Bitcoin Core 32.0 geht mit Fee-Update in die finale Testphase
Der Release Candidate bringt einen neuen Fee-Estimator, schnellere Blockverarbeitung und einen Sicherheitsfix für die REST-Schnittstelle. Bitcoin Core ändert keine Konsensregeln, wohl aber die Node-Infrastruktur.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin Core 32.0 befindet sich in der letzten Testphase und erhält keine neuen Konsensregeln.
- Das Update verbessert Fee-Schätzung, Blockverarbeitung und Wallet-Funktionen.
- Eine Sicherheitslücke im neuen Webserver wurde vor der stabilen Veröffentlichung behoben.
Bitcoin Core 32.0 ist in die letzte Testphase eingetreten und bringt Änderungen bei der Fee-Schätzung, der Blockverarbeitung und den Wallet-Funktionen. Die Software, auf der viele Bitcoin Nodes laufen, erhält keine neuen Konsensregeln, aber Anpassungen, die die Nutzung und die Sicherheit von Nodes spürbar verändern.
Neue Fee-Schätzung
Der erste Release Candidate wurde am 14. September getaggt. Die Entwickler zielen auf eine endgültige Veröffentlichung am 10. Oktober ab. Bitcoin Core lässt Nodes Transaktionen und Blocks eigenständig nach den Regeln von Bitcoin prüfen, und Version 32 ändert diese Regeln daher nicht.
Die größte Änderung betrifft die Art und Weise, wie die Software Transaktionsgebühren schätzt. Bisher schaute Bitcoin Core vor allem auf Gebühren von Transaktionen, die bereits in früheren Blocks enthalten sind. Version 32 ergänzt einen zweiten Estimator, der auch Transaktionen berücksichtigt, die noch auf Bestätigung warten.
Anschließend vergleicht die Software beide Ergebnisse und kann eine niedrigere Gebühr empfehlen, wenn der aktuelle Netzdruck das zulässt. Laut den Entwurfs-Release-Notes kann das helfen, Fee-Schätzungen schneller sinken zu lassen, sobald der Druck im Netzwerk nachlässt.
Schnellere Verarbeitung auf Nodes
Auch bei der Blockverarbeitung ändert sich etwas. Nodes können Transaktionsdaten jetzt mit mehreren Verarbeitungs-Threads gleichzeitig aus ihrer Datenbank abrufen, während Blocks geprüft werden. Bitcoin Core nutzt dafür standardmäßig acht Threads, was vor allem helfen soll, wenn ein Node hinterherhinkt und viele Daten von der Festplatte einlesen muss.
Das Update enthält außerdem einen neuen Webserver für Anfragen anderer Anwendungen, die mit einem Node kommunizieren. Ein Audit fand dort ein Problem, bei dem der Server weiterhin Daten annahm, während eine frühere Anfrage noch verarbeitet wurde. Dadurch konnte der Speicher schnell volllaufen. Dieses Problem wurde inzwischen gefixt, bevor Version 32 in einer stabilen Veröffentlichung erscheint.
Die Testergebnisse zeigten auch, dass sich das auf die REST-Schnittstelle auswirkte, die ohne Anmeldedaten genutzt werden kann. In einem Test stieg der Speicherverbrauch eines Nodes mit 16 ungeschützten Verbindungen in etwa einer Minute von 46 MB auf fast 3 GB. Nach dem Fix blieb er in einem 90-Sekunden-Test bei rund 3 MB.
Warum das relevant ist
Für Bitcoin-Nutzer und Node-Operatoren in Europa ist das vor allem relevant, weil Bitcoin Core die Grundlage für viele Teile der Infrastruktur rund um das Netzwerk bildet. Eine bessere Fee-Schätzung kann die Nutzung von Wallets und Services praktischer machen, während der Sicherheitsfix zeigt, wie wichtig es ist, Node-Software aktuell zu halten.
Die Veröffentlichung kommt auch zu einem Zeitpunkt, an dem laut den Projektinformationen weiterhin ein großer Teil der erreichbaren Bitcoin Nodes veraltete Versionen nutzt. Das macht den Wechsel auf eine neue Version nicht nur zu einem technischen Update, sondern auch zu einer Frage von Wartung und Sicherheit für die breitere Bitcoin-Infrastruktur.