Bitwise sieht die CLARITY Act als möglichen Boden im Bärenmarkt
Bitwise verbindet eine Verabschiedung mit mehr Klarheit bei SEC und CFTC, während Stablecoins und DeFi zusätzlichen Rückenwind erhalten könnten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitwise bezeichnet die CLARITY Act als einen der wichtigsten Katalysatoren für Krypto im dritten Quartal und sieht in einer Verabschiedung einen möglichen Boden des Bärenmarkts.
- Das Gesetz kommt wegen ethischer Debatten rund um die Präsidentenfamilie und wegen Abschnitt 604 nicht voran, der Non-Custodial-Entwickler schützen würde.
- Bitwise rechnet zudem mit mehr Stablecoin-Initiativen, beobachtet die Fed genau und sieht DeFi im Vergleich zu Bitcoin relativ stark.
Bitwise sieht die CLARITY Act als einen der zentralen Treiber für den Kryptomarkt im dritten Quartal und hält eine Verabschiedung für einen möglichen Wendepunkt am Boden des aktuellen Bärenmarkts. Aus Sicht des Vermögensverwalters ist das laufende Quartal für den Gesetzentwurf besonders wichtig, weil er sich nun an einem entscheidenden Punkt befindet.
Der Gesetzentwurf bleibt festgefahren
Die CLARITY Act, offiziell Digital Asset Market Clarity Act, soll einen bundesweiten Rahmen für Krypto schaffen und die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC klarer abgrenzen. Genau diese Trennung macht den Entwurf für die Branche relevant, politisch aber auch anspruchsvoll. Laut Bitwise bremsen derzeit vor allem zwei Punkte den Fortschritt: ethische Vorgaben rund um die Krypto-Interessen der Präsidentenfamilie sowie die Debatte über Abschnitt 604, der Non-Custodial-Entwickler vor Money-Transmitter-Regeln schützen würde.
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz 2026 verabschiedet wird, wird in Prediction Markets inzwischen bei rund 40 Prozent gesehen. Mitte Mai lag sie noch bei 75 Prozent, was zeigt, wie deutlich sich die Stimmung gedreht hat.
Mehr als nur Regulierung
Bitwise verknüpft das Gesetz nicht nur mit der Marktstruktur, sondern auch mit einer breiteren institutionellen Adoption. Sollte die CLARITY Act verabschiedet werden, dürfte das nach Einschätzung des Vermögensverwalters mehr Klarheit für Unternehmen schaffen, die Krypto nutzen oder anbieten wollen, und damit eine wichtige Hürde für weiteres Wachstum senken.
Diese Einschätzung passt zu einem Quartal, in dem Stablecoins wieder stärker in den Fokus rücken. Die Aufseher sollen die Regeln unter dem GENIUS Act in diesem Quartal fertigstellen, während das Gesetz erst im Januar 2027 in Kraft tritt. Bitwise rechnet damit, dass bis dahin weitere große Akteure Stablecoin-Projekte ankündigen werden. Als Beispiel verweist das Unternehmen auf OpenUSD, das von Stripe, BlackRock, Visa, Coinbase und rund 140 weiteren Unternehmen unterstützt wird.
Bitwise sieht mehrere Katalysatoren
Neben Regulierung nennt Bitwise auch die Federal Reserve unter Vorsitz von Kevin Warsh als Faktor, den Marktteilnehmer im Blick behalten sollten. Die Zinsen wurden bislang nicht verändert, und der Markt hat noch kein klares Bild vom weiteren Kurs. Nach Einschätzung des Unternehmens könnte jede Zinsentscheidung spürbare Folgen für risikoreiche Anlageklassen haben.
Zudem sieht Bitwise eine stille Neubewertung bei DeFi. Im vergangenen Monat fiel Bitcoin um etwa 22 Prozent, während der DeFi-Index des Unternehmens nur um 4 Prozent nachgab. Das fällt auf, so Bitwise, weil DeFi normalerweise deutlich stärker schwankt als Bitcoin. Der Vermögensverwalter hält es für möglich, dass diese relative Stärke im dritten Quartal anhält, auch wenn der Zeitpunkt eines solchen Umschwungs offen bleibt.
Der Ausblick folgt auf ein schwaches zweites Quartal, das dritte Verlustquartal in Folge für Krypto und die schlechteste Serie seit 2022. Für Anleger in Europa ist vor allem relevant, dass die US-Gesetzgebung zu Marktstruktur und Stablecoins nicht isoliert betrachtet werden sollte: Wenn die Regeln in den USA klarer werden, könnte das auch den Ton dafür setzen, wie große Akteure weltweit auf Krypto-Infrastruktur blicken. In Washington läuft dabei auch die Diskussion über Abschnitt 604, die Regelung, die Non-Custodial-Entwickler vor Money-Transmitter-Regeln schützen soll.