Peter Schiff: Strategy verliert Bitcoin-Finanzierungsweg über STRC
Schiff weist darauf hin, dass sich STRC zwar erholt hat, Strategy damit aber noch nicht einfach neues Kapital für Bitcoin aufnehmen kann. Das Unternehmen setzt nun häufiger auf Aktienverkäufe und Cash, während es seinen BTC-Bestand weiter ausbaut.

Wichtigste Erkenntnisse
- Peter Schiff sagt, dass Strategy seine wichtigste Finanzierungsroute über STRC verloren hat, trotz der Erholung des Kurses in Richtung $100.
- Strategy verkaufte STRC zuletzt im Mai und finanzierte spätere Bitcoin-Käufe über andere Quellen, darunter Klasse-A-Aktien und Cash.
- Das Unternehmen passt seine Kapitalstruktur weiter aktiv an und hält inzwischen rund 845.050 BTC.
Peter Schiff sagt, dass Strategy seine wichtigste Route zur Finanzierung von Bitcoin verloren hat, obwohl das Unternehmen selbst weiter BTC zukauft. Nach Einschätzung des bekannten Bitcoin-Kritikers hat sich der Kurs der Stretch-Preferred-Stock (STRC) zwar wieder in Richtung $100 (€89) erholt, das bedeutet aber noch nicht, dass Strategy über dieses Instrument wieder problemlos neues Kapital aufnehmen kann.
STRC erholt sich, aber der Weg stockt
Schiff sagte in seinem Podcast vom 2. Oktober, dass STRC bei rund $99,4 (€89) gehandelt wird und ihn diese Erholung überrascht habe. Den Anstieg führte er auf wöchentliche Käufe durch Strategy und auf die jüngste Rally von Bitcoin zurück. Seiner Ansicht nach könnte die Bitcoin-Rally auch geholfen haben, weil Anleger wieder etwas mehr Vertrauen gefasst haben oder weil Short-Positionen eingedeckt werden mussten.
Die Preferred Stock war Anfang dieses Jahres noch auf etwa $75 (€67) gefallen. CEO Phong Le erklärte das damals mit unerwartetem Leverage. Schiff drehte die Argumentation um und sagte, dass der erholte Kurs die Finanzierungsmaschine nicht automatisch wieder in Gang bringt.
Er sagte außerdem, dass Strategy wahrscheinlich nicht einfach wieder mehr Stretch verkaufen kann, um zusätzliches Geld für neue Bitcoin-Käufe aufzunehmen. Seiner Einschätzung nach hat das Unternehmen aber noch genug Cash, um die STRC-Dividendenzahlungen vorerst weiter zu leisten.
Bitcoin kommt weiter über MSTR herein
Die Zahlen aus den aktuellen Einreichungen zeigen, dass Strategy inzwischen andere Quellen nutzt. Das Unternehmen verkaufte STRC zuletzt über sein At-the-Market-Programm zwischen dem 11. und 17. Mai, was rund $1,95 Milliarden (€1,7 Milliarden) einbrachte. Seitdem blieb die verbleibende Kapazität laut den Einreichungen bei etwa $17,51 Milliarden (€15,6 Milliarden), was darauf hindeutet, dass keine neuen STRC-Aktien platziert wurden.
Strategy pausierte danach im Sommer zehn Wochen lang mit Bitcoin-Käufen und verkaufte in dieser Zeit stattdessen Coins, um Dividenden und STRC-Backbuys zu bezahlen. Als das Unternehmen Ende August wieder mit Käufen begann, kam das Geld aus anderen Quellen. So finanzierte es 4.603 BTC durch den Verkauf von Klasse-A-Aktien und später weitere 1.665 BTC. Dazwischen kaufte es auch 950 BTC mit $75,7 Millionen (€67,4 Millionen) aus dem USD-Cash-Konto.
Im September kaufte Strategy außerdem mehr als 1,4 Millionen STRC-Aktien für $139,3 Millionen (€124 Millionen) zurück. Das passt zu dem Bild, dass das Unternehmen seine Kapitalstruktur weiter aktiv steuert, während es gleichzeitig seine Bitcoin-Position ausbaut. Strategy ist inzwischen der größte Unternehmenshalter von Bitcoin weltweit und besitzt laut aktuellen Zahlen rund 845.050 BTC.
Was das für Anleger bedeutet
Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem relevant, weil Strategy seit Jahren eines der klarsten Beispiele für ein börsennotiertes Unternehmen ist, das Bitcoin über den Kapitalmarkt finanziert. Wenn der STRC-Weg weniger nutzbar wird, verschiebt sich der Fokus auf den Verkauf normaler Aktien und andere Finanzierungsquellen. Das macht das nächste Update von Strategy besonders wichtig, zumal das Unternehmen seine Käufe meist montags meldet.
Auch der breitere Markt schaut inzwischen auf die Finanzierungsstruktur großer Bitcoin-Treasuries. In einer jüngsten Analyse zu Krypto-Treasury-Aktien wurde bereits sichtbar, dass viele dieser Unternehmen unter dem Wert ihrer Bestände gehandelt werden, wodurch Kapital aufzunehmen schwieriger werden kann.