Umstrukturierung: Bitvavo streicht 94 Stellen wegen schwachem Kryptomarkt
Laut Insidern fallen 94 Stellen weg; Bitvavo verweist auf veränderte Marktbedingungen und will effizienter und schneller arbeiten.

Kurz zusammengefasst
- Bitvavo hat eine Umstrukturierung durchgeführt, bei der laut Insidern 94 Stellen wegfallen.
- Das Unternehmen will sich an ein verändertes Marktumfeld anpassen, um stark, fokussiert und wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Die Umstrukturierung erfolgt in einer Phase schwächerer Kryptomärkte und strengerer europäischer Vorschriften für Kryptounternehmen.
Bitvavo hat eine Umstrukturierung durchgeführt, bei der ein Teil der Belegschaft entlassen wird. Insider berichten gegenüber BNR, dass 94 Stellen betroffen sind. Ein Sprecher des Kryptounternehmens wollte nicht bestätigen, wie viele Mitarbeiter genau betroffen sind, dementierte die Zahl jedoch ebenfalls nicht.
Bitvavo will effizienter und schneller arbeiten
Laut Bitvavo soll die Umstrukturierung dafür sorgen, dass das Unternehmen für die nächste Wachstumsphase „stark, fokussiert und gut aufgestellt“ bleibt. In einer Erklärung teilte das Kryptounternehmen mit, dass sich das Marktumfeld verändert habe und man sich anpassen müsse, um widerstandsfähig und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Diese Erklärung passt zu einem Kryptosektor, in dem viele Unternehmen bereits seit Längerem mit geringeren Handelsvolumina und zurückhaltenderen Kunden zu kämpfen haben. Der Kurs von Bitcoin ist im vergangenen Jahr stark gefallen. Im August erholte er sich zwar etwas, blieb jedoch deutlich unter früheren Niveaus. Dadurch werden Händler weniger aktiv und Kryptounternehmen verzeichnen weniger Aktivität auf ihren Plattformen.
Druck auf niederländische Börsen
Der Schritt von Bitvavo erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem auch andere niederländische Anbieter unter Druck stehen. Knaken wurde kürzlich vom Bezirksgericht Rotterdam für insolvent erklärt, nachdem die Staatsanwaltschaft auf Grundlage von Hinweisen der AFM auf eine sehr besorgniserregende Situation beim Kryptodienstleister Insolvenz beantragt hatte.
Zudem sind die Anforderungen für niederländische Kryptounternehmen seit Einführung der neuen europäischen Kryptogesetzgebung gestiegen. Ab Anfang 2025 hatten Anbieter sechs Monate Zeit, eine Lizenz zu erhalten. Knaken gelang dies nicht, während Bitvavo damals eine Lizenz erhielt.
Nicht nur Bitvavo
Die Umstrukturierung ist kein Einzelfall. Auch in den Vereinigten Staaten haben andere Kryptounternehmen Insolvenzschutz beantragt oder Personal abgebaut. BlockFills meldete im März nach einem Verlust von 75 Millionen US-Dollar Insolvenz an, während Coinbase kürzlich 14 Prozent seiner Mitarbeiter entließ, da künstliche Intelligenz die Arbeitsweise des Unternehmens verändert.
Die Entwicklungen zeigen, dass Kryptounternehmen gleichzeitig mit geringerer Handelsaktivität, strengeren Vorschriften und Veränderungen ihrer Geschäftsabläufe konfrontiert sein können. Für Krypto-Börsen kann dies besonders relevant sein, da sie zugleich mit geringerer Handelsaktivität, höheren Compliance-Anforderungen und steigendem Kostendruck umgehen müssen.