Bitcoin bleibt nach US-Angriff auf Iran stabil
Ölpreise und Aktien reagieren deutlich auf die Eskalation, während Bitcoin bei rund 77.580 $ bleibt und den August mit einem starken Monatsplus beendet.

Kurz zusammengefasst
- Bitcoin hielt sich trotz neuer Spannungen zwischen den USA und Iran bei rund 77.580 $, während Ölpreise stiegen und Aktien fielen.
- BTC ist im August um rund 23 % gestiegen und damit deutlich stärker als Gold und der Nasdaq.
- Neben geopolitischen Spannungen bleiben Zuflüsse in Bitcoin-ETFs und Erwartungen an die US-Geldpolitik wichtige Faktoren für den Kryptomarkt.
Bitcoin blieb am Montagmorgen trotz neuer geopolitischer Spannungen rund um Iran und die Straße von Hormus relativ stabil. Während die Ölpreise stiegen und die Aktienmärkte unter Druck gerieten, wurde Bitcoin bei rund 77.580 $ gehandelt. Damit reagierte die größte Kryptowährung bislang weniger stark auf die Eskalation als mehrere traditionelle Finanzmärkte.
Öl steigt nach Angriff auf Iran
Die Vereinigten Staaten und Iran tauschten erneut Angriffe aus, nachdem die USA eine iranische Insel in der Straße von Hormus angegriffen hatten. Die neue Eskalation folgte auf mehr als einen Monat ohne direkte Angriffe zwischen beiden Ländern und sorgte nahezu unmittelbar für Bewegung an den Rohstoff- und Aktienmärkten.
Der Preis für US-Rohöl der Sorte WTI stieg um fast 2 % auf 85,10 $ je Barrel. Brent-Öl legte um rund 1,9 % auf 92,39 $ zu. Gleichzeitig fiel Gold um etwa 0,8 % auf 4.418 $ je Unze, während die Nasdaq-Futures rund 0,5 % niedriger lagen.
Bitcoin zeigte ein ruhigeres Bild. BTC wurde weiterhin bei rund 77.580 $ gehandelt und hatte sich seit Mitternacht UTC kaum bewegt. Andere große Kryptowährungen notierten leicht tiefer. XRP verlor etwa 0,8 %, während Solana rund 0,6 % nachgab.
Bitcoin mit starkem August
Die verhaltene Kursreaktion folgt auf einen starken Monat für Bitcoin. BTC ist im August um rund 23 % gestiegen. Zum Vergleich: Gold legte im gleichen Zeitraum um etwa 9 % zu, während der Nasdaq rund 4 % gewann.
Die starke Entwicklung von Bitcoin fällt mit Zuflüssen in US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs und veränderten Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve zusammen. Neben geopolitischen Entwicklungen bleiben damit auch institutionelle Kapitalflüsse und die US-Zinspolitik wichtige Faktoren für den Kryptomarkt.
Die jüngste Kursentwicklung fällt in eine Phase, in der sich Bitcoin erneut der Marke von 80.000 $ nähert. Auch frühere makroökonomische Entwicklungen brachten Bitcoin näher an diese Schwelle.
Die Zinserwartungen veränderten sich am Freitag erneut nach Äußerungen von Fed-Chef Kevin Warsh beim Jackson Hole Symposium. Warsh erklärte, die Inflation sei noch nicht ausreichend unter Kontrolle und die finanziellen Bedingungen seien seiner Ansicht nach nicht restriktiv.
Nach seinen Aussagen stieg die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung im September auf rund 58 %. Zudem werden inzwischen etwa eineinhalb Zinserhöhungen bis zum Jahresende eingepreist.
Makrolage bleibt wichtig für Bitcoin
Die Kombination aus geopolitischen Spannungen, höheren Ölpreisen und veränderten Zinserwartungen sorgt für ein komplexes makroökonomisches Umfeld. Bei Bitcoin fällt vor allem auf, dass der Kurs bislang kaum auf die neue Eskalation rund um Iran reagiert, während sich Öl- und Aktienmärkte deutlicher bewegen.
Das bedeutet nicht, dass Bitcoin von traditionellen Finanzmärkten abgekoppelt ist. Neue US-Arbeitsmarktdaten am 4. September könnten die Erwartungen an die Geldpolitik der Fed erneut beeinflussen. Veränderungen dieser Erwartungen könnten wiederum auch für risikoreichere Märkte wie den Kryptomarkt relevant sein.