Bitcoin-Zyklus bremst Erwartungen an 500.000 Dollar
Der Halving-Zyklus und Zuflüsse über Spot-Bitcoin-ETFs könnten die nächste Aufwärtsbewegung stützen. Der prozentuale Anstieg dürfte jedoch kleiner ausfallen als in früheren Bullruns.

Wichtigste Erkenntnisse
- Krypto-Analysten blicken möglicherweise schon im weiteren Jahresverlauf auf den nächsten Bitcoin-Zyklus. Genannt werden Kursziele zwischen 300.000 Dollar und 500.000 Dollar.
- Historisch bewegt sich Bitcoin in Vierjahreszyklen rund um das Halving. Frühere Hochpunkte lagen oft 16 bis 18 Monate nach diesem Ereignis.
- Die prozentualen Anstiege fallen tendenziell kleiner aus, weil der Markt größer und reifer geworden ist. Dazu kommen mehr institutionelle Produkte und eine geringere Volatilität.
Krypto-Analysten richten den Blick bereits auf den nächsten Bitcoin-Zyklus, der nach Einschätzung einiger Marktbeobachter noch in diesem Jahr anlaufen könnte. Im Raum stehen Kursziele zwischen 300.000 Dollar und 500.000 Dollar. Ein zentrales Muster spricht allerdings dafür, dass der nächste Aufwärtsschub weniger dynamisch ausfallen dürfte als frühere Bullruns.
Der Vierjahreszyklus bleibt entscheidend
Aus historischer Sicht folgt Bitcoin einem recht klaren Vierjahresrhythmus rund um das Halving. Dabei halbiert sich die Belohnung für Miner, wodurch der Zufluss neuer Coins pro Block um 50 Prozent sinkt. Das erste Halving fand 2012 statt, das fünfte ist derzeit für April 2028 vorgesehen.
In früheren Zyklen bildete sich der Boden häufig rund 18 Monate vor dem Halving. Danach setzte ein neuer Bull Run ein, der meist 16 bis 18 Monate nach dem Halving seinen Höhepunkt erreichte. Anschließend folgte in der Regel ein Bärenmarkt von etwa einem Jahr. Sollte sich dieses Muster wiederholen, läge der nächste Zyklus-Höhepunkt im Jahr 2029.
Warum die Rally kleiner ausfallen könnte
Die Daten deuten darauf hin, dass Bitcoin zwar weiterhin neue Allzeithochs erreichen kann, die prozentualen Sprünge aber kleiner werden. Von 266 Dollar (233 Euro) im Jahr 2013 stieg die Coin 2017 auf fast 20.000 Dollar (17.500 Euro) und damit auf ein Vielfaches des vorherigen Hochs. 2021 lag Bitcoin bei rund 69.000 Dollar (60.400 Euro), 2025 bei 126.000 Dollar (110.200 Euro). Das entspricht bereits einem deutlich moderateren Anstieg als in früheren Zyklen.
Das passt zu einem Kryptomarkt, der inzwischen größer und reifer ist. Je höher die Marktkapitalisierung, desto mehr Kapital ist nötig, um den Kurs weiter nach oben zu bewegen. Auch der Aufstieg von Spot-Bitcoin-ETFs, Futures, Optionen und anderen Anlageinstrumenten spricht für einen Markt, der stärker institutionell geprägt ist und weniger stark ausschlägt. Hinzu kommt, dass die durchschnittliche jährliche 90-Tage-Volatilität von Bitcoin im Zeitverlauf gesunken ist. Auch das stützt dieses Bild.
Was das für Anleger bedeutet
Für europäische Krypto-Anleger ist das relevant, weil sich Bitcoin zunehmend wie ein reifer Makro-Asset verhält und weniger wie ein rein spekulatives Instrument. Das schließt große Kursziele nicht aus, deutet aber darauf hin, dass der Weg dorthin weniger extrem verlaufen könnte als in den frühen Jahren des Kryptomarkts.
Gleichzeitig zeigt das Halving 2024, dass der Markt weiterhin sensibel auf neue Zuflüsse reagiert. Mit der Einführung von Spot-Bitcoin-ETFs erhielten institutionelle Marktteilnehmer einen regulierten und custody-effizienten Zugang zu BTC, was die Marktteilnahme verbreitert hat. Gerade deshalb dürfte der nächste Zyklus besonders aufmerksam beobachtet werden, weil strukturelle Nachfrage und nachlassende Volatilität nun offenbar zusammenkommen.