Bitcoin-Crash über 19 Milliarden Dollar rückt Leverage wieder in den Fokus
Der Crash wurde vor allem von Perpetual Futures und zu vielen bullischen Positionen getrieben. Auch die CFTC schaut inzwischen genauer auf gehebelten Handel auf Krypto-Exchanges.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin fiel am 10. Oktober 2025 von rund 122.000 Dollar auf 105.000 Dollar, was etwa 19 Milliarden Dollar an Liquidationen auslöste.
- Analysten sagen, dass Leverage und überfüllte Positionen weiterhin die Schwachstelle des Kryptomarkts sind.
- Trader können sich besser schützen, indem sie Open Interest, Funding Rates und die Marktstimmung genau verfolgen.
Ein Jahr nach dem heftigen Crash vom Oktober 2025 steht der Kryptomarkt weiter vor derselben Frage: Haben Trader genug gelernt, um eine neue Welle von Liquidationen zu verhindern? Laut Analysten sind die Risiken durch Leverage und überfüllte Positionen weiterhin vorhanden, auch wenn die Werkzeuge, um diese Risiken zu beobachten, inzwischen besser geworden sind.
Was im Oktober passierte
Bitcoin fiel am 10. Oktober 2025 innerhalb kurzer Zeit von rund 122.000 Dollar (108.900 Euro) auf 105.000 Dollar (93.700 Euro), kurz nachdem der Kurs noch über 126.000 Dollar (112.400 Euro) gelegen hatte. Diese Bewegung führte zu etwa 19 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro) an Liquidationen im Kryptomarkt und überraschte viele Trader, die gerade auf weitere Kursanstiege gesetzt hatten.
Mark Connors von Risk Dimensions bezeichnete das als einen sehr schnellen und heftigen Markthöhepunkt, den viele Marktteilnehmer nicht kommen sahen. Seiner Einschätzung nach war die Positionierung damals wichtig, und das gilt auch heute noch. Er wies darauf hin, dass der Markt damals voll mit bullischen Bets war, während viele Trader auf eine Wiederholung früherer Bitcoin-Zyklen setzten.
Leverage bleibt die Schwachstelle
Der Kern des Problems ist laut Connors, dass die Bewegung vor allem aus Derivaten kam und nicht aus On-Chain-Daten. Perpetual Futures machen weiterhin einen großen Teil des Kryptohandels aus, weil Trader damit auf Kursbewegungen spekulieren können, ohne Bitcoin selbst zu besitzen. Das macht den Markt schnell, aber auch anfällig, wenn zu viele Positionen in dieselbe Richtung stehen.
Chris Sullivan, Mitgründer von Hyperion Decimus, sagt, dass Trader sich besser schützen können, indem sie Leverage vermeiden und genau auf Open Interest, Funding Rates und die Marktstimmung achten. Open Interest zeigt, wie viele Derivatekontrakte noch offen sind, während Funding Rates etwas über die Kosten des Haltens von Positionen in Perpetual Futures aussagen. Zusammen geben diese Signale ein besseres Bild davon, wie einseitig der Markt aufgestellt ist.
Warum das jetzt zählt
Für europäische Krypto-Investoren ist das relevant, weil Liquidität und Hebelwirkung auch außerhalb der Vereinigten Staaten eine große Rolle bei der Preisbildung von Bitcoin spielen. Die US-Aufsichtsbehörde CFTC arbeitet außerdem an Vorschlägen für einen bundesweiten Rahmen für Krypto-Exchanges mit gehebeltem Handel, was zeigt, dass die Risiken solcher Geschäfte auch regulatorisch immer stärker in den Fokus rücken. Damit wird die Diskussion über die Marktstruktur breiter als nur der Bitcoin-Kurs.
Auch die Nachwirkungen früherer Hebelwellen sind weiter sichtbar: Eine frühere Welle von Liquidationen zeigte, wie schnell Long-Positionen ausgelöscht werden können, wenn der Markt dreht.