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Bitcoin-Entwickler will Quanten-Diebstahl mit Landminen bestrafen

Cory Fields von Bitcoin Core skizziert einen Fallenmechanismus für Wallets, die später durch Quantencomputer verwundbar werden. Die Diskussion berührt auch ESMA-Warnungen und Post-Quantum-Sicherheit.

Bitcoin-Entwickler will Quanten-Diebstahl mit Landminen bestrafen

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bitcoin-Core-Entwickler Cory Fields schlug Quanten-Landminen vor, um künftige Quanten-Diebe abzuschrecken.
  • Bei einem Angriff muss zunächst genauso viel Bitcoin wie die Beute als Collateral hinterlegt werden, danach kann der Eigentümer innerhalb einer Wartezeit reagieren.
  • Der Vorschlag richtet sich an Wallets, deren Keys noch existieren, und ist laut Fields vor allem ein Gedankenexperiment.

Ein Bitcoin-Core-Entwickler hat einen Vorschlag gemacht, um künftige Quanten-Diebe zuerst ihr eigenes Geld riskieren zu lassen, bevor sie Bitcoin anderer stehlen können. Cory Fields, der bei MITs Digital Currency Initiative an Bitcoin-Software arbeitet, beschrieb die Idee am Mittwoch auf der bitcoin-dev-Mailingliste. Seine sogenannten Quanten-Landminen sollen Inhabern die Möglichkeit geben, eine Falle für alle zu stellen, die später ihre Wallet-Keys knacken können.

Wie die Falle funktioniert

Laut Fields müsste jemand, der 1 BTC stehlen will, zunächst noch einmal 1 BTC aus einer quantensicheren Wallet einzahlen. Beide Beträge würden danach für eine Wartezeit, etwa 30 Tage, gesperrt. In diesem Zeitraum kann der echte Eigentümer nachweisen, dass er die Coins noch kontrolliert, und so nicht nur seine eigenen Bitcoin zurückholen, sondern auch das Collateral des Angreifers einfordern.

Der Kern des Vorschlags ist, dass ein Angreifer im Voraus nicht sehen kann, welche Bestände eine Falle enthalten. Das soll es für böswillige Akteure teuer machen, einfach zu versuchen, verwundbare Wallets leerzuräumen. Fields stellte es als eine Möglichkeit dar, Inhabern schon jetzt einen Anreiz zu geben, sich vorzubereiten, noch bevor Quantencomputer tatsächlich zu einer praktischen Gefahr werden.

Warum das jetzt Thema ist

Die Diskussion kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Branche schon länger über Quantenrisiken für Bitcoin nachdenkt. Frühere Forschung deutet darauf hin, dass ein leistungsstarker Quantencomputer mit etwa 30.000 physischen Qubits theoretisch die Bitcoin-Kryptografie innerhalb von rund 62 Minuten brechen könnte. Die ESMA warnte außerdem, dass fortgeschrittene Quantencomputer langfristig die Blockchain-Verschlüsselung knacken und damit Millionen von Bitcoin gefährden könnten.

Für europäische Krypto-Leser ist das relevant, weil es nicht nur um ein technisches Problem geht, sondern auch um die Frage, wer Verantwortung trägt, wenn alte Wallets verwundbar werden. Der Vorschlag von Fields zeigt, dass es noch keine breit akzeptierte Lösung für Coins gibt, die seit Jahren stillliegen, während der Druck wächst, Post-Quantum-Sicherheit zu regeln. Auch Europol warnte bereits, dass vor allem Wallets das Ziel künftiger Quantenangriffe sind, nicht die Blockchain selbst.

Nicht für alle nutzbar

Fields sagte auch, dass die Landminen nur für Inhaber funktionieren, die ihre Keys noch haben. Coins, die bereits verloren sind, fallen also nicht darunter, ebenso wenig wie Bitcoin, die Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden. Für diese Gruppe skizzierte er ein separates Auktionsmodell, bei dem verdeckte Gebote auf verwundbare Wallets als kryptografische Fallen dienen können.

Das hat allerdings einen klaren Nachteil. Wer seine eigenen 1 BTC bewegen will, müsste in diesem Modell ebenfalls 1 BTC als Collateral hinterlegen. Fields bezeichnete die Pläne deshalb selbst vor allem als Gedankenexperimente und ließ die Regeln, die nötig wären, um sie tatsächlich durchzusetzen, offen.


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