Bitcoin-ETFs verzeichnen zweiten Abflusstag, Ether und XRP im Plus
ARKB und GBTC trieben die Abflüsse, während Ether-, XRP- und Solana-Fonds Zuflüsse verzeichneten. Auch handelten fast alle Bitcoin-ETFs unter dem Wert ihrer zugrunde liegenden Bestände.

Wichtigste Erkenntnisse
- U.S. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Mittwoch einen Nettoabfluss von rund 120 Millionen Dollar und damit den zweiten roten Tag in Folge.
- Ether-ETFs, XRP-Fonds und Solana-Produkte zogen dagegen Geld an, während Hyperliquid-Produkte 5 Millionen Dollar verloren.
- Fast alle Bitcoin-ETFs handelten unter dem Wert ihrer zugrunde liegenden Bestände; nur Grayscales Mini Trust und Invescos BTCO nicht.
U.S. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Mittwoch erneut Nettoabflüsse in Höhe von rund 120 Millionen Dollar (103 Millionen Euro). Das war der zweite Tag in Folge im roten Bereich, während Ether-ETFs, XRP-Fonds und Solana-Produkte dagegen Geld anzogen. Die Bewegung zeigt, dass die Nachfrage je nach Fonds und Asset weiterhin stark auseinandergeht.
Bitcoin-Fonds bleiben schwach
ARK 21Shares' ARKB war der größte Ausreißer und machte 78 Millionen Dollar (66,9 Millionen Euro) der Abflüsse aus. Grayscales GBTC verlor weitere 27 Millionen Dollar (23,2 Millionen Euro). Morgan Stanleys MSBT war der einzige Fonds, der Geld anzog, mit rund 4 Millionen Dollar (3,4 Millionen Euro), während die übrigen acht Fonds bei null lagen.
Die Abflüsse fielen in eine breitere Phase, in der Bitcoin-ETFs in den vergangenen Wochen eigentlich deutliche Zuflüsse verzeichnet hatten. Den gelieferten Marktdaten zufolge kamen in den vergangenen drei Wochen netto 3,8 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) hinzu, was einem insgesamt verwalteten Vermögen von 101,3 Milliarden Dollar (86,9 Milliarden Euro) am 9. September 2026 entspricht. Gleichzeitig bleibt der Markt anfällig für Verschiebungen zwischen einzelnen Fonds, vor allem wenn eine Partei an manchen Tagen einen großen Teil des Tagestotals bestimmt. Auch die Jahresbilanz der Bitcoin-ETFs bleibt dabei ein wichtiger Referenzpunkt: Trotz der jüngsten Zuflüsse liegt der Sektor 2026 weiterhin im negativen Nettoergebnis.
Ether und Altcoins ziehen Geld an
Auf der anderen Seite des Marktes sammelten Ether-ETFs fast 35 Millionen Dollar (30 Millionen Euro) ein, nachdem sie am Dienstag noch 24 Millionen Dollar (20,6 Millionen Euro) an Abflüssen gesehen hatten. XRP-Fonds zogen 12 Millionen Dollar (10,3 Millionen Euro) an, und Solana-Produkte schlossen ebenfalls im Plus. Hyperliquid-Produkte verloren dagegen 5 Millionen Dollar (4,3 Millionen Euro).
Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil die US-ETF-Ströme oft ein schneller Gradmesser für die institutionelle Nachfrage nach großen Tokens sind. Der Unterschied zwischen Bitcoin und dem Rest des Marktes zeigt, dass Kapital nicht automatisch in eine Ecke des Kryptomarkts fließt, sondern sich je nach Produkt und Asset verschieben kann. Dieses Muster war auch bei XRP-ETFs, die Geld anzogen, zu sehen, während Bitcoin und Ether gleichzeitig Abflüsse verzeichneten.
Discount bei fast allen Bitcoin-ETFs
Auffällig war auch, dass nahezu alle Bitcoin-Fonds unter dem Wert ihrer zugrunde liegenden Bestände handelten. Nur Grayscales Mini Trust und Invescos BTCO notierten nicht unter diesem Wert. Das bedeutet, dass Anteile dieser Fonds für weniger gehandelt wurden als der Bitcoin, der dahintersteht.
Seit dem Start liegt der kumulierte Zufluss in Bitcoin-ETFs bei 55,45 Milliarden Dollar (47,6 Milliarden Euro). ARKB zeigte innerhalb kurzer Zeit eine deutliche Kehrtwende: Am 3. September gab es noch 138 Millionen Dollar (118 Millionen Euro) Zufluss, sechs Tage später standen 78 Millionen Dollar (66,9 Millionen Euro) Abfluss zu Buche. Ob der Fonds später in dieser Woche erneut die Richtung wechselt, bleibt abzuwarten.