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Bitcoin-Transaktionen verraten mehr, als du denkst

Die KU Leuven stellte fest, dass viele Browser-Wallets schon vor einer On-Chain-Transaktion Adressdaten preisgeben. Über KYC und Blockchain-Analyse können Gegenparteien und Treasury-Bewegungen dennoch sichtbar werden.

Bitcoin-Transaktionen verraten mehr, als du denkst

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bitcoin-Zahlungen können mehr preisgeben als nur den Rechnungsbetrag, etwa Treasury-Bewegungen und Geschäftsbeziehungen.
  • Die KU Leuven fand heraus, dass viele Browser-Erweiterungs-Wallets Adressen, Wallet-Auswahlen und Verbindungen zwischen Adressen preisgeben konnten.
  • Über Blockchain-Analyse und KYC-Verknüpfungen lassen sich sichtbare Bitcoin-Adressen oft mit echten Identitäten verbinden.

Bitcoin-Zahlungen wirken für Unternehmen oft praktisch und schnell, können aber weit mehr preisgeben als nur den Betrag auf der Rechnung. Eine wiederverwendete Wallet, eine sichtbare Gegenpartei oder eine Verknüpfung über eine Krypto-Exchange kann schon ausreichen, um Treasury-Bewegungen und Geschäftsbeziehungen offenzulegen.

Wallets leaken schon vor dem Senden

Forscher der KU Leuven testeten im Juli 2026 85 beliebte Browser-Erweiterungs-Wallets und stellten fest, dass die Wallets selbst bereits Informationen preisgeben konnten. Um ein Guthaben anzuzeigen, senden solche Wallets oft eine Anfrage an einen externen Server, wobei die Adresse im Klartext mitgeschickt wird. In der Studie traf das auf 36 Wallets zu, also auf rund 82% der untersuchten Installationen.

Das ist relevant für alle, die glauben, dass Privatsphäre erst dann zum Problem wird, wenn eine Transaktion auf der Blockchain steht. Bei 17 Wallets konnten Websites außerdem Verbindungen zwischen verschiedenen Adressen desselben Nutzers herstellen. Bei 22 der 36 betroffenen Wallets blieb eine Adresse sogar sichtbar, nachdem der Zugriff entzogen und der Browser neu gestartet worden war.

Die Forscher sahen zudem, dass Websites manchmal erkennen konnten, welche Wallet-Erweiterungen jemand installiert hatte, auch ohne dass die Person eine Wallet verbunden hatte. Von den 36 betroffenen Wallets konnten 23 außerdem eine Adresse über Inhalte einer anderen Website preisgeben, ohne dass der Nutzer etwas anklicken musste.

Von der Adresse zur Identität

Sobald eine Adresse sichtbar ist, kann Blockchain-Analyse den Rest übernehmen. Analysten suchen nach Mustern, die zeigen, dass mehrere Adressen zur selben Person oder Organisation gehören. Bitcoin ist dabei pseudonym, nicht anonym: Adressen sagen nicht direkt, wer jemand ist, können aber über KYC bei Exchanges oder über öffentliche Adressen auf Websites und in sozialen Kanälen mit einer echten Identität verknüpft werden.

Die KU Leuven fand auch heraus, dass 17 Wallets, zusammen mit rund 23 Millionen Installationen, Verbindungen zwischen verschiedenen Adressen offenlegen konnten. Das macht es für Außenstehende leichter, ein größeres Zahlungsmuster zu rekonstruieren, als viele Nutzer erwarten. Für Unternehmen kann so eine einzelne Zahlung an einen Lieferanten frühere Zahlungen, Treasury-Bewegungen und andere Gegenparteien sichtbar machen.

Auch Privacy Coins verändern dieses Bild nur teilweise. Monero und Zcash erschweren das Tracing, aber die meisten geschäftlichen Bitcoin-Zahlungen laufen weiterhin über ein öffentliches Register, in dem jeder Schritt sichtbar bleibt. Gleichzeitig stehen datenschutzorientierte Techniken wie PayJoin und das Lightning Network unter dem Druck immer ausgefeilterer Überwachungstools.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Nutzer und Unternehmen ist das mehr als ein technisches Detail. Wer mit Bitcoin arbeitet, kann unbeabsichtigt sensible Informationen an Wettbewerber, Handelspartner oder Forscher preisgeben, die einer Zahlungsspur folgen. Damit werden Wallet-Auswahl, Adressverwaltung und die Art und Weise, wie eine Zahlung gesendet wird, wichtiger, als viele Nutzer denken.

Die Frage berührt auch die Compliance. Regulierte Exchanges verknüpfen Adressen über KYC mit Kundendaten, sodass eine sichtbare Adresse manchmal ausreicht, um ein größeres Transaktionsnetzwerk offenzulegen. Für Unternehmen, die mit Krypto bezahlen, bleibt der Kern deshalb einfach: Eine Bitcoin-Transaktion ist oft weniger privat, als sie auf den ersten Blick wirkt.

Bereits zuvor sorgte die Bewegung alter Bitcoin-Wallets für zusätzliche Aufmerksamkeit darauf, wie schwierig es ist, Adressen und Eigentum voneinander zu trennen.


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