Binance sieht nach Wiederaufnahme der Auszahlungen 2 Milliarden Dollar abfließen
Whale Alert registrierte den Abfluss kurz nach der Wiederaufnahme der Auszahlungen, während Binance nach dem Hack neue Wallets zu seiner Proof-of-Reserves-Liste hinzufügte.

Wichtigste Erkenntnisse
- Binance sah innerhalb von drei Stunden nach der Wiederaufnahme der Auszahlungen rund 2 Milliarden Dollar an Bitcoin, Ethereum und Stablecoins abfließen.
- Whale Alert registrierte unter anderem 10.000 BTC, fast 1 Milliarde Dollar an Tether, 200 Millionen Dollar an USD Coin und 30.000 ETH.
- Binance sagt, dass Auszahlungen künftig aus brandneuen Wallets bezahlt werden, und hat nach dem Hack noch nicht alle Wallets wieder geöffnet.
Binance sah innerhalb von etwa drei Stunden nach der Wiederaufnahme der Auszahlungen rund 2 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) an Bitcoin, Ethereum und Stablecoins abfließen. Whale Alert registrierte die Transfers, kurz nachdem die Krypto-Exchange die Auszahlungsfunktion wieder aktiviert hatte, nach dem Hack, bei dem rund 6,3 Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Euro) gestohlen wurden.
Was sich bei Binance bewegt hat
Laut Whale Alert ging es um 10.000 BTC im Wert von rund 779 Millionen Dollar (697 Millionen Euro), fast 1 Milliarde Dollar (0,9 Milliarden Euro) an Tether, 200 Millionen Dollar (179 Millionen Euro) an USD Coin und 30.000 ETH im Wert von 68 Millionen Dollar (60,9 Millionen Euro). Der Tracker stufte jede Überweisung als Bewegung von Binance zu einer unbekannten Wallet ein.
Binance sagt, dass es künftig jede Auszahlung aus brandneuen Wallets bezahlt. Die Exchange fügte diese Adressen am Sonntag zur Proof-of-Reserves-Liste hinzu, dem öffentlichen Überblick über Wallets, von denen Binance sagt, dass sie Kundengelder enthalten. Die Exchange hat die Transfers bislang nicht öffentlich mit diesen neuen Wallets verknüpft.
Wiedereröffnung nach dem Hack
Die Auszahlungen wurden gestoppt, nachdem Angreifer am 29. Oktober rund 6,3 Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Euro) gestohlen hatten. Laut Binance sind inzwischen etwa 95 % der gestohlenen Assets ersetzt worden. Gleichzeitig teilte die Exchange mit, dass noch nicht alle Wallets wieder geöffnet sind und andere Bereiche zunächst zusätzliche Security-Audits erhalten.
Der Hack hat die Aufmerksamkeit erneut auf die Risiken zentraler Krypto-Exchanges gelenkt. In der Branche wächst dadurch auch das Interesse an DeFi als Alternative, auch wenn das für sich genommen nichts darüber aussagt, wo Nutzer ihr Geld derzeit tatsächlich parken.
Warum Trader das verfolgen
Für europäische Kryptobeobachter ist das vor allem relevant, weil große Auszahlungen oft zeigen, wie schnell Geld nach einem großen Vorfall bewegt werden kann. Es geht dabei nicht nur um Bitcoin und Ethereum, sondern auch um Stablecoins, die häufig genutzt werden, um schnell zwischen Plattformen zu wechseln. Die Kombination aus einem Rekordhack, vorübergehenden Auszahlungsblockaden und neuen Wallet-Strukturen macht Binance vorerst zu einem wichtigen Gradmesser für das Vertrauen im Markt.
Auch der frühere große Abfluss bei Binance zeigte, wie schnell sich Geldströme bei der Exchange verschieben können, wenn europäische Regeln und operative Unsicherheit zusammenkommen.