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Binance verzeichnet größten Wochenabfluss seit über drei Jahren

Der Abfluss fällt mit der MiCA-Frist in der EU zusammen, während Binance seine Dienste in mehreren Ländern zurückfährt und die Ethereum-Abhebungen auf den höchsten Stand seit März 2023 gestiegen sind.

Binance verzeichnet größten Wochenabfluss seit über drei Jahren

Wichtigste Erkenntnisse

  • Binance verzeichnete in der Woche ab dem 29. Juni einen Abfluss von 1,23 Milliarden US-Dollar und damit den größten Wochenabfluss seit mehr als drei Jahren.
  • Der Abfluss fiel zeitlich mit dem Start von MiCA zusammen. Im Anschluss fährt Binance EU-Dienste für Nutzer in Polen, Italien, Spanien und Frankreich zurück.
  • Die Ethereum-Abhebungen auf Binance erreichten den höchsten Stand seit März 2023, während Ether innerhalb von sieben Tagen um rund 12 Prozent zulegte.

Binance hat in der vergangenen Woche den stärksten Wochenabfluss seit mehr als drei Jahren verzeichnet. Parallel dazu stiegen die Ethereum-Abhebungen auf der Plattform auf den höchsten Stand seit März 2023. Der Zeitpunkt fällt mit dem Inkrafttreten von MiCA in der Europäischen Union zusammen und rückt den Druck auf Krypto-Exchanges in Europa erneut in den Fokus.

Abfluss rund um die MiCA-Deadline

Nach Angaben von DefiLlama flossen Binance in der Woche ab dem 29. Juni 1,23 Milliarden US-Dollar (1,1 Milliarden Euro) ab. Das entspricht einem Plus von 207 Prozent gegenüber den rund 400 Millionen US-Dollar (349 Millionen Euro) aus der Vorwoche. Auf Monatssicht summierte sich der Nettoabfluss auf etwa 3,2 Milliarden US-Dollar (2,8 Milliarden Euro), auch wenn dieser Betrag gemessen an der Größe der Exchange weiterhin überschaubar bleibt.

Laut CoinGecko wickelte Binance im Jahr 2025 rund 39 Prozent des Spotvolumens auf großen Exchanges ab. Ein Abfluss lässt sich allerdings nicht eindeutig als Stimmungsindikator lesen: Nutzer können ihre Krypto in eine eigene Wallet verschieben, Positionen umschichten oder schlicht weiter akkumulieren. Dennoch ist der Anstieg in den Tagen vor der europäischen Frist am 1. Juli kaum losgelöst von diesem Termin zu betrachten.

MiCA verpflichtet Krypto-Dienstleister, die in der EU aktiv bleiben wollen, zu einer Lizenz sowie zu strengeren Vorgaben bei Aufsicht, Transparenz und operativer Widerstandsfähigkeit. Die Regulierung sorgt bereits für eine spürbare Neuordnung des Marktes, zumal bislang nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Tausenden europäischen Kryptounternehmen eine vollständige Genehmigung erhalten hat.

Binance zieht sich aus Teilen der EU zurück

Binance bestätigte, dass das Unternehmen am 30. Juni noch keine MiCA-Lizenz gehabt hätte. Deshalb baut die Plattform seit dem 1. Juli EU-Dienste für Nutzer in Polen, Italien, Spanien und Frankreich zurück. Zuvor hatte Binance auch seinen Lizenzantrag in Griechenland zurückgezogen, nachdem Berichte aufgekommen waren, wonach die Aufsicht wegen der Rolle von Mitgründer Changpeng Zhao und der Folgen seines US-Vergleichs Bedenken gegen eine Genehmigung gehabt haben soll.

Laut Gillian Lynch, Europa- und UK-Chefin bei Binance, will das Unternehmen Europa nicht verlassen. Der Schritt zeigt dennoch, wie stark MiCA den europäischen Kryptomarkt beeinflusst. Immer mehr Anbieter passen ihre Dienstleistungen an oder fahren sie zurück. Die Spannungen rund um die Lizenzen fügen sich damit in einen breiteren Konflikt mit MiCA-Aufsichtsbehörden in Europa ein.

Ethereum-Abhebungen stechen heraus

Neben dem allgemeinen Abfluss fiel vor allem Ethereum auf. CryptoQuant-Analyst Darkfost zählte an einem Tag mehr als 166.000 Ether-Abhebungstransaktionen auf Binance, so viele wie seit März 2023 nicht mehr. Das geschah, während sich Ether erholte und in den vergangenen sieben Tagen um etwa 12 Prozent auf rund 1.766 US-Dollar (1.540 Euro) zulegte.

Abhebungen von einer Exchange können auf eine Verlagerung in Self-Custody oder auf eine längere Haltedauer hindeuten, auch wenn die Aussagekraft begrenzt bleibt. In den kommenden Tagen dürfte vor allem entscheidend sein, ob der Abfluss nach dem Ablauf der Frist anhält. Setzt sich die Bewegung fort, könnte das für weitere Akkumulation sprechen; eine Rückkehr auf Exchanges würde eher auf kurzfristige Positionierung hindeuten.


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