Bitcoin nähert sich 75.000 Dollar nach Welle von Short-Liquidationen
Laut CoinGlass wurden innerhalb von 24 Stunden rund 1 Milliarde Dollar an Short-Positionen liquidiert. Auch Ether, Solana und Dogecoin profitierten mit, während Washington die Kryptoregulierung weiter verschärft.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin stieg am Freitag auf knapp unter 75.000 Dollar, nachdem der Kurs kurz über 75.500 Dollar gelegen hatte, und lag damit fast 8 % höher als am Vortag.
- CoinGlass meldete innerhalb von 24 Stunden rund 1 Milliarde Dollar an Short-Liquidationen; zusammen mit dem Vortag lag der Wert damit bei mehr als 4 Milliarden Dollar.
- Auch Altcoins legten zu, während die Rally mit größeren US-Treasury-Buybacks und politischem Druck auf die Kryptogesetzgebung zusammenfiel.
Bitcoin stieg am Freitag am asiatischen Morgen auf knapp unter 75.000 Dollar (64.200 Euro), nachdem der Kurs in der Nacht kurz über 75.500 Dollar (64.600 Euro) gelegen hatte. Damit lag die Kryptowährung fast 8 % höher als am Vortag und fast 18 % höher auf Wochensicht. Zwei Tage zuvor notierte Bitcoin noch bei rund 64.100 Dollar (54.900 Euro).
Short-Seller spüren den Druck
Laut CoinGlass wurden innerhalb von 24 Stunden rund 1 Milliarde Dollar (0,9 Milliarden Euro) an Short-Positionen liquidiert, bei einem Gesamtvolumen von 1,23 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) und verteilt auf 140.416 Trader. Einen Tag zuvor ging es bereits um 3 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) an Shorts, die höchsten Tageswerte in den verfügbaren Daten seit 2021. Zusammen kommt der Zweitageswert damit auf mehr als 4 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro).
Die größte einzelne Position, die in der jüngsten Sitzung geschlossen wurde, war ein Bitcoin-Trade über 25,13 Millionen Dollar (21,5 Millionen Euro) auf Hyperliquid. Das passt zu dem Bild eines Marktes, in dem viele Händler auf fallende Kurse gesetzt hatten, dann aber gezwungen waren, ihre Positionen zurückzukaufen, als der Kurs weiter anzog. In einem früheren Artikel haben wir bereits gesehen, wie eine ähnliche Squeeze den Markt in Bewegung setzte: Die Liquidationen stiegen damals ebenfalls schnell an.
Altcoins ziehen mit
Die Bewegung blieb nicht auf Bitcoin beschränkt. Hyperliquids HYPE stieg um mehr als 4 % auf knapp 73 Dollar (62 Euro) und lag damit auf Wochensicht unter den großen Coins vorn, mit einem Plus von fast 27 %. Ether kletterte um fast 5 % auf 2.350 Dollar (2.010 Euro) und liegt in dieser Woche 24,5 % höher. Solana gewann mehr als 5 % und kam auf knapp unter 90 Dollar (77 Euro), während Dogecoin um fast 9 % auf etwas über 8 Cent stieg.
BNB legte um 6 % auf 660 Dollar (565 Euro) zu, und Tron zeigte sich mit einem Plus von 1,5 % auf knapp unter 34 Cent etwas ruhiger. Der breite Anstieg zeigt, dass die Kaufbereitschaft nicht nur bei Bitcoin lag, sondern auch auf eine Reihe großer Tokens übergriff.
Washington und der Markt
Die Rally begann schon früher in der Woche, nachdem das US-Finanzministerium den Umfang seiner Buybacks am langen Ende von 2 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) auf 4 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) pro Operation verdoppelt hatte. Das fiel mit lockereren Bedingungen am US-Anleihemarkt und mehr Nachfrage nach risikoreichen Anlagen zusammen. Gleichzeitig drängte Präsident Donald Trump am Mittwoch darauf, dass der Kongress den Digital Asset Market Clarity Act weiter vorantreibt, einen Vorschlag, der die Rollenverteilung zwischen der CFTC und der SEC in den USA klarer machen soll. Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil US-Regeln oft auf Liquidität, Listings und die Stimmung rund um große Tokens durchschlagen. Der politische Druck rund um diese Gesetzgebung spielte auch zuvor schon eine Rolle für die Marktstimmung rund um Bitcoin: Der Clarity Act rückte damals bereits deutlich in den Fokus.