Bitcoin zeigt 8 Kapitulationssignale, doch ein Boden bleibt aus
VanEck sieht Stress bei Minern und Verlusthaltern, während US-Spot-Bitcoin-ETPs wieder Zuflüsse verzeichnen. Historisch folgte ein Boden erst später.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin zeigt 8 von 12 Kapitulationssignale, doch VanEck sieht noch keinen überzeugenden Boden.
- Der Kurs notierte bei rund 64.300 Dollar, etwa 49 % unter dem Allzeithoch, während Miner und Netzwerkaktivität unter Druck stehen.
- Historisch führten solche Signale erst auf längere Sicht zu besseren Renditen, mit einer möglichen Akkumulationsphase zwischen September und November.
Bitcoin zeigt erneut Signale, die früher eher am Ende heftiger Verkaufswellen auftraten, doch laut VanEck ist das noch kein Grund, bereits von einem Boden zu sprechen. Der Vermögensverwalter sieht 8 von 12 Kapitulationssignalen im Warnbereich, während alle 12 in den vergangenen drei Monaten zeitweise diese Niveaus erreicht haben.
Signale deuten auf Stress hin
Die Indikatoren messen unter anderem, wie stark Bitcoin vom Hoch zurückgefallen ist, wie es den Minern geht und wie viele Halter im Minus sind. Solche Signale werden laut VanEck ausgelöst, wenn eine Messung im untersten 15. Perzentil ihrer eigenen Historie liegt, mit einer Ausnahme: Der Kursrückgang zählt bereits ab einem Minus von mehr als 35 %.
Bitcoin notierte am Mittwoch im asiatischen Abendhandel bei rund 64.300 Dollar (55.500 Euro), etwa 49 % unter dem Allzeithoch. Seit der Erholung vom Tiefpunkt am 30. Juni bei rund 58.500 Dollar (50.500 Euro) bewegte sich die Kryptowährung vor allem zwischen etwa 62.300 Dollar (53.800 Euro) und 66.500 Dollar (57.400 Euro), während die 30-Tage-realisierten Volatilität auf 27,2 % auf Jahresbasis zurückgegangen ist.
Die Historie spricht gegen Eile
VanEck weist darauf hin, dass ähnliche Konstellationen historisch gerade kein starkes kurzfristiges Signal waren. Wenn 8 bis 12 Indikatoren gleichzeitig auslösten, lag die durchschnittliche Rendite von Bitcoin in den folgenden 90 Tagen bei 12,8 % und über 180 Tage bei 32 %, beides unter den breiteren historischen Durchschnittswerten. Der Vorteil zeigte sich erst über einen Zeitraum von einem Jahr.
Das passt zu früheren Zyklen, in denen die größten Rückgänge im Schnitt 11 Monate dauerten, oder 12,7 Monate, wenn der kleine Markt von 2011 ausgeklammert wird. Bitcoin befindet sich nun im zehnten Monat des Rückgangs seit dem Hoch vom Oktober 2025, weshalb eine mögliche Akkumulationsphase laut VanEck zwischen September und November liegen könnte.
Miner spüren den Druck
Der Druck ist vor allem bei den Minern sichtbar. Die täglichen Netzwerkeinnahmen sind in diesem Jahr um 46 % gefallen und die Mining-Difficulty ist seit dem Hoch vom November 2025 um 18,3 % gesunken, der stärkste Rückgang seit Chinas hartem Vorgehen gegen Mining im Jahr 2021. Das deutet auf einen deutlichen Rückgang der Aktivität im Netzwerk hin.
Gleichzeitig floss wieder Geld in US-amerikanische Spot-Bitcoin-Exchange-Traded Products. In den vergangenen 30 Tagen kamen dort rund 663 Millionen Dollar (573 Millionen Euro) hinein, nachdem im Monat davor etwa 2,4 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro) abgeflossen waren. Die Handelsvolumina blieben allerdings dünn, mit 30-Tage-Spotvolumina, die 27 % niedriger lagen und im 10. Perzentil der historischen Reihe lagen.
Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass sich Bitcoin in einer Phase befindet, in der On-Chain-Stress, Miner-Druck und ETF-Ströme nicht in dieselbe Richtung zeigen. Das könnte bedeuten, dass der Markt weiterhin nach einer Richtung sucht, während die historischen Daten vor allem nahelegen, dass Geduld hier wichtiger ist als schnelle Schlüsse.