ZachXBT meldet möglichen Diebstahl von 106 Millionen Dollar bei EU-Organisation
ZachXBT sieht schnelle Verschiebungen über USDC, ETH und Monero, unter Einsatz von Instant-Exchange-Diensten wie Kyrrex und WellWallet. Die Herkunft der EU-Organisation und die Angriffsmethode sind noch unklar.

Wichtigste Erkenntnisse
- ZachXBT meldet, dass eine unbekannte EU-Organisation am 1. November möglicherweise 106 Millionen Dollar über Konten bei mehreren Krypto-Exchanges verloren hat.
- BeInCrypto sah, dass rund 80 Millionen Dollar an USDC innerhalb von 11 Stunden an 11 Wallets gingen, von denen ein Teil innerhalb von drei Minuten weiter verschoben wurde.
- Die Gelder wurden teilweise in ETH und Monero umgewandelt, was das Nachverfolgen der Geldströme für Ermittler erschwert.
Eine unbekannte Organisation in der Europäischen Union soll am 1. November über Konten bei mehreren Krypto-Exchanges mehr als 106 Millionen Dollar (94,5 Millionen Euro) verloren haben. Laut Blockchain-Ermittler ZachXBT wurden die Gelder danach innerhalb von Minuten verschoben, was das Nachverfolgen der Geldströme erschwerte.
Schneller Geldfluss
BeInCryptos Analyse von Ethereum-Transaktionen zeigt, dass rund 80 Millionen Dollar (71,3 Millionen Euro) an USDC innerhalb von 11 Stunden an 11 Wallets gingen. In fünf dieser Wallets wurden anschließend rund 9,6 Millionen Dollar (8,6 Millionen Euro) bereits innerhalb von drei Minuten weiter abgezogen. Der Betrag von 106 Millionen Dollar (94,5 Millionen Euro) umfasst auch USDT, einen Stablecoin, der wie USDC an den Dollar gekoppelt ist.
Der mutmaßliche Angreifer soll USDC in ETH umgewandelt und anschließend Instant-Exchange-Dienste genutzt haben, darunter WellWallet und Kyrrex. Ein Teil der Gelder wurde über Wagyu in Monero umgewandelt, eine Coin, die Transaktionsdetails verschleiert und forensische Untersuchungen erschwert.
Warum Monero wichtig ist
Monero nutzt Techniken, die Transaktionen weniger sichtbar machen, etwa Ring Signatures und Stealth Addresses. Dadurch wird es für Ermittler schwieriger, Geldströme zu verfolgen, sobald Gelder dorthin verschoben wurden. In diesem Fall wurden auch Beträge zwischen verschiedenen Blockchains hin- und hergeschickt.
Auffällig ist, dass mindestens fünf markierte Wallets zuvor bereits kleinere Zahlungen aus derselben Quelle erhalten hatten. Das wirft Fragen zur Herkunft der Konten auf, sagt aber noch nichts über den Zeitpunkt oder die genaue Art aus, wie ein möglicher Einbruch stattgefunden hat.
Was das für Nutzer bedeutet
Es gibt bislang keinen öffentlichen Beleg dafür, dass normale EU-Kunden von Krypto-Exchanges durch einen breiteren Hack betroffen waren. Dennoch zeigt der Fall, wie schnell gestohlene Gelder zwischen Wallets, Exchanges und Privacy-Tools bewegt werden können. Für europäische Krypto-Nutzer ist vor allem relevant, dass solche Vorfälle oft erst spät sichtbar werden, während die Geldströme dann bereits größtenteils verschoben sind. Auch bei früheren Exchange-Vorfällen zeigte sich, wie schnell Angreifer Geld über mehrere Blockchains und Wallets verteilen können, etwa beim Cross-Chain-Angriff bei Coinsbuy.