BlackRock-IBIT verzeichnet nach Bitcoin-Rückgang 300 Millionen Dollar Abfluss
Der Abfluss passt zu einer breiteren Rotation hin zu KI- und Chip-Aktien, während die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin-ETFs nachlässt. Auch ARKB und GBTC konnten den Verkaufsdruck nur teilweise abfedern.

Wichtigste Erkenntnisse
- U.S.-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Montag per saldo 231 Millionen Dollar Abfluss, während bei BlackRocks IBIT allein 300 Millionen Dollar abflossen.
- ARKB und GBTC konnten den Druck mit Zuflüssen von 50 Millionen Dollar beziehungsweise 35 Millionen Dollar nur teilweise abfedern, wie SoSoValue zeigt.
- Der Mittelabfluss passt zu einer breiteren Rotation von Kapital in KI-bezogene Anlagen und andere risikoreiche Märkte.
U.S.-Spot-Bitcoin-ETFs haben am Montag per saldo 231 Millionen Dollar (203 Millionen Euro) verloren. Besonders stark traf es BlackRocks IBIT, aus dem allein 300 Millionen Dollar (263 Millionen Euro) abflossen. Etwas abgefedert wurde der Verkaufsdruck durch Zuflüsse von 50 Millionen Dollar (43,8 Millionen Euro) in ARKB und 35 Millionen Dollar (30,7 Millionen Euro) in GBTC, wie SoSoValue berichtet. Die Daten deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach Bitcoin-Anlageprodukten derzeit hinter der breiteren Risikobereitschaft an anderen Märkten zurückbleibt.
Kapital sucht anderswo Rendite
Während Bitcoin-ETFs Mittelabflüsse verzeichneten, setzte sich die Technologie-Rally an der Wall Street und in Asien fort. Der MSCI Asia Pacific-Index legte am Dienstag, dem letzten Handelstag des Jahres, um 1 Prozent zu und steuert damit auf den stärksten Quartalsgewinn seit fast 17 Jahren zu. Auch der südkoreanische Kospi, der Anfang des Monats in einer Sitzung um 10 Prozent eingebrochen war, gewann 2,1 Prozent hinzu und bleibt damit der stärkste große Börsenindex in diesem Jahr.
Diese Entwicklung passt zu einer breiteren Rotation hin zu KI-bezogenen Anlagen. Samsung liegt in diesem Quartal inzwischen mehr als 100 Prozent im Plus, SK Hynix hat seit April fast 240 Prozent zugelegt. Gleichzeitig fiel der Yen auf den schwächsten Stand gegenüber dem Dollar seit 1986. Das spricht dafür, dass Anleger den KI-Trade teilweise über Yen-Kredite finanzieren.
Druck auf Bitcoin-Fonds
Für Bitcoin-ETFs ist das relevant, weil dieselben Ausgaben für KI-Infrastruktur, die Aktien in Seoul und Tokio stützen, auch mit Kapital konkurrieren, das andernfalls in Bitcoin fließen könnte. In den vergangenen Wochen zeigte sich dieser Druck bereits an den Abflüssen bei IBIT. Am 28. Mai verlor der Fonds noch 528 Millionen Dollar (463 Millionen Euro), am 5. Juni kamen weitere 214 Millionen Dollar (188 Millionen Euro) an Abflüssen hinzu. Über 13 aufeinanderfolgende Handelstage summierte sich der Mittelabfluss damals auf 4,4 Milliarden Dollar (3,9 Milliarden Euro).
Die Zahlen vom Montag sind damit mehr als nur eine einzelne Tagesbewegung. Sie fügen sich in ein Umfeld ein, in dem die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin über ETFs anfällig bleibt, während Anleger ihr Kapital klarer in Richtung KI, Chips und andere Wachstumsthemen umschichten. Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb interessant, weil es zeigt, wie schnell Kapital zwischen einzelnen Themen rotieren kann, auch wenn der Bitcoin-Kurs selbst nicht die einzige treibende Geschichte ist.