Bitcoin-ETFs leiden unter Rekordabfluss
Mehr als 300 Millionen USD fließen aus Bitcoin-ETFs.

Mehr als 300 Millionen US-Dollar fließen aus Bitcoin-ETFs. Während Bitcoin fällt, gibt es einen negativen Rekord.
Noch nie zuvor haben die zehn Bitcoin-ETFs in den USA an einem Handelstag einen so großen Abfluss verzeichnet wie in dieser Woche. Laut Daten von Farside Investors gab es einen Nettoabfluss von insgesamt mehr als USD 326,2 Millionen. Der Grayscale Bitcoin Trust war dafür hauptverantwortlich und verlor weitere USD 443,5 Millionen, nachdem er am Montag ein negatives Rekordhoch aufgestellt hatte. Dadurch sinkt der Marktanteil des ehemaligen Pioniers weiter und liegt nun bei 44 Prozent.
Die Trendwende betont vor allem eines: Wenn die großen Bitcoin-ETF-Emittenten im Auftrag ihrer Kunden kaufen, werden diese Bitcoins nicht buchstäblich „permanent vom Markt genommen“. Stattdessen können BlackRock & Co. ihre Bitcoin-Belangen genauso schnell wieder abbauen auf Wunsch derselben Anleger, so wie das bei Aktien-, Gold- oder Anleihe-ETFs der Fall ist. Das ist ein grundlegender Unterschied zu MicroStrategy, da Michael Saylor's "Bitcoin-Entwicklungsunternehmen" selbst die Assets besitzt und mit seinen Käufen einen Langzeitplan verfolgt. Das Unternehmen hat kürzlich erneut zugeschlagen, sodass jetzt beeindruckende 214.246 BTC in der Bilanz stehen.
Wird Grayscale bald kein Bitcoin mehr haben?
Wenn der aktuelle Trend anhält, werden die BTC-Reserven von Grayscale schnell aufgebraucht sein. Wenn GBTC jeden Tag genauso viel Bitcoin abbaut wie gestern, wird der Trust rund Mai kein Geld mehr haben. Aber selbst wenn man die durchschnittliche Nettoabflussrate von 274,2 Millionen USD extrapoliert, sieht es zu Beginn des Sommers düster aus. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Grayscale nun Maßnahmen ergreift und Anlegern eine Kostenreduktion in Aussicht stellt. Der CEO des digitalen Vermögensverwalters gab hierbei Kommentar an CNBC, auch wenn er noch keinen konkreten Zahlencode genannt hat. Allgemein war er angesichts der schwierigen Lage überraschend optimistisch:
“Wir befinden uns grob am Ende der ersten Phase des Spiels, in der hoffentlich die Nachfragesteigerung befriedigt ist.”
Die relativ hohen Gebühren von 1,5 Prozent werden als Hauptgrund für den enormen Kapitalabfluss aus dem Grayscale-ETF gesehen. Zum Vergleich: keiner der neun anderen Bitcoin-ETF-Anbieter verlangt mehr als 0,3 Prozent Gebühren. Insgesamt verzeichnete der Fonds einen Abfluss von fast 12,9 Milliarden USD in den 49 Handelstagen seit der SEC-ETF-Genehmigung. BlackRock und sein iShares Bitcoin Trust, der bereits mehr als 237.000 Bitcoin besitzt und damit einen Marktanteil von 28,4 Prozent hat, kann als der Hauptbegünstigte gelten. Der Bitcoin-ETF des Finanzriesen hat bisher an allen Handelstagen eine Nettozufuhr verzeichnet. Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis BlackRock das rivalisierende Produkt von Grayscale von der Spitze verdrängt.