Binance startet Gold- und Silberoptionen nach Milliardenvolumen
Die neuen Kontrakte gehen über Nest Exchange in Abu Dhabi live, nachdem Gold- und Silber-Perpetuals stark nachgefragt waren. Binance setzt damit seine Derivate-Strategie neben ETF-Perpetuals fort.

Wichtigste Erkenntnisse
- Binance startet heute Gold- und Silberoptionen über Nest Exchange Limited, reguliert durch den Abu Dhabi Global Market.
- Der Schritt folgt auf Milliardenvolumen bei Gold- und Silber-Perpetual-Futures, mit Spitzen von jeweils 7,77 $ Milliarden und 7,27 $ Milliarden pro Tag.
- Retailanleger können Call- und Put-Optionen in USDT kaufen, während Short-Positionen und das Schreiben von Optionen auf Binance und Market Maker beschränkt bleiben.
Binance erweitert sein Derivateangebot um Optionen auf Gold und Silber. Auslöser ist der Handel mit Perpetual Futures auf die beiden Metalle, der inzwischen Milliarden Dollar pro Tag erreicht hat. Die neuen Kontrakte werden heute über Nest Exchange Limited live geschaltet, die vom Abu Dhabi Global Market regulierte Börse des Krypto-Unternehmens.
Von Futures zu Optionen
Der Start knüpft an die starke Nachfrage nach Binances Gold- und Silber-Perpetuals an, die seit Januar handelbar sind. Nach Angaben des Unternehmens lag das tägliche Volumen bei Gold-Perpetuals bei 7,77 $ Milliarden (6,8 € Milliarden) und bei Silber-Perpetuals bei 7,27 $ Milliarden (6,4 € Milliarden). Binance erklärte, diese Spitzen hätten damals etwa 3 bis 8 Prozent des COMEX-Volumens bei Gold und 9 bis 20 Prozent bei Silber entsprochen.
Die Börse folgt damit einem Muster, das an den Derivatemärkten häufig zu beobachten ist: Zuerst werden Futures eingeführt, um Liquidität aufzubauen, anschließend kommen Optionen als zusätzliche Handelsschicht hinzu. Shunyet Jan, Leiter von Exchange und Trading bei Binance, sagte, die Nachfrage nach Commodity-Perpetuals sei seit dem Start Anfang des Jahres hoch geblieben. Nach seiner Einschätzung bieten die neuen Optionen Nutzern eine weitere Möglichkeit zur Diversifizierung, ohne die Plattform wechseln zu müssen.
Wie die Kontrakte funktionieren
Bei den neuen Produkten handelt es sich um europäische Optionen, die in USDT abgerechnet werden. Die Preisreferenz basiert auf einem gewichteten Durchschnitt aus Daten mehrerer unabhängiger externer Anbieter, die den traditionellen Gold- und Silbermarkt abbilden. Binance zufolge soll diese Struktur einen belastbaren Benchmark schaffen, der nicht von einer einzelnen Venue oder einem einzelnen Token abhängt.
Für Retailanleger gilt ein eingeschränktes Modell. Sie können Call- und Put-Optionen kaufen, aber keine Short-Positionen eingehen. Dadurch bleibt der maximale Verlust auf die gezahlte Prämie begrenzt, und das Liquidationsrisiko, das bei Short-Positionen im Optionshandel entstehen kann, entfällt. Das Schreiben von Optionen bleibt der Börse und ausgewählten Market Makern vorbehalten.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Leser zeigt dieser Start, wie stark sich die Grenze zwischen traditionellen Märkten und Krypto-Infrastruktur inzwischen verschoben hat. Binance verbindet den Handel mit Edelmetallen mit einer Krypto-nativen Umgebung und bewegt sich dabei zugleich innerhalb eines regulierten Rahmens in Abu Dhabi. Das passt auch zur breiteren Produktstrategie: Im März hat Binance bereits ETF-Perpetual Contracts eingeführt, die seitdem nach Angaben des Unternehmens mehr als 116 $ Milliarden (102 € Milliarden) an Volumen verarbeitet haben.
Auch der Zeitpunkt ist vor dem Hintergrund des breiteren Kryptomarkts relevant, in dem Handelsplattformen zunehmend versuchen, mehr Anlageinstrumente in einer einzigen Umgebung anzubieten. Binance sagte, die Optionssuite solle später auf weitere Basiswerte ausgeweitet werden. Zudem prüfe das Unternehmen begrenzte Retail-Möglichkeiten zum Schreiben von Optionen, dann allerdings unter strengeren Regeln. Das steht auch im Kontext der breiteren Debatte über den Verkauf komplexer Derivate an Privatanleger, die Binance in mehreren Märkten unter Druck setzt.