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Binance gerät nach 676 Millionen Dollar aus dem Shelbit-Netzwerk unter Druck

Reuters meldet, dass seit Mai 2024 Hunderte Millionen über Shelbit zu Binance geflossen sind, während Dubai bereits gegen die nicht lizenzierte Börse vorgegangen war. Der Fall berührt auch Binances frühere Einigung zu Sanktions- und Geldwäschevorschriften.

Binance gerät nach 676 Millionen Dollar aus dem Shelbit-Netzwerk unter Druck

Wichtigste Erkenntnisse

  • Reuters meldete, dass seit Mai 2024 mindestens 676 Millionen Dollar an Krypto von Shelbit zu Binance verschoben wurden.
  • Rund 540 Millionen Dollar davon sollen nach dem Eingreifen der Aufsichtsbehörden in Dubai im Januar 2025 überwiesen worden sein.
  • Binance sagt, die Beträge nicht bestätigen zu können, und verweist auf frühere Compliance-Prüfungen und Meldungen an die Behörden.

Binance steht erneut im Rampenlicht, nachdem Reuters berichtet hatte, dass seit Mai 2024 mindestens 676 Millionen Dollar (589 Millionen Euro) an Krypto von der nicht lizenzierten Dubai-Börse Shelbit auf die Plattform geflossen sind. Nach Angaben von Ermittlern steht Shelbit im Zentrum eines iranischen Netzwerks zur Umgehung von Sanktionen. In Dubai waren die Behörden zudem bereits früher gegen das Unternehmen vorgegangen.

Geldströme nach dem Eingreifen in Dubai

Von den 676 Millionen Dollar (589 Millionen Euro) sollen rund 540 Millionen Dollar (470 Millionen Euro) erst nach dem Vorgehen der Aufsichtsbehörden in Dubai im Januar 2025 transferiert worden sein. Binance erklärte, diesen Betrag nicht verifizieren zu können. Gegenüber Reuters sagte die Plattform außerdem, Shelbit habe nie ein eigenes Konto bei Binance gehabt und sei auch nie auf Sanktionslisten geführt worden.

Die Börse teilte zudem mit, dass bei Nutzern mit Bezug zu Shelbit, die mit der Plattform in Kontakt standen, das Compliance-Programm wie vorgesehen gegriffen habe. Konten seien überprüft, eingefroren und an die Behörden gemeldet worden. Binance gab außerdem an, dass eine externe Analytics-Firma die Geldströme nicht als riskant eingestuft habe, auch wenn das Unternehmen diese Partei nicht nannte.

Frühere Sanktionsaffäre bleibt ein Thema

Die neuen Vorwürfe knüpfen an ein älteres Problem für Binance an. Das Unternehmen bekannte sich im November 2023 schuldig, gegen US-amerikanische Anti-Geldwäsche- und Sanktionsgesetze verstoßen zu haben, und zahlte damals 4,3 Milliarden Dollar. Das zählt zu den größten Unternehmensstrafen in der US-Geschichte. In diesem Verfahren stellten die Ankläger zudem fest, dass zwischen Januar 2018 und Mai 2022 mehr als 898 Millionen Dollar (782 Millionen Euro) an Transaktionen zwischen US-amerikanischen und iranischen Nutzern über Binance gelaufen waren.

An die frühere Einigung war ein unabhängiger Compliance-Monitor für drei Jahre gekoppelt. Genau deshalb dürften die aktuellen Fragen rund um Shelbit besonders heikel sein. Reuters zufolge hatte der Ermittler Rich Sanders Binance bereits im Oktober 2025 vor der Börse gewarnt. Den von Reuters eingesehenen Daten nach flossen danach weiterhin Gelder von Shelbit zu Binance.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Beobachter zeigt der Fall, wie schnell Geldströme zwischen nicht lizenzierten Plattformen und großen Börsen ins Visier der Aufsicht geraten können. Auch Dubai spielt dabei eine wichtige Rolle: Die VARA ist bereits früher hart gegen nicht lizenzierte Krypto-Aktivitäten vorgegangen und bezeichnete Shelbit in einer aktuellen Mitteilung als Risiko für die Integrität des Finanzsystems. Der Fall ist damit nicht nur ein weiteres Binance-Dossier, sondern auch ein breiterer Test für die Durchsetzung im internationalen Kryptohandel.


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