Bitcoin steigt nach Waller-Signal der Fed auf 82.851 Dollar
Waller dämpfte die Zinserwartungen, woraufhin Shorts massenhaft ausgequetscht wurden und auch Bitcoin-ETFs wieder Zuflüsse sahen. Anleger achten nun auf den 50-Wochen-Durchschnitt bei rund 81.000 Dollar.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin stieg am Donnerstag von 77.500 Dollar auf 82.851 Dollar, nachdem Fed-Gouverneur Christopher Waller sich weniger restriktiv zur Zinsentwicklung äußerte.
- Durch den Anstieg wurden Positionen im Wert von mehr als 510 Millionen Dollar liquidiert, davon 415 Millionen Dollar an Shorts.
- Analysten achten nun kurzfristig auf den 50-Wochen-Durchschnitt bei rund 81.000 Dollar und auf das Niveau von 82.814 Dollar.
Bitcoin schoss am Donnerstag von 77.500 Dollar (66.700 Euro) auf 82.851 Dollar (71.300 Euro), nachdem Fed-Gouverneur Christopher Waller signalisiert hatte, dass er die Zinsen im September wahrscheinlich unverändert lassen will. Damit bekam der Kryptomarkt innerhalb kurzer Zeit wieder Schwung, und die gesamte Marktkapitalisierung stieg auf 2,73 Billionen Dollar (2,3 Billionen Euro). Die Frage ist nun, ob Bitcoin dieses Niveau auch über das Wochenende halten kann.
Fed-Signal gibt den Ton an
Waller sagte am 3. September, dass die Zinsen auf dem aktuellen Niveau bleiben können, solange die Inflation weiter in Richtung 2 Prozent sinkt. Anleger lasen das als weniger strengen Ton der Fed. Der Bitcoin-Kurs stieg innerhalb weniger Stunden um 4,36 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit Mai.
Auch die Markterwartungen verschoben sich schnell. Laut dem FedWatch-Tool von CME Group sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Sitzung am 15. und 16. September von 63,2 auf 50,4 Prozent. Eine Zinssenkung liegt zwar weiterhin in weiter Ferne, doch der Ton der Fed ist für risikoreiche Anlagen durchaus wichtig.
Shorts wurden unter Druck gesetzt
Der schnelle Anstieg sorgte für einen deutlichen Short Squeeze. Insgesamt wurden Positionen im Wert von mehr als 510 Millionen Dollar (439 Millionen Euro) liquidiert, davon 415 Millionen Dollar (357 Millionen Euro) an Shorts. Das bedeutet, dass viele Händler, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, ihre Positionen durch Rückkäufe von Bitcoin schließen mussten.
Diese erzwungenen Käufe verstärkten den Anstieg zusätzlich. Gleichzeitig färbten sich auch die Bitcoin-ETFs grün. Am 2. September flossen 101,15 Millionen Dollar (87 Millionen Euro) in die Bitcoin-ETFs, während bei Ethereum 48,08 Millionen Dollar (41,4 Millionen Euro) abgezogen wurden. Das passt zu dem Bild, dass der Kurs erneut testet, wie belastbar die Zone um das Maihoch ist. In einer jüngsten Analyse wurde diese Marke ebenfalls als wichtiges Niveau für einen überzeugenden Ausbruch genannt: das Maihoch.
Was an diesem Wochenende zählt
Für europäische Kryptofolger ist vor allem der bevorstehende Wochenschluss relevant. Bitcoin liegt nun knapp über dem 50-Wochen-Durchschnitt bei rund 81.000 Dollar (69.700 Euro), einem Niveau, auf das der Kurs zuvor oft zurückfiel. Analysten schauen außerdem auf 82.814 Dollar (71.300 Euro) als wichtigen kurzfristigen Punkt.
Bleibt Bitcoin über 81.000 Dollar (69.700 Euro), startet die neue Woche mit einer stabileren Basis. Fällt der Kurs darunter, rückt die Zone um 77.500 Dollar (66.700 Euro) wieder in den Fokus. Auch die Fed-Sitzung am 15. und 16. September bleibt ein wichtiger Termin für den Kryptomarkt, weil neue Zinserwartungen schnell auf die Stimmung rund um Bitcoin und andere Tokens durchschlagen.