Robinhood Wallet und Fomo umgehen Kartenregeln bei Memecoin-Käufen
Memecoins werden über Apple Pay und Google Pay als digitale Güter abgerechnet, während Bitcoin und Ethereum einen anderen Weg erfordern. Das setzt Visa- und Mastercard-Codes, KYC und Belohnungen unter Druck.

Wichtigste Erkenntnisse
- Fomo und Robinhood Wallet lassen Memecoins wie WIF direkt per Kreditkarte über Apple Pay oder Google Pay bezahlen.
- Für Bitcoin und Ethereum müssen Nutzer zuerst einen anderen Weg gehen, etwa über eine externe Wallet oder USDC-Swaps.
- The Block sah Transaktionen, die als MCC 5815 codiert waren, während Banken und Kartennetzwerke Fragen zur richtigen Klassifizierung stellen.
Fomo und Robinhood Wallet lassen Nutzer Memecoins wie WIF mit einer Kreditkarte über Apple Pay oder Google Pay bezahlen, während dieselben Apps für Bitcoin und Ethereum zunächst einen anderen Weg verlangen. Dabei scheinen die Transaktionen außerhalb der üblichen Krypto-Codes von Visa und Mastercard zu liegen, und das wirft Fragen zu Kartenregeln, Belohnungen und KYC-Prüfungen auf.
Wie der Checkout funktioniert
Beim Kauf von Bitcoin oder Ethereum müssen Nutzer auf Fomo Krypto aus einer externen Wallet übertragen oder zuerst USDC mit einer Debitkarte kaufen und anschließend swappen. Robinhood Wallet funktioniert weitgehend genauso, auch wenn Nutzer in einigen Ländern zusätzlich ein Robinhood-Konto verknüpfen oder über den Onramp-Anbieter Sardine kaufen können. Bei Memecoins ist das anders: Dort können Nutzer direkt mit einer Kreditkarte bezahlen, ohne ein KYC-Formular auszufüllen.
Dieser Checkout wird von Crossmint bereitgestellt, einem Kryptounternehmen, das die Zahlung in die App integriert. Laut Crossmint ist das Produkt so aufgebaut, dass die Zahlung reibungslos über Apple Pay oder Google Pay läuft, während der Token direkt in der App-Wallet erscheint. Crossmint sagt außerdem, dass ein AML-Monitoring über ein separates Fraud-Team stattfindet.
Kartencodes unter Druck
The Block testete WIF-Käufe sowohl auf Visa als auch auf Mastercard und sah, dass die Transaktionen als MCC 5815 codiert wurden, ein Code für digitale Güter wie Bücher, Filme, digitale Kunst oder Musik. Das ist auffällig, weil direkte Kryptokäufe laut den Kartennetzwerken eigentlich unter andere Codes fallen sollten, etwa MCC 6012 oder 6051. MCC 6051 steht für Quasi-Cash und wird in der Regel als Cash Advance behandelt, mit höheren Gebühren und Zinsen als bei einem normalen Kauf.
Chase sagte gegenüber The Block, dass es den verwendeten Code für falsch hält und einen Fall bei Visa eröffnet. Die Bank wies außerdem darauf hin, dass die Visa-Transaktion keinen speziellen Krypto-Indikator hatte. Crossmint hält dagegen, dass die Klassifizierung mit relevanten Parteien abgestimmt sei und zu digitalen Collectibles passe. Visa und Mastercard wollten die konkrete Klassifizierung nicht bestätigen.
Warum das relevant ist
Für europäische Kryptonutzer ist das vor allem relevant, weil es zeigt, wie schnell die Grenze zwischen Krypto, Collectibles und Zahlungsverkehr verschwimmt. Crossmint erhielt im Juli 2026 auch die Genehmigung der Banco de España als Zahlungsinstitut, was zeigt, dass das Unternehmen gerade innerhalb eines strengeren Regelwerks operieren will. Gleichzeitig macht dieser Fall deutlich, dass Kartennetzwerke, Banken und Krypto-Apps weiterhin unterschiedlich darüber denken können, was ein Memecoin rechtlich und technisch genau ist.
Fomo sagte, dass Crossmint rund 7% des Zuflusses ausmacht. Robinhood und Fomo verwiesen für Details auf Crossmint. In den USA schaut auch das Büro der Generalstaatsanwältin von New York auf die Angelegenheit, während Chase nach den eigenen Regeln keine Belohnungen auf Kryptokäufe auszahlt. Robinhood versucht derweil auch anderswo mehr Spielraum für digitale Assets zu bekommen; das Unternehmen drängt zum Beispiel auf Regeln für tokenisierte Aktien in den USA.