XRP bleibt nach Bitget-Hack in fünf Wallets festgehalten
Mehr als 102 Millionen XRP liegen nach dem Bitget-Hack noch in fünf Wallets. Durch den Aufbau des XRP Ledger lässt sich die Münze nur schwer einfrieren oder zurückholen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Mehr als 102,97 Millionen XRP aus dem Bitget-Hack sind weiterhin auf fünf Wallets verteilt.
- Rund 400.105 XRP wurden verschoben, doch der Großteil der Beute liegt weiterhin still.
- XRP lässt sich nur schwer blockieren, weil Freeze- und Clawback-Funktionen nicht für die native Münze gelten.
Mehr als 102,97 Millionen XRP, im Wert von rund 157,48 Millionen Dollar (138 Millionen Euro), sind nach dem Bitget-Hack vom 24. September weiterhin auf fünf neue Wallets verteilt. Laut einem späteren Snapshot wurden inzwischen rund 400.105 XRP verschoben, doch der Großteil liegt weiterhin still. Damit stellt sich aktuell die Frage, wo die Angreifer die verbleibenden Coins noch in nutzbare Liquidität umwandeln können.
Warum XRP schwer zu blockieren ist
Der Kern des Problems liegt im XRP Ledger. Freeze- und Clawback-Funktionen gelten nur für Tokens, die von einem Issuer ausgegeben wurden, nicht für XRP selbst. Dadurch kann keine Partei die native Münze sperren, sobald sie einmal auf dem Ledger liegt.
Bitget verlor laut der Quelle durch den Hack rund 350 Millionen Dollar (307 Millionen Euro); die Exchange selbst nannte einen Betrag von 351,6 Millionen Dollar (308 Millionen Euro). Der größte einzelne Teil bestand aus XRP: Rund 102.976.680 Coins wurden in drei Zahlungen von gelabelten Bitget-Wallets an eine neue Adresse gesendet. Danach teilten die Angreifer die Beute auf vier Wallets mit jeweils etwa 20 Millionen XRP und eine fünfte Wallet mit 22.976.677 XRP auf.
Was Bitget und Arkham melden
Das Blockchain-Analyseunternehmen Arkham Intelligence sagt, dass insgesamt rund 350 Millionen Dollar (307 Millionen Euro) zwischen 14:31 und 17:23 Uhr Eastern Time aus fünf Bitget-Wallets abflossen, verteilt über sieben Chains. Innerhalb dieses Zeitfensters verließen laut dem Unternehmen 228 Millionen Dollar (200 Millionen Euro) die Exchange in nur 18 Minuten. Arkham hat inzwischen 26 Adressen markiert, die mit den Angreifern verbunden sind, damit sich weitere Bewegungen besser verfolgen lassen.
Bitget sagt, dass der eigene User Protection Fund den geschätzten Verlust abdecken soll. Die Exchange meldete außerdem, dass Auszahlungen während der Sicherheitsprüfung eingefroren wurden, während Einzahlungen und Handel normal weiterliefen. Die Quelle nennt zudem, dass der Fonds mehr als 464 Millionen Dollar (407 Millionen Euro) hält, darunter auch eine Reserve von 5.500 BTC.
Warum das relevant bleibt
Für europäische Krypto-Beobachter ist dieser Fall vor allem deshalb relevant, weil er zeigt, wie schwer sich gestohlene XRP blockieren lassen, sobald sie die Exchange verlassen haben. Das könnte die Rolle von On-Chain-Tracking, Wallet-Labels und schneller Zusammenarbeit zwischen Exchanges und Forschern weiter stärken. Gleichzeitig zeigt der Fall, dass ein großer Fonds wie der von Bitget vor allem dazu gedacht ist, Schäden abzufedern, nicht die Bewegung der Coins selbst zu stoppen.
Auch frühere Sorgen um die Sicherheit des XRP Ledger zeigen, dass die Infrastruktur rund um XRP schon länger unter Beobachtung steht. Das macht Vorfälle wie diesen für Nutzer, die ihre Coins nach einem Hack verfolgen wollen, zusätzlich sensibel.
XRP notierte bei rund 1,53 Dollar (1,34 Euro), ein Plus von 1,4 % gegenüber dem Vortag, und der Markt reagierte zu diesem Zeitpunkt kaum auf den Diebstahl. Vier der fünf Wallets waren beim letzten Snapshot weiterhin vollständig unangetastet. Erst wenn sich die verbleibenden XRP in Richtung Swap-Dienste oder Exchanges bewegen, könnte die Lage für den Markt sichtbarer werden.