dollar gestohlen, indem sie die Brücke des beliebten Play-to-Earn-Spiels angegriffen haben. Dafür wurde Wormhole im Februar 2022 mit 320 Millionen US-Dollar getroffen. Es existieren mehr als 70 DeFi-Brücken, laut dem Sicherheitsexperten Sebastian Banescu. Der Grund für ihre Popularität: Brücken lösen ein fundamentales Problem von Blockchains. Aber zu einem hohen Preis.

Ein lukratives Ziel für Cyberkriminelle

Populäre Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) oder Ethereum (ETH) beruhen auf unabhängigen Blockchains mit unterschiedlichen Regeln und Programmiersprachen. Eigentlich können sie nicht direkt miteinander kommunizieren. Genau hier kommen Brücken ins Spiel. Sie ermöglichen Kommunikation zwischen nativen Blockchains, mit unterschiedlichen Tricks.

Wenn jemand zum Beispiel Solana benötigt, um sich für einen Dienst anzumelden, aber nur Ethereum hat, kann er es in eine Bridge packen, Solana erhalten und es dann am Ende einfach wieder zurücktauschen. Nutzer sperren damit ihre Kryptowährung auf einer Blockchain in einem Smart Contract. Diese Token werden dann erneut geprägt (miniert) in einem anderen Netzwerk.

Gleichzeitig bieten Brücken besonders viele Angriffsflächen im Vergleich zu klassischen Smart Contracts auf einer Blockchain. "Die Komplexität der Interaktion zwischen Blockchains führt zu einem sehr fragilen System, das extrem schwer zu schützen ist", sagt Sebastian Banescu von Quantstamp. "Ein Hacker muss nur ein kleines Loch finden, um Geld zu stehlen."

"Brücken sind ein besonders lukratives Ziel geworden für Cyberkriminelle, weil so riesige Geldsummen durchfließen", sagt Adrian Hetman von Immunefi, einem führenden Blockchain-Sicherheitsunternehmen. Er ist sicher: "Wir werden weitere solcher Angriffe sehen."

Am gravierendsten ist, dass Vitalik Buterin, der Gründer von Ethereum, in einem Blogpost im Januar 2022 vor dem Sicherheitsrisiko von Bridges warnte. Langfristig könnten sie laut ihm das gesamte Krypto-Ökosystem gefährden:

''Wenn es hundert Blockchains gibt mit ihren eigenen dApps und diese über Bridges voneinander abhängig werden, ist ein Angriff auf eine dieser Ketten ausreichend, um das ganze System zu infizieren.'' So Vitalik Buterin.

Ein erster Durchbruch zur Lösung dieses Problems wurde kürzlich von Polkadot (DOT) erreicht, dem Projekt von Ethereum-Mitbegründer Gavin Wood. Im Mai 2022 veröffentlichte die Plattform ein Update namens XMC, das sicheren und schnellen Austausch zwischen Blockchains ohne Bridges über sogenannte Parachains ermöglicht.


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