Schwache US-Arbeitsmarktdaten drücken Bitcoin unter 87.000 Dollar
Der schwache Arbeitsmarkt erhöht die Wahrscheinlichkeit einer lockereren Fed-Politik, was die Renditen drückte und auch Aktienfutures sowie Gold stützte.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die USA schufen im September 29.000 Stellen, deutlich weniger als die erwarteten 90.000.
- Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 % und das Beschäftigungswachstum im Juli wurde auf einen Verlust von 10.000 Stellen revidiert.
- Bitcoin blieb nach dem Arbeitsmarktbericht knapp unter 87.000 Dollar, während Aktienfutures und der Nasdaq stiegen.
Der US-Arbeitsmarkt zeigte im September deutlich mehr Schwäche, als Ökonomen erwartet hatten. Das könnte der Federal Reserve mehr Spielraum geben, die Zinsen unverändert zu lassen, während die Inflation weiterhin hoch bleibt. Bitcoin blieb nach dem Arbeitsmarktbericht knapp unter 87.000 Dollar (77.000 Euro), und auch die Aktienfutures legten zu.
Beschäftigungswachstum fällt deutlich schwächer aus
Die USA schufen im September 29.000 Stellen, deutlich weniger als die erwarteten 90.000. Im August kamen laut den revidierten Zahlen 133.000 Stellen hinzu, nachdem zuvor 162.000 gemeldet worden waren. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 %, nach 4,1 % im August und ebenfalls über der Erwartung von 4,1 %.
Auch die Daten für den Sommer wurden nach unten korrigiert. Das Beschäftigungswachstum im Juli, das zuvor noch bei 21.000 gelegen hatte, wurde auf einen Verlust von 10.000 Stellen revidiert. Das zeigt, dass der US-Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten schwächer ausfiel, als zuvor angenommen wurde.
Zinserwartungen verschieben sich
Der Markt reagierte direkt auf die Daten. Die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen gaben nach, wobei die 10-Jahres-Rendite um 7 Basispunkte auf 5,17 % fiel und die 2-Jahres-Rendite bei 4,71 % lag. Gold stieg um mehr als 1 %, und der Dollar schwächte sich gegenüber anderen großen Währungen ab.
Auch am Aktienmarkt war der Ton positiv. Der Nasdaq lag 1,2 % höher und der S&P 500 stieg nach dem Bericht um 1,2 %. Das passt zur breiteren Bewegung dieser Woche, in der Anleger nach den gestiegenen Fed-Zinserwartungen bereits wieder in den Anleihemarkt zurückkehrten. Auch die frühere Reaktion auf eine Fed-Anhebung zeigte, wie schnell Krypto auf veränderte Zinserwartungen reagieren kann.
Bedeutung für Krypto
Für Kryptonutzer sind solche Arbeitsmarktdaten vor allem deshalb relevant, weil sie oft mit den Zinserwartungen in den USA zusammenhängen. Eine niedrigere Zinserwartung macht risikoreiche Anlagen wie Bitcoin in der Regel attraktiver am Markt, auch wenn dieser Bericht für sich genommen nichts über einen dauerhaften Trend aussagt. Am 16. September erhöhte die Fed den Leitzins noch um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 % bis 4,00 %, die erste Zinserhöhung seit 2023, was zeigt, dass die Geldpolitik trotz hoher Inflation weiterhin straff bleibt.