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Binance gerät in Europa mit MiCA-Aufsichtsbehörden aneinander

Die Exchange hat ihren griechischen MiCA-Antrag zurückgezogen und weist zurück, dass EU-Aufsichtsbehörden den Prozess blockiert hätten. Der Fall rückt die europäischen Lizenzanforderungen und Binances Compliance-Ansatz in den Fokus.

Binance gerät in Europa mit MiCA-Aufsichtsbehörden aneinander

Wichtigste Erkenntnisse

  • Binance hat seinen MiCA-Antrag in Griechenland nach Gesprächen mit der Aufsichtsbehörde zurückgezogen und widerspricht der Darstellung, EU-Aufsichtsbehörden hätten den Antrag blockiert.
  • Das Unternehmen informierte Kunden in mehreren EU-Ländern darüber, dass einzelne Dienste vorübergehend ausgesetzt werden und neue Registrierungen zunächst nicht möglich sind.
  • Binance betont, in Europa bleiben zu wollen, später mit einem neuen Antrag zurückzukehren und jährlich mehr als 300 Millionen Dollar für Compliance auszugeben.

Binance steht in Europa unter Druck, nachdem die Krypto-Exchange ihren MiCA-Antrag in Griechenland zurückgezogen und zugleich Berichte zurückgewiesen hat, wonach EU-Aufsichtsbehörden den Prozess gestoppt hätten. Nach Darstellung des Unternehmens geht es dabei nicht um einen Rückzug aus der Region, sondern um einen vorläufigen Schritt, während die Lizenzstrategie überprüft wird.

MiCA als Test für den Markt

Gillian Lynch, Europa- und UK-Chefin von Binance, sagte, der Erfolg von MiCA solle nicht allein daran gemessen werden, dass es nun Regeln gebe. Entscheidend sei vielmehr, wie viele Anbieter tatsächlich unter Aufsicht kommen. Damit verweist sie auf einen zentralen Punkt im europäischen Kryptomarkt: MiCA soll nicht nur mehr Klarheit schaffen, sondern auch dafür sorgen, dass sich Krypto-Dienstleister tatsächlich autorisieren lassen.

Die Regelung gilt seit dem 1. Juli 2026 und verlangt von Anbietern in der EU eine Genehmigung durch nationale Aufsichtsbehörden. Für Exchanges, die in mehreren Ländern aktiv sind, steigt damit die Messlatte deutlich. Sie müssen fortlaufend Anforderungen an Transparenz, Offenlegung und Marktintegrität erfüllen.

Spannungen rund um den griechischen Antrag

Binance hat seinen MiCA-Antrag in Griechenland vergangene Woche nach monatelangen Gesprächen mit der Aufsichtsbehörde zurückgezogen. Anschließend teilte das Unternehmen Kunden in mehreren EU-Ländern mit, dass einige Dienste ausgesetzt werden und neue Registrierungen vorerst nicht mehr angenommen werden. Betroffene Nutzer mussten damit kurz vor der Frist am 1. Juli informiert werden, obwohl Binance intern normalerweise einen längeren Vorlauf einplant.

Lynch wies außerdem Berichte zurück, wonach die Exchange bei der Compliance bei Finanzkriminalität zu kurz gekommen sei. Nach ihren Angaben wurden die betroffenen Konten geprüft, geschlossen und an die Behörden gemeldet, sobald Binance die Aktivität entdeckt hatte. Auch der Vorwurf, Binance habe Sanktionsrisiken ignoriert oder Compliance-Mitarbeiter behindert, sei schlicht falsch.

Was das für Europa bedeutet

Der Fall zeigt, wie stark der Wettbewerb in Europa mit der weiteren Formalisierung durch MiCA zunimmt. Da bislang nur ein kleiner Teil der Tausenden registrierten Anbieter bereits eine Autorisierung erhalten hat, dürfte der Druck auf nicht lizenzierte Anbieter steigen. Gleichzeitig könnten größere Player mit Genehmigung mehr Spielraum bekommen, um Marktanteile zu gewinnen. Für europäische Krypto-Nutzer könnte sich das auf die Verfügbarkeit von Diensten, das Onboarding und das Produktangebot auswirken, auch wenn noch offen ist, welcher Anbieter aus dieser Phase am stärksten hervorgeht.

Binance betont derweil, dass das Unternehmen jährlich mehr als $300 Millionen (€263 Millionen) für Compliance ausgibt und weltweit mehr als 1.500 Compliance-Mitarbeiter beschäftigt. Zugleich hält Binance daran fest, in Europa bleiben zu wollen, und rechnet damit, später mit einem neuen Antrag in den Markt zurückzukehren.


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