Starke US-Inflation setzt Bitcoin unter Druck
Die erhoffte Entlastung für die Fed bleibt aus: Höhere CPI- und Kerninflationsdaten erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung. Bitcoin und US-Aktien reagierten sofort mit Verlusten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Der US-CPI stieg im September um 0,6 % gegenüber dem Vormonat und um 3,7 % gegenüber dem Vorjahr und lag damit über den Erwartungen.
- Bitcoin verlor nach den Inflationsdaten rund 1.000 Dollar und notierte bei etwa 82.800 Dollar.
- Höhere Inflation erhöht die Wahrscheinlichkeit einer strafferen Fed-Politik und setzt auch Zinsen und Aktien unter Druck.
Die US-Inflation ist im September stärker gestiegen als erwartet und hat Bitcoin direkt unter Druck gesetzt. Der CPI legte um 0,6 % gegenüber dem Vormonat und um 3,7 % gegenüber dem Vorjahr zu. Nach den Daten verlor Bitcoin rund 1.000 Dollar (894 Euro) und notierte bei etwa 82.800 Dollar (74.000 Euro).
Inflation überrascht erneut
Auch die Kerninflation fiel schwächer aus als erwartet. Der Core CPI stieg im September um 0,3 % gegenüber August, während Ökonomen mit 0,2 % gerechnet hatten. Im Jahresvergleich lag die Kerninflation bei 2,6 %, nach 2,4 % im Vormonat.
Für den Kryptomarkt ist vor allem relevant, dass höhere Inflation den Spielraum für eine lockerere Geldpolitik kleiner macht. Im Vorfeld dieses Berichts hatten mehrere Fed-Vertreter bereits angedeutet, dass vor Jahresende noch eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte möglich sein könnte. Die neuen Daten machen eine Zinserhöhung im Oktober erneut zu einer Option.
Zinserwartungen steigen
Die Reaktion blieb nicht auf Bitcoin beschränkt. Die Rendite 10-jähriger US-amerikanischer Staatsanleihen stieg um 6,5 Basispunkte auf 5,284 %, während die Futures auf US-Aktien niedriger notierten. Der Nasdaq 100 verzeichnete dabei mit 0,65 % das größte Minus.
Das passt zu einem Markt, in dem Anleger jedes Signal der Federal Reserve genau beobachten. Die Zentralbank erhöhte den Leitzins im September 2026 auf 3,75 % bis 4,00 %, den ersten Schritt nach oben seit 2023, und die neuen Prognosen deuten noch auf eine zusätzliche Erhöhung im Jahr 2026 hin.
Auch die Reaktion des Kryptomarkts auf frühere Fed-Signale hat bereits gezeigt, wie sensibel Bitcoin auf solche Makrodaten reagiert; ein früherer Hinweis auf eine Zinserhöhung sorgte damals direkt für Bewegung im Kurs.
Bedeutung für Krypto
Für europäische Kryptonutzer ist das vor allem relevant, weil US-Inflation und Fed-Politik oft schnell auf den breiteren Kryptomarkt durchschlagen. Bleiben die Zinsen länger hoch, könnte das die Nachfrage nach risikoreichen Anlageinstrumenten wie Krypto bremsen. Die Kombination aus hartnäckiger Inflation und höheren Zinsen hält den Markt also weiter aufmerksam für neue Makrodaten.