Finst

Hamas warnt Spender in DoJ-Dokumenten vor Binance

DoJ-Dokumente zeigen, wie Hamas Krypto-Exchanges nach Erkennbarkeit und Blockaden abwägt. Binance, OKX und andere Plattformen verweisen auf ihre KYC- und Sanktionskontrollen.

Hamas warnt Spender in DoJ-Dokumenten vor Binance

Wichtigste Erkenntnisse

  • Hamas soll Spendern laut DoJ-Dokumenten davon abgeraten haben, Binance für Geldflüsse zu nutzen.
  • Stattdessen wurden Bybit, OKX, Kast und Redotpay als Alternativen genannt.
  • Der Fall unterstreicht die Bedeutung von Compliance und Monitoring für Krypto-Exchanges, auch in Europa.

Hamas hat Spendern laut aktuellen Dokumenten des amerikanischen Justizministeriums davon abgeraten, Binance für Geldflüsse zu nutzen, und stattdessen auf Bybit, OKX, Kast und Redotpay verwiesen. Die Anweisung gibt einen seltenen Einblick darin, wie eine sanktionierte Gruppierung Krypto-Plattformen danach bewertet, wie wahrscheinlich es ist, dass Transfers bemerkt oder blockiert werden.

Was die Dokumente zeigen

Die Dokumente legen nicht automatisch nahe, dass die genannten Unternehmen schwache KYC- oder AML-Kontrollen haben. Große Krypto-Exchanges und Stablecoins werden schließlich für unterschiedliche Zwecke genutzt, auch von legitimen Nutzern.

Nach Angaben der US-Regierung bleibt Krypto einer der Kanäle, die sanktionierte Gruppen und andere illegale Akteure nutzen, um Geld über Grenzen zu bewegen. Dabei spielen vor allem Stablecoins und Online-Wallets eine Rolle. Das U.S. Treasury sagte in seiner Risikobewertung zur Terrorismusfinanzierung 2026, dass Gruppen wie Hamas und ISIS digitale Assets weiterhin für Spenden und Transfers nutzen, auch wenn traditionelle Finanzprodukte laut derselben Bewertung ihr bevorzugtes Mittel bleiben.

Die Aufmerksamkeit für Hamas und Krypto ist nicht neu. Die Gruppe begann bereits 2019 über die Al-Qassam Brigades, Spenden in Krypto zu erbitten, und stellte diese damals unter anderem über Telegram als anonym und schwer nachverfolgbar dar. Nach den Angriffen vom 7. Oktober 2023 verlagerte sich der US-Fokus auf die Terrorismusfinanzierung rund um Hamas weiter, auch wegen Ermittlungen zu Geldflüssen, die möglicherweise mit der Gruppe verknüpft waren. Auch eine frühere Beschlagnahmung von Krypto in einem Hamas-Fall zeigt, dass US-Behörden schon länger versuchen, solche Geldströme nachzuverfolgen.

Binance steht unter Compliance-Druck

Binance sagte, die Passage zeige gerade, dass die eigenen Kontrollen funktionieren. Laut Chief Compliance Officer Noah Perlman ist Binance kein sicherer Ort für illegale Akteure, und das Unternehmen investiert stark in Sanktionsscreening, Transaktionsüberwachung und Ermittlungen.

OKX teilte mit, dass die Wallet-Adresse aus der Kommunikation vom 10. Februar 2025 keinen Bezug zum Unternehmen hatte und bereits durch interne Kontrollen als mit illegaler Aktivität verbunden eingestuft worden war. Versuche von Kunden, Geld an diese Adresse zu senden, seien deshalb markiert und gestoppt worden, so die Exchange.

Kast sagte, dass es eine eigene Compliance-Funktion mit mehr als 50 Mitarbeitern innerhalb der breiteren Compliance-Organisation habe. Das Unternehmen lasse Kunden zunächst identifizieren und screenen und nutze dabei auch externe Anbieter für Sanktionsscreening, Kundenprüfung und Transaktionsüberwachung. Bybit wollte nicht reagieren und Redotpay gab keinen Kommentar ab.

Warum das relevant ist

Für europäische Krypto-Leser zeigt dieser Fall, wie wichtig Compliance und Monitoring für große Krypto-Exchanges geworden sind. Die Einführung von MiCA in der EU hat die Anforderungen rund um KYC weiter verschärft, gerade mit dem Ziel, mehr Transparenz zu schaffen und Missbrauch zu erschweren. Damit sind solche US-Dokumente auch außerhalb der USA für den breiteren Kryptomarkt relevant.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.