Anthropic Claude entschlüsselt NSA-Kurvenrätsel rund um Bitcoin
Claude führte die Herkunft von NSA-Zahlen in NIST-Kurven zurück, doch der Fund betrifft Bitcoin nicht direkt: Dort wird secp256k1 und andere Kryptografie verwendet.

Wichtigste Erkenntnisse
- Anthropic’s Claude führte ein 25 Jahre altes kryptografisches Rätsel auf ein Random-Number-Programm aus den Jahren 1997 und 1998 zurück.
- Die Untersuchung drehte sich um NIST-Kurven und Dual EC_DRBG, aber nicht um Bitcoin, weil Bitcoin eine andere Kurve verwendet.
- Für europäische Krypto-Nutzer unterstreicht das, wie wichtig starke Kryptografie bleibt und wie relevant Quantencomputer in Zukunft werden könnten.
Ein KI-Modell von Anthropic hat ein kryptografisches Rätsel gelöst, das 25 Jahre alt ist, indem es die Herkunft von Zahlen zurückverfolgte, die die NSA Ende der 1990er-Jahre der amerikanischen Regierung gab. Das Ergebnis ist vor allem für die Sicherheit von Kryptografie im Allgemeinen relevant, aber nicht für Bitcoin selbst: Die Währung verwendet eine andere Kurve, und dieses Rätsel ist daher nicht dasselbe.
Wie Claude das Rätsel knackte
Die Zahlen, um die es ging, galten lange als möglicher Hinweis auf eine versteckte Hintertür. Claude kam nach etwa einer halben Stunde auf ein gewöhnliches Random-Number-Programm, das Zeitstempel aus den Jahren 1997 und 1998 nutzte. Damit konnte das Modell fünf NIST-Kurven auf lrand48 zurückführen, einen Generator aus älteren C-Softwarebibliotheken.
Laut Anthropic konnte das Modell sogar die P-256-Kurve exakt rekonstruieren und fand eine Übereinstimmung beim 1.842sten Kandidaten. Damit ist die Herkunft der Zahlen plötzlich deutlich weniger mysteriös, auch wenn unklar bleibt, warum einige brauchbare Kandidaten übersprungen wurden und wie andere Teile der Kurven genau ausgewählt wurden.
Der Hintergrund des Rätsels liegt bei Dual EC_DRBG, einem von NIST empfohlenen Random-Number-Generator, der später aus den Empfehlungen entfernt wurde, nachdem Kritik an einer möglichen Hintertür aufgekommen war. Das nährte über Jahre die Vorstellung, dass die NSA kryptografische Standards absichtlich hätte schwächen können.
Was das über Bitcoin aussagt
Bitcoin verwendet secp256k1, eine Kurve, die Satoshi Nakamoto ausgewählt hat und die anders aufgebaut ist als die NIST-Kurven in dieser Untersuchung. Die Bitcoin-Kurve basiert auf zwei festen, kleinen Zahlen, wodurch es deutlich weniger Spielraum gibt, heimlich eine Schwachstelle einzubauen.
Ethereum verwendet dieselbe Kurve ebenfalls, aber für Bitcoin-Wallets ist vor allem wichtig, dass die verwendete Mathematik seit Jahren als robust gilt. Das schließt ein anderes Risiko jedoch nicht aus: Ein leistungsstarker Quantencomputer könnte theoretisch einen öffentlichen Schlüssel auf den geheimen Schlüssel hinter einer Bitcoin-Adresse zurückrechnen.
Damit wird die Diskussion über Quantensicherheit auch für Wallets relevant. Europol hatte bereits zuvor gewarnt, dass Bitcoin-Wallets wahrscheinlich zu den ersten Zielen gehören werden, wenn Quantencomputer stark genug werden, um heutige Kryptografie anzugreifen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Nutzer zeigt das, wie wichtig die Wahl der Kryptografie bleibt, selbst wenn ein System über Jahre hinweg zuverlässig wirkt. Die Diskussion dreht sich nicht nur um alte NSA-Kurven, sondern auch um die Frage, wie lange der heutige Schutz standhält, wenn die Rechenleistung weiter zunimmt. Für Anbieter, die Krypto-Wallets oder Infrastruktur bauen, bleibt das ein relevantes Thema, zumal die Quantenbedrohung noch nicht verschwunden ist.