BlackRock treibt Tokenisierung auf Ethereum voran
BlackRock bringt europäische Geldmarktfonds über JPMorgans Kinexys auf Ethereum, während Larry Fink Aktien und Anleihen als nächsten Schritt für die Tokenisierung sieht.

Wichtigste Erkenntnisse
- BlackRock brachte am 4. August über zwölf tokenisierte Aktienklassen europäische Geldmarktfonds im Volumen von 311 Milliarden Dollar auf Ethereum.
- Larry Fink bezeichnet die Tokenisierung von Aktien, Anleihen und Fonds als den nächsten großen Schritt für den Kryptomarkt.
- Der Gesamtwert tokenisierter Real-World Assets auf Ethereum liegt inzwischen bei mehr als 17 Milliarden Dollar.
BlackRock stellt die Tokenisierung klassischer Anlageprodukte noch stärker in den Mittelpunkt. Am 4. August brachte der Vermögensverwalter europäische Geldmarktfonds im Umfang von 311 Milliarden Dollar auf Ethereum. Gleichzeitig bekräftigte Konzernchef Larry Fink seine Einschätzung, dass Aktien und Anleihen aus seiner Sicht den nächsten großen Entwicklungsschritt für den Kryptomarkt markieren.
Fink sieht Token als neuen Standard
Fink argumentiert seit Jahren, dass sich praktisch jede Aktie, jede Anleihe und jeder Fonds in einen Token überführen lässt. In seinem Brief an Anleger zieht er dafür einen Vergleich zu den frühen Jahren des Internets. Seine Überlegung: Viele Menschen haben bereits eine Krypto Wallet auf dem Smartphone, wodurch Investieren seiner Ansicht nach ähnlich zugänglich werden könnte wie das Bezahlen im Alltag.
Mit zwölf tokenisierten Aktienklassen für sechs Fonds aus der Institutional Cash Series setzt BlackRock diese Idee nun praktisch um. Die zugrunde liegenden Fonds kommen zusammen auf 311 Milliarden Dollar beziehungsweise 270 Milliarden Euro. Die Ausgabe erfolgt über Ethereum und unterstreicht damit erneut die Rolle des Netzwerks als Infrastruktur für tokenisierte Finanzprodukte.
Ethereum gewinnt institutionell an Bedeutung
Die technische Abwicklung dieser Fonds läuft über die Kinexys-Plattform von JPMorgan, die die Verbindung zwischen der Blockchain und der Fondsverwaltung herstellt. Bereits einen Tag zuvor waren in den Vereinigten Staaten zwei weitere tokenisierte Geldmarktfonds gestartet. Den vorliegenden Informationen zufolge sind die Tokens zudem in fünfzehn Märkten verfügbar, darunter auch in den Niederlanden.
Die Entwicklung fügt sich in einen breiteren Trend ein, bei dem große Vermögensverwalter den Markt für tokenisierte Real-World Assets auf der Blockchain vorantreiben. BlackRock ist dabei nicht der einzige Anbieter, aber einer der sichtbarsten Namen. Für viele Marktbeobachter zeigt sich daran, dass Ethereum längst mehr ist als nur eine spekulative Krypto. Das Netzwerk wird zunehmend als Basisschicht für institutionelle Produkte genutzt. Auch Akteure wie Ethereum Institutional wollen diese institutionelle Adoption mit einem Fokus auf Tokenisierung und weitere Onchain-Finanzinfrastruktur beschleunigen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass Tokenisierung nicht mehr nur ein Zukunftsthema ist, sondern bereits in konkreten Fondsstrukturen und Vertriebswegen eingesetzt wird. Der Gesamtwert tokenisierter Real-World Assets auf Ethereum ist inzwischen auf mehr als 17 Milliarden Dollar beziehungsweise 14,7 Milliarden Euro gestiegen, nach einem deutlichen Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Das spricht dafür, dass sich die Diskussion zunehmend von der Theorie hin zu belastbarer Marktinfrastruktur verschiebt.
Auch die Größe von BlackRocks eigenem BUIDL-Fonds zeigt, wie schnell sich dieses Segment entwickelt. Der Fonds, der 2024 gestartet wurde, gehörte 2026 bereits zu den größten Akteuren im Bereich tokenisierter Assets. Für den Kryptomarkt bedeutet das nicht automatisch eine unmittelbare Kursbewegung, macht die institutionelle Nachfrage nach Blockchain-Rails aber deutlich sichtbarer.